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"Beruf und Familie müssen besser vereinbar sein"

Sozialpartnerorganisationen und Junge Industrie mahnen weitere Maßnahmen zu Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein – unter anderem einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag.

 Nina Zechner, Gabi Lechner, Helga Ahrer, Maria Pein, Patricia Berger (v.l.)
© Foto Fischer Überbrachten das Forderungspaket und die Einladung zum gemeinsamen "Kinderbetreuungsgipfel" der Regierung: Nina Zechner, Gabi Lechner, Helga Ahrer, Maria Pein, Patricia Berger (v.l.)

Jetzt Kinderbetreuung und Elementarbildung stärken – dafür machten sich die Sozialpartnerorganisationen (WKO, AK, LK und ÖGB) gemeinsam mit der Industriellenvereinigung (IV) im Zuge eines österreichweiten Aktionstags stark. Konkret gefordert wird unter anderem ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag. „Beruf und Familie müssen in Zukunft besser vereinbar sein, hier müssen endlich Taten gesetzt werden“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. (vollständiger Text im Downloadbereich).

Bedarf versus Realität

Denn auch wenn sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den vergangenen Jahren zu einem gesellschaftlichen Schlüsselthema entwickelt habe, sei das Ziel einer familienfreundlichen Berufswelt noch nicht erreicht, erklären Gabi Lechner (WKO), Nina Zechner (IV), Helga Ihrer (ÖGB), Maria Pein (LK) und Patricia Berger (AK). Ein wesentlicher Faktor sei hier die Kinderbetreuung – aber entsprechende Angebote seien nach wie vor nicht flächendeckend vorhanden. Auch die Statistik zeige, wie sehr Realität und Bedarf hier auseinanderklaffen: So wurden im Jahr 2019  österreichweit 27,6 Prozent der unter 3-jährigen Kinder in Kindertagesheimen betreut. Neben Wien mit 44 Prozent übertraf nur noch das Burgenland (34 Prozent) das Barcelona-Ziel von zumindest 33 Prozent Betreuungsquote. 

Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz ab dem ersten Geburtstag

"Frauen sind besser gebildet als jemals zuvor und unverzichtbar für den Arbeitsmarkt. Mit gut ausgebauter Kinderbetreuung kehren sie schneller an den Arbeitsplatz zurück und sind zeitlich flexibler. Vor allem die weiblichen Beschäftigten bekommen damit die Chance auf stabile Erwerbskarrieren, gute Einkommen und später eine entsprechend höhere Pension. Investitionen in Elementarbildung und Kinderbetreuung sind damit ein Beschäftigungs- und Konjunkturmotor", erklärt WKO-Vizepräsidentin Gabi Lechner. Deswegen müsse sichergestellt werden, dass alle Kinder einen Platz in einer elementaren Bildungseinrichtung bekommen.

Es soll daher mittelfristig einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag geben. Dieser muss in der Praxis aber auch einlösbar sein. Dafür braucht es vor allem für Kleinkinder mehr Plätze und insgesamt bessere Öffnungszeiten. Um den Ländern und Gemeinden für die Umsetzung Planungssicherheit sowie ausreichend Zeit für die fundierte Ausbildung der künftigen Pädagoginnen und Pädagogen zu geben, braucht es eine Übergangsphase. Der Rechtsanspruch soll daher in zwei Etappen erfolgen, und zwar ab Herbst 2023 ab dem zweiten Geburtstag gelten und ab Herbst 2025 ab dem ersten Geburtstag des Kindes. Die täglichen und jährlichen Öffnungszeiten müssen so gestaltet sein, dass sie eine Vollzeitarbeit für beide Eltern ermöglichen.


Forderungen der Sozialpartnerorganisationen und der IV (u.a.):


  • Rechtsanspruch auf einen Platz in der Kinderbetreuung ab dem 2. Geburtstag ab 2023 und ab dem 1. Geburtstag ab 2025. Dieser Platz muss hochwertig, ganztägig sowie ganzjährig verfügbar und leistbar sein.

  • Weiterer Ausbau, insbesondere bei den Unter-3-Jährigen und eine Ausweitung der Öffnungszeiten, um einen Anspruch auf Kinderbetreuung auch umsetzen zu können.

  • Vereinbarkeit der Öffnungszeiten mit einer Vollzeitbeschäftigung der Eltern – auch im Hinblick auf die Zahl der Schließtage.

  • Zielgerichtete und unbürokratische Förderungen für die Errichtung von Betriebskindergärten.

  • Prüfung steuerlicher Hürden für den Ausbau und die Nutzung von Betriebskindergärten.

  • Rasche Aufstockung der 15a-Vereinbarung um den Ausbau der Kinderbetreuung.

  • Mittelfristig muss Österreich bei den Investitionen in frühkindliche Bildung auf den EU-Schnitt von ein Prozent vom Bruttoinlandsprodukt aufschließen.

  • Die Verteilung der Mittel muss durch ein transparentes Modell erfolgen, das die laufende Finanzierung mit der konkreten Leistung verknüpft.

  • Mehr Betreuungsangebote durch Tageseltern als wichtige Ergänzung, etwa zu Randzeiten oder an Wochenenden.

  • Gesicherte elementarpädagogische Betreuungsqualität neben dem quantitativen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze.

"Um hier einen nachhaltigen Impuls zu setzen, werden wir gemeinsam auf Politik und Experten zugehen und im Herbst zu einem großen Kinderbetreuungsgipfel in der Steiermark einladen." 
Gabi Lechner (WKO), Nina Zechner (IV), Helga Ahrer (ÖGB), Maria Pein (LK) & Patricia Berger (AK).


Statements der Sozialpartnerorganisationen und der Jungen Wirtschaft:

WKO Steiermark Vizepräsidentin Gabi Lechner: „Wir sind dem Ziel einer familienfreundlichen Arbeitswelt in den vergangenen Jahren zwar etwas nähergekommen, haben es aber noch immer nicht erreicht. Besonders wichtig wäre ein Ausbau der frühkindlichen Betreuung und Bildung, denn sie erfüllt zwei wesentliche Funktionen: Sie unterstützt die elterliche Arbeitsmarktteilnahme und fördert die Kindesentwicklung. Aus diesem Grund setzen wir uns für einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Geburtstag ein. Allen Kindern soll ein Platz in einer elementaren Bildungseinrichtung zur Verfügung stehen – das wäre nicht nur ein Schlüssel zur Lösung vieler Probleme, sondern eher ein ganzer Schlüsselbund.“

AK Steiermark Vizepräsidentin Patricia Berger: "Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steckt leider in den Kinderschuhen. Das soll sich durch den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ändern. Hierfür ist es aber auch notwendig, dass die Gemeinden mit den laufenden Kosten nicht alleine gelassen werden. Die Elementarbildung gehört gerecht finanziert: Gemeinden, die mehr Plätze schaffen, sollen dafür belohnt
werden. Investitionen in Kinderbetreuung und Elementarbildung schaffen Arbeitsplätze und generieren Rückflüsse an die öffentliche Hand. Außerdem tragen sie zu besseren Erwerbschancen von Frauen und Bildungskarrieren von Kindern bei. Eine Veränderung in der Budgetpolitik ist notwendig!“

Maria Pein, Vizepräsidentin Landwirtschaftskammer Steiermark: „Ziel unserer Forderungen ist es auch, den ländlichen Raum zu stärken. Frauen und junge Familien sollen hier ihren Lebensmittelpunkt finden und nicht gezwungen sein abzuwandern. Neben attraktiven Arbeitsplätzen, insbesondere für gut gebildete Frauen, sind Betreuungsangebote ein wichtiger Faktor. Ein so ambitioniertes Programm umzusetzen, ist natürlich eine Herausforderung. Es braucht entsprechende finanzielle Mittel und eine Anstrengung des Bundes, gemeinsam mit den Ländern und Gemeinden. Dabei möchte ich festhalten, wie wichtig es ist die Länder und Gemeinden zu unterstützen, etwa durch eine rasche Aufstockung der 15a-Vereinbarung über die Elementarpädagogik.“

Nina Zechner, Geschäftsführerin der Jungen Industrie/Industriellenvereinigung Steiermark: „Der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung steht auch für das Recht der Kinder auf Bildung und damit auf Chancengleichheit vom frühestmöglichen Zeitpunkt an. Kinderbetreuung ist aber nur eine der vielen Dimensionen des Themas Vereinbarkeit. Wir müssen vor allem mehr Bewusstsein schaffen und etwa über die karrieretechnischen und finanziellen Spätfolgen langer Karenzzeiten aufklären.“

Helga Ahrer, stellvertretende Landesvorsitzende ÖGB Steiermark: „Eltern sollen darauf vertrauen können, dass bei der Bildung und Betreuung ihrer Kinder keine Abstriche gemacht werden. Deswegen fordern wir einen konsequenten Ausbau des Kinderbetreuungs- und Kinderbildungsangebotes, um jedem Kind eine ganzjährige, ganztägige, flächendeckende, kostenlose und vor allem qualitativ hochwertige Betreuung zu gewährleisten. Damit Kinderbetreuung keine Frage des Geldes mehr ist und für Eltern ein sorgenfreies Leben und eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich wird.“

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