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„Wer Kritik als Jammerei abtut, ist realitätsfremd“

Die Wirtschaft im Bezirk Voitsberg sieht sich zahlreichen – auch von der Politik hausgemachten – Problemen gegenüber. 

Das lässt sich mit Zahlen objektiv eindeutig belegen: Seit Jahren verschlechtert sich die Situation in fast allen Bereichen. Umso verwunderlicher ist es, wenn ein Landtagsabgeordneter aus dem Bezirk die Wirtschaft pauschal als „Jammerhaufen“ bezeichnet und damit die Lage der Bürger im Bezirk völlig verkennt. „Durch Realitätsverweigerung in der Politik werden wir die Situation jedoch sicher nicht in den Griff bekommen“, sagt WKO-Steiermark-Vizepräsident Andreas Herz, selbst Unternehmer aus Mooskirchen und wohnhaft in Söding-St. Johann.

In Voitsberg gärt es: Die Wirtschaft im Bezirk gerät zusehends unter Druck und kritisierte zuletzt nicht nur die mutwillige Verlängerung der Baustelle an der zentralen „WEZ-Brücke“ bis knapp vor Weihnachten und die geplante dreijährige Bauzeit bei der Sanierung der Umfahrung. Vor allem sauer aufgestoßen hat es den Unternehmen in der Region, dass das Land zwar die Packer Bundesstraße (B70) als „Lebensader des Bezirkes nach Graz“ bezeichnet, der geplante Ausbau aber dennoch erst 2027 starten soll. Dies verstärkt in der Region lediglich den Eindruck, dass man im „steirischen Zentralraum“, den Voitsberg mit Graz und Graz-Umgebung eigentlich bilden soll, lediglich „ein Anhängsel des urbanen Gebietes“ sei. „Die letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass Voitsberg und die Landeshauptstadt mit ihrem Speckgürtel nicht zusammenpassen. Das unterstreicht auch die aktuelle Entscheidung, die B70 erst in zehn Jahren auszubauen. Eine besondere Herzensangelegenheit ist diese Angelegenheit dem Land also scheinbar nicht“, kritisiert WKO-Steiermark-Vizepräsident Andreas Herz, selbst Unternehmer aus Söding.

In Voitsberg steht vor vielen Kennzahlen ein großes Minus

Dabei bräuchte die Region dringend Investitionen und eine Perspektive, die es aus Sicht der Wirtschaft als Anhängsel im steirischen Zentralraum eben nicht gibt. Denn sämtliche Kennzahlen in der Entwicklung der letzten Jahre zeigen eine deutliche Abwärtsbewegung: Laut dem Wirtschaftspolitischen Berichts- und Informationssystem des Landes Steiermark hat der Bezirk seit 2010 beispielsweise deutlich weniger Arbeitgeberbetriebe (-45) und hinkt im Steiermarkvergleich etwa im Tourismus hinterher. Die Gründungen stagnieren im Jahresschnitt – und das, obwohl mit Freiwerden des ÖDK-Geländes noch vor einigen Monaten von einem neuen weststeirischen „Silicon Valley“ gesprochen wurde. Besonders dramatisch ist die Situation aber bei den Lehrlingen: Seit 2010 gibt es um 158 Lehrlinge weniger – das ist ein Minus von mehr als 34 Prozent und wird die demographische Entwicklung, die auch vor dem Bezirk Voitsberg nicht Halt macht, noch weiter verschärfen: Die Bevölkerungsbilanz ist tief negativ, bis 2030 wird der Bezirk knapp 2.000 Einwohner (das sind vier Prozent) verlieren – und weitere 1.000 bis 2040. „Wir sehen uns also einer Situation gegenüber, die objektiv betrachtet ein existenzielles Problem für den Bezirk darstellt. Wenn sich dann der SPÖ-Landtagsabgeordnete Karl Petinger, der als Maria Lankowitzer eigentlich wissen sollte, wie es den Leuten im Bezirk geht, hinstellt und jene als Jammerhaufen denunziert, die die Situation aufgrund der Faktenlage kritisieren, dann fällt das in die Kategorie Realitätsverweigerung“, findet Herz klare Worte.

Vorschläge der Wirtschaft liegen seit Jahren auf dem Tisch

Dabei könne man durchaus etwas tun, um die Situation zu verbessern. „Die Wirtschaft fordert seit Jahren eine Zusammenlegung der Kernraumgemeinden zu einer Weststeirercity. Damit könnte man effizient planen und entwickeln. Außerdem brächte das zusätzliche Ressourcen in die Region, die man für dringend nötige Investitionen nutzen könnte“, so Herz. Die Mehrheit der Bevölkerung sei für die Zusammenlegung – die Politik jedoch habe sich gegen das „Kirchturmdenken in der Region“ nicht durchgesetzt. „Jetzt haben wir die Situation, dass bei einer Fahrt durch die Voitsberger Innenstadt die Leerstände der Geschäftslokale ins Auge springen und damit ein beklemmendes Gefühl bei Gedanken an die Zukunft erzeugen“, kritisiert Herz. „Wer diese Fakten einfach vom Tisch wischt und als Jammerei abtut, beweist nicht gerade großen Weitblick.“ 


Rückfragehinweis:

Andreas Herz
Vizepräsident WKO Steiermark
Unternehmer in Mooskirchen
wohnhaft in Söding-St. Johann
M 0664/81 79 383

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