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Bahn setzt auf Klein- und Mittelbetriebe

Die ÖBB investieren bis 2023 rund 2,8 Milliarden Euro in der Steiermark und setzen dabei vor allem auf KMU. Warum, erklärte ÖBB-Generaldirektor Andreas Matthä  im großen Interview mit der „Steirischen Wirtschaft“.

Andreas Matthä (56) ist seit Mai 2016 Vorstandsvorsitzender der ÖBB­-Holding AG.
© Foto Fischer Andreas Matthä (56) ist seit Mai 2016 Vorstandsvorsitzender der ÖBB­-Holding AG.

Herr Generaldirektor, wie wichtig ist die steirische Bahnindustrie für die ÖBB?
Andreas Matthä: Die traditionell mobilitätsstarke Steiermark ist insbesondere im Infrastrukturbereich als Zulieferer tätig. So werden intelligente Weichensysteme aus Zeltweg von der Voestalpine eingesetzt, Drehgestelle vom Siemens-Kompetenzzentrum aus Graz und Stahlbaugruppen sowie Gussteile von der Maschinenfabrik Liezen. Darüber hinaus ist die steirische „Boom-Software“ aus Leibnitz seit knapp 20 Jahren Software-Lieferant im Instandhaltungsbereich. Wir forcieren hier gezielt auch kleine und mittlere Betriebe, um deren Flexibilität und Innovationskraft zu nutzen.

Können Sie uns dafür einige konkrete Beispiele nennen?
Matthä:
Etwa die „Prüfbau“, die den ÖBB Qualitätsprüfungen in den Bereichen Asphalt, Beton, Gestein und Umweltanalytik liefert - aktuell etwa beim Bahnhofs­umbau in Frohnleiten. Oder die Granit-Bau, die sich auf Neubau und Erhaltung von Unterbau spezialisiert hat. Ein drittes Beispiel wäre die Hereschwerke Regeltechnik GmbH, die bei der Errichtung der 50-Hertz-Anlage des neuen Grazer Hauptbahnhofs Auftragnehmer der ÖBB war. Ein weiterer Spezialist aus der Steiermark ist die BRM-Recycling als Spezialist für Entsorgung und Herstellung von Recyclingbaustoffen, ebenfalls derzeit beim Bahnhof Frohnleiten im Einsatz.

Mit der Koralmbahn und dem Semmeringtunnel gibt es derzeit zwei Mega-Projekte im Steirerland. Wo wird sonst noch investiert?
Matthä:
Allein 2018 wurden 408 Millionen Euro für die Modernisierung der lokalen Bahnstrecken, Bahnhöfe, Park&Ride-Anlagen und für die Tunnel aufgewendet, 2019 folgen weitere 381 Millionen. Bis 2023 werden es 2,8 Milliarden Euro sein, die allein in der Steiermark verbaut wurden. Die wirtschaftliche Komponente der Bahn ist also bemerkenswert.

Mit Eröffnung der Koralmbahn im Laufe des Jahres 2025 wird die Hauptlast des Verkehrs über Graz laufen. Was bedeutet das für das Ballungszentrum?
Matthä:
Mit rund 15 Millionen Kunden pro Jahr ist Graz schon jetzt einer der größten Bahnhöfe Österreichs und ein bedeutender Verkehrsknoten. Das wird sich mit Fertigstellung der Koralmbahn noch einmal verstärken. Graz ist damit international deutlich besser angebunden. Die Fahrzeiten Richtung Wien und Klagenfurt sowie weiter ins Ausland reduzieren sich deutlich. Außerdem entstehen sowohl am Semmering als auch mit dem Koralmtunnel Bahnstrecken mit geringer Neigung: Dadurch sinken die Transportkosten und die Umweltbelastung.

Damit einher geht jedoch im Murtal die Befürchtung, zum „Nebengleis“ degradiert zu werden. Wie wird sich die Situation dort entwickeln?
Matthä:
Sie haben es bereits gesagt, die Hauptlast des Verkehrs wird dann über Graz gehen. Vor allem der überregionale Güterverkehr wird auf die Koralmbahn verlagert. Die Strecke Bruck/Mur bis St.Veit/Glan bleibt jedoch eine wichtige Ergänzung zur Koralmbahn, und auch im Personenverkehr wird es weiter ein sehr attraktives Angebot für die Kunden und das Erfolgskonzept S-Bahn geben.

Welche Bedeutung haben ­dabei das Cargo Center Graz und der wachsende Logistik­standort südlich der Stadt für die ÖBB?
Matthä:
Das Cargo Center Graz ist für mich ein Vorzeigeprojekt für ein Public-Private-Partnership. Aus meiner Sicht ist es schon jetzt ein maßgeblicher Standort- und Wirtschaftsfaktor, der sich künftig – direkt an einer der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung in Europa, der Baltisch-Adriatischen Achse liegend – noch weiter verstärken wird. Bis inklusive 2017 wurden dort 290 Millionen Euro investiert, die Betriebe am Standort beschäftigen mehr als 1.650 Mitarbeiter.

Zur Person:

Andreas Matthä (56) ist seit Mai 2016 Vorstandsvorsitzender der ÖBB­-Holding AG. Der in Villach Geborene absolvierte eine HTL für Tiefbau und stieg bereits mit 20 Jahren bei den ÖBB ein. Ab 1982 war er in der ÖBB-Bauleitung Wien für Brückenbau und Tiefbau, ab 1986 in der Generaldirektion Brückenbau tätig. 2005 wurde er Prokurist und Geschäftsbereichsleiter Controlling und Finanzen der ÖBB-Infrastruktur AG, deren Vorstandssprecher er von 2008 bis 2009 auch war. Ab 2008 war er Vorstand für Anlagen, ab 2009 Vorstand für Finanzen, Markt und Service.

Warum die steirischen Bahnzulieferer "First Class" sind, lesen Sie hier.

Von Klaus Krainer

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