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Sozialpartner starten Offensive für Digitalisierung

Industrie 4.0 und die Digitalisierung stellen neue Herausforderungen dar: Mit einem Wertekatalog wollen die Sozialpartner diesen künftig begegnen. 

Präsentieren den Wertekatalog: AK-Präsident Josef Pesserl, WK-Präsident Josef Herk, IV-Präsident Georg Knill, LWK-Präsident Franz Titschenbacher und ÖGB-Landessekretär Wolfgang Waxenegger (v.r.)
© Konstantinov Präsentieren den Wertekatalog: AK-Präsident Josef Pesserl, WK-Präsident Josef Herk, IV-Präsident Georg Knill, LWK-Präsident Franz Titschenbacher und ÖGB-Landessekretär Wolfgang Waxenegger (v.r.)

Der digitale Wandel wird unsere Gesellschaft und unsere Arbeitsweise massiv verändern. Wie und in welchem Ausmaß, das lasse sich im Detail allerdings noch schwer prognostizieren, stellte Heinz Kurz, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Graz und Leiter des Schumpeter-Zentrums, im Rahmen der Themenschwerpunktspräsentation der steirischen Sozialpartner fest. Im Fokus dabei: die Auswirkungen der digitalen Revolution auf den Arbeitsmarkt.  Über diese haben die Präsidenten von Wirtschafts- (Josef Herk), Arbeiter- (Josef Pesserl), und Landwirtschaftskammer (Franz Titschenbacher) gemeinsam mit der Industriellenvereinigung  (Georg Knill) sowie dem ÖGB (Landessekretär Wolfgang Waxenegger) und dem AMS (GF Karl-Heinz Snobe) vergangenen Freitag im Audimax der FH Joanneum debattiert – und auch gleich einen ersten, konkreten Schritt gesetzt. Ein gemeinsamer Wertekatalog (siehe unten) wurde der Öffentlichkeit präsentiