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Big Business mit unendlichen Weiten

Graz ist dieser Tage „Weltraumhauptstadt“. Wolfgang Rathgeber von der ESA weiß, wo hier Chancen für steirische KMU stecken.

ESA-Experte Wolfgang Rathgeber, Satelliten-Pionier Otto Koudelka, WKO Präsident Josef Herk und Weltraumforscher Franz Brunner (v.l.)
© Foto Fischer v.li: Wolfgang Rathgeber, Otto Koudelka (TU Graz), WKO Präsident Josef Herk und Christian Brünner (Uni Graz)
Herr Rathgeber, Sie sind als ESA-Experte für Erdbeobachtungsprogramme Top-Speaker beim Weltraumsymposium in der WKO Steiermark (s. unten). Wer, wenn nicht Sie weiß, wie Daten aus dem All unser Leben beeinflussen…

Rathgeber: … und das tun sie in vielfältigster Weise. Oft sind wir uns der Tatsache, wie stark der Alltag von der Nutzung von Satellitendaten durchdrungen ist, nicht mehr bewusst: vom Navi, das heute ja schon jeder am Smartphone mit sich herumträgt, über immer länger vorausschauende und ebenso exaktere Wetterprognosen bis hin zum fließenden Strom aus der Steckdose oder der rechtzeitigen Banküberweisung.


Energieversorger und Banken arbeiten mit Satellitendaten?
Rathgeber: Natürlich. Navigationssatelliten liefern das notwendige extrem präzise Zeitsignal, das es beispielsweise braucht, um Geld- oder Stromflüsse perfekt zu steuern.


Immer mehr Satelliten werden ins All geschickt. Wer aber hat Zugriff auf die Daten, wer nutzt diese vorrangig?
Rathgeber: Satellitengestützte Erdbeobachtungsdaten wurden bislang vorrangig von staatlichen Akteuren genutzt. Seit einigen Jahren vollzieht sich jedoch ein Paradigmenwechsel hin zur verstärkten kommerziellen Verwendung. Das selbstfahrende Auto, das einen großen Bedarf an solchen Satellitendaten hat, ist ein Beispiel dafür, wie sich Industrieunternehmen die Infos aus dem All zunutze machen.


Wie kommen Unternehmen an die Daten? Kann man diese einfach herunterladen?

Rathgeber: Ja. Im Rahmen des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus wurden und werden Sentinel-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Diese Daten sind öffentlich und kostenlos abrufbar. Bisher wurden mehr als 24 Petabyte von Nutzern heruntergeladen.


Wie durchforstet man ein solch großes Datenkonvolut?

Rathgeber: Das ist nicht so einfach. Der Unternehmer steht vor dem Problem: Wo sind in diesem riesigen Datenhaufen jetzt genau jene Informationen, die ich benötige?


Es braucht also ein Special-Data-Service für Endverbraucher…

Rathgeber: Genau. Der Trend geht dahin, dass der Nutzer seine Infos in eine Cloud einspielt und daraus spezielle Ergebnisse erhält. Die Veredelung von Satellitendaten ist ein absoluter Zukunftsbereich, in dem für Klein- und Mittelbetriebe enormes Potenzial steckt. Sie filtern aus den riesigen Datenmengen die angefragten Informationen heraus und machen sie für den Endverbraucher gebrauchsfertig nutzbar. Im Rahmen von Copernicus etwa haben Studenten aus speziellen Satellitendaten zur Bodenbeschaffenheit und dem Wetterverlauf eine App entwickelt, die die Weinqualität prognostiziert – sicher auch von Interesse für steirische Winzer!


Die Steirer haben das Weltall längst erobert

Im Rahmen des Symposiums „Trends und Herausforderungen satellitengestützter Erdbeobachtung für Wirtschaft und Gesellschaft“ (31. Mai bis 1. Juni 2017 in der WKO Steiermark) macht Graz seinem internationalen Ruf als Weltraumhauptstadt alle Ehre. Hier spüren nationale wie internationale Experten Fragestellungen zum Thema Satellitendaten nach, die von der zivilen und militärischen Nutzung über die rechtlichen Aspekte der Datensammlung bis hin zu Weltraumtechnologien in der Übertragung in neue Business-Felder reichen. Mit dabei sind – neben steirischen Unternehmen als Best-Practicer in der konkreten Umsetzung von Technik aus der Raumfahrt – natürlich auch Vertreter der TU wie der KF-Uni Graz – Hochschulen, die seit Jahrzehnten weltweit gefragte Kompetenzpartner in Sachen Weltraummissionen sind.
Ebenso am Symposium vertreten ist der von der ESA im Vorjahr in der Landeshauptstadt installierte Business-Inkubator. Hier wird der Technologietransfer aus der Raumfahrt in andere Wirtschaftsbereiche forciert.
Viele heimische Betriebe aber haben bereits erfolgreich die unendlichen Weiten des Weltalls erobert – hier ein kleiner Auszug der weiß-grünen „Innovationsraketen“:

  • Maschinen von HAGE verschweißen die Verschlusskappen der Raketentreibstofftanks der Ariane 6.
  • Die hochpräzisen Messsysteme von DEWETRON sind bei der NASA heiß begehrt: Physikalische Parameter wie Vibrationen, Temperaturen und Druck werden damit bei den Countdowns zum Raketenstart, aber auch bei Satellitenprüfständen überwacht.
  • MAGNA Aerospace stellt mit seinen Zulieferern h-tec und Fuchshofer kryogene (in ex­trem niedrigem Temperaturbereich arbeitende) Raketen-Treibstoffleitungen her.
  • BÖHLER Edelstahl und BÖHLER Schmiedetechnik liefern Hochleistungswerkstoffe für die Luft- und Raumfahrt.


Von Veronika Pranger

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