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Bäckerin holt sich den Sieg

Einen Betrieb erfolgreich zu übernehmen ist keine leichte Aufgabe. Die besten Nachfolger der Steiermark wurden nun ausgezeichnet.

Große Freude bei den Preisträgern und Sponsoren des Follow-me-Awards. Bäckerin Bianka Tengg (Reihe 1, 3.v.l.) holte sich den Titel.
© Foto Fischer Große Freude bei den Preisträgern und Sponsoren des Follow-me-Awards. Bäckerin Bianka Tengg (Reihe 1, 3.v.l.) holte sich den Titel.

Einen Betrieb erfolgreich zu übernehmen, ist keine leichte Aufgabe. Um die Leistung von erfolgreichen Nachfolgern zu honorieren, holt die Wirtschaftskammer gemeinsam mit dem Land Steiermark und zahlreichen Partnern und Sponsoren die besten Betriebsübergaben vor den Vorhang, um sie mit dem begehrten „Follow-Me-Award“ auszuzeichnen. 900 Betriebe werden jährlich in neue Hände übergeben, zwölf davon wurden für den Award 2018 nominiert. In einem kombinierten Online- und Offlinevoting sammelten die Finalisten im Oktober mehr als 25.000 Stimmen.

Zur „Nachfolgerin des Jahres“ und somit Gesamtsiegerin mit den meisten Stimmen wurde in diesem Jahr Bäckermeisterin Bianka Tengg gewählt. Mit einem Stimmenrekord von 8.714 Stimmen holte sich die Weizerin mit ihrer Bäckerei Tengg auch den ersten Platz in der Kategorie „Interne Nachfolge“. Der Familienbetrieb wird nun bereits in dritter Generation geführt und konnte sich im Laufe der letzten sechs Jahrzehnte einen großen Kundenstock aufbauen. Die Bäckerei und das Cafe in Weiz sind ebenso wie der Stand am Kaiser-Josef-Platz in Graz der ganze Stolz der Nachfolgerin: „Mein Großvater und Vater haben es geschafft, dass wir als Bäckerei weithin bekannt sind. Davon profitiere ich jeden Tag, weil ich mir über Werbung nicht so viele Gedanken machen muss“, freut sich Tengg.

Trotzdem möchte sich die Award-Gewinnerin nicht auf den Erfolgen ausruhen: Vor allem im Liefergeschäft plant Tengg zukunftsweisende und nachhaltige Veränderungen: „Die Umstellung auf Elektromobilität wird Stück für Stück bei den Lieferautos umgesetzt, für die nahen Zustellungen werden schon jetzt Elektro-Fahrräder eingesetzt. Aufgrund des gesellschaftlichen Wandels muss man bereit sein, auch Bewährtes in Frage zu stellen. Man darf nicht an Überholtem festhalten.“ Das heißt aber nicht, dass Traditionen und altes Know-how zur Gänze verschwinden: Das hauseigene Bauernbrot etwa wird nach althergebrachter Methode in fünf Stufen über zwei Tage hergestellt. Damit werde sichergestellt, dass alle Enzyme und Bakterien voll verbacken sind. „Wie viel Zeit da drin steckt, schmeckt man. Wir achten in unserer Backstube penibel darauf, wann unser Sauerteig welche Temperatur braucht, um zum besten Schwarzbrot zu werden“, sagt die stolze Bäckermeisterin, die den Preis aus den Händen von WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl erhalten hat.

Dazu gab es Tipps von Franz Kerber, dem stv. Vorstandsvorsitzenden der Steiermärkischen Sparkasse, die die Initiative seit vielen Jahren unterstützt. „Von großer Bedeutung ist vor allem, ob und wie Produkte auch über digitale Plattformen vertrieben und neue Märkte erkannt werden können.“

Platz zwei: Ein Wirt mit viel Liebe zu Beruf und Detail

Fabian Palz hat sich die Übernahme des Gastrobetriebes „GenussHirsch“ in Donnersdorf gut überlegt: Jahrelang hörte er Wirte nur jammern. Irgendwann wollte er sich aber selbst davon überzeugen, ob sich ein Betrieb nicht auch ohne Jammern und nach seinen Vorstellungen führen ließe. „Ich habe sehr klare Vorstellungen davon, wie mein Leben als Wirt aussieht. Schließlich kann ich es mir selbst richten, wann ich offen habe und wann nicht“, so Palz. Mit Stolz führt der junge Unternehmer nun den elterlichen Betrieb auf seine eigene Art und Weise weiter. „Mit ihrer Unterstützung im Hintergrund ist es eine tolle Chance für jeden Jungunternehmer, nicht bei Null beginnen zu müssen.“
Dennoch geht der junge Wirt seinen eigenen Weg: Ein freier Sonntag etwa war für den langjährigen Koch zum Luxus geworden, den er sich nun als Selbständiger erfüllen konnte. Auch wenn sich manche Stammgäste erst daran gewöhnen müssen, gibt ihm der Erfolg recht: 5.767 Stimmen machten Palz zum Zweitplatzierten in der Kategorie „Interne Übergabe“.

