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Ein Bäcker hat Biss auf Tradition

Der Deutschlandsberger Meisterbäcker Wolfgang Bartl übernimmt die kürzlich geschlossenen Grazer Traditionsstandorte von Wölfl und Strohmayer.

Wolfgang Bartl übernimmt die kürzlich geschlossenen Grazer Traditionsstandorte.
© Foto Fischer Wolfgang Bartl übernimmt die kürzlich geschlossenen Grazer Traditionsstandorte

Zwei Traditionsbetriebe auf einen Schlag zu übernehmen, das war auch für Wolfgang Bartl ein großer Deal. Während sich der Andritzer Bäcker August Wölfl spontan für die Schließung seines Betriebes in Andritz nach 70 Jahren entschlossen hat, war das Aus in der Backstube von Andreas Strohmayer nach 287 Jahren schon geraume Zeit beschlossene Sache.

Klares Bekenntnis für die Qualität

„Versteht sich von selbst, dass viele renommierten Kollegen Schlange gestanden sind, um die Nachfolge in den Verkaufsstellen in Andritz im Mai und in der Grazer Sackstraße im Juni anzutreten.“ Dass er den Zuschlag in beiden Fällen bekommen hat, das wertet der Deutschlandsberger Unternehmer als klares Bekenntnis für die Qualität seiner Produkte, die von den scheidenden Traditionalisten natürlich kritisch unter die Lupe genommen wurde. „Wir verzichten bei Mehlspeisen und Gebäck auf jede Chemie und arbeiten nur mit natürlichem Sauerteig“, zeigt sich der Bäckermeister stolz, der rund 45.000 Euro in die Hand genommen hat, um in die Zukunft zu investieren, die ja nicht für alle heimischen Branchenkollegen rosig scheint.

Brot seit dem Jahr 1654

„Ich hatte eigentlich keine andere Wahl, als zu expandieren, um meine Produktionsstube nach dem Shutdown wieder in die Umsatzzone hoch zu fahren.“ Der Einsatz scheint sich gelohnt zu haben, in der Backstube in Deutschlandsberg, in der übrigens bereits seit dem Jahr 1654 Brot und Gebäck aus dem Ofen gezogen wird,  wurde der Mitarbeiterstand auf elf aufgestockt, im Verkauf und in den Cafés kamen neun Angestellte dazu, womit die Mannschaft auf gesamt 37 Köpfe angewachsen ist, die drei Filialen in Deutschlandsberg und die beiden neuen Grazer Standorte betreuen. Weitere Expansionspläne hegt der ambitionierte Unternehmer nicht, „es geht jetzt darum, alle Standorte zu festigen und weiter an der Qualitätsschraube zu drehen.“ Was Bartl noch stolz macht? „Wir verkaufen die berühmten Wagner-Brezen, die nach wie vor die Handschrift von Strohmayer tragen, auch künftig in unserer Grazer Filiale.“

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