Platz drei für Nachfolger, der sich fast alles „braut“

Drei Viertel aller Übernehmer entwickeln im Zuge des Nachfolgeprozesses ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung – so auch Martin Hofer im „Toni Bräu“ in Wagenbach. „Aus der Maische unseres Biers habe ich begonnen, den „Toni Woka Styrian Whisky“ zu entwickeln. Ich werde sicherlich keinen bekannten Geschmack imitieren, sondern einen steirischen Weg kreieren“, so Hofer. Selbstverständlich finden sich auch die altbewährten Biersorten nach der Übernahme des Betriebs von Vater Toni Hofer noch im Sortiment und bilden das Rückgrat und die Basis für Innovationen und Weiterentwicklungen. „Wir brauen ein naturtrübes und naturbelassenes Bier, das durch seine natürlich entstandene Kohlensäure einen besonders süffigen Charakter bekommt“, erzählt der Jungunternehmer stolz, der sein Bier im hauseigenen Gewölbekeller anbietet. Gebraut werden helle, dunkle und saisonale Biere – etwa auch Weizen- und Kräuterbiere.
Mit 4.531 Stimmen sicherte sich der Oststeirer den dritten Platz in der Kategorie „Interne Nachfolge“.


Mit Herz für Bio zum Award für „externe Nachfolge“

„Ich habe sofort gewusst, dass ich hier richtig bin, als ich das Geschäft betreten habe. Im „BioHerz“ kaufen Menschen ein, die eine natürliche Qualität suchen – sowohl in der Betreuung als auch in den Produkten“, sagt Elke Grossek, die zur Siegerin in der Kategorie „Externe Nachfolge“ gekürt wurde. Der Mikrobiologin und erfahrenen Gesundheitsexpertin ist der Austausch mit den Menschen enorm wichtig: „Unsere Kunden kommen mit besonderen Anliegen wie Unverträglichkeiten oder speziellen Ansprüchen zu uns. Das passende Produkt zu finden, verstehe ich als unsere Aufgabe.“ Binnen 30 Jahren hat sich das BioHerz in Graz einen treuen Kundenstock aufbauen können, von dem die Nachfolgerin nun profitieren kann. Bereits ein halbes Jahr vor der Übernahme begann Grossek im Geschäft mitzuarbeiten, um die Abläufe besser kennen zu lernen. „Ich war von der Vorstellung angetan, mein Wissen mit dem Standing des Reformhauses zu kombinieren. Es war so viel wertvolles vorhanden und ich hatte viele Ideen für die  Weiterentwicklung“, so Grossek.

Mit 2.427 Online-Votes zum Sonderpreis geklickt

Mit 2.427 von insgesamt 3.072 Stimmen holte sich Wolfgang Moser aus Murau den Sieg in der Kategorie „meiste Online-Votes“. Moser arbeitet bereits in der vierten Generation von Schneider Haustecknik und bietet damit rund 40 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz in Murau. „Ich stelle mich mit einem Top-Team den digitalen Herausforderungen unserer Branche und kümmere mich darum, dass unsere Aufträge richtig Freude machen“, so Moser. Zum Kerngeschäft gehören dabei Heizungsanlagen, erneuerbaren Energieformen und alles rund um Badezimmer und Wellness.
Für WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk zeigt auch dieses Beispiel, dass es wichtig ist, „Innovationen mit traditionellem Handwerk zu verbinden. Die Auszeichnung der ,Nachfolger des Jahres‘ ist ein Ausdruck unserer Wertschätzung stellvertretend für viele Übernehmer, die regional Verantwortung tragen“, so Herk. Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl betont: „Die Gewinner beim Follow-me-Award sind Vorbilder für künftige Betriebsnachfolger, die sich auf die Herausforderung Betriebsnachfolge einlassen wollen.

Die Initiative „Follow-me“ hat die Aufgabe, Übergaben und Nachfolgen in steirischen Betrieben einzuleiten und zu begleiten. Alle Infos dazu gibt es im Internet: https://bit.ly/2AtOhSL

Von Miriam Defregger

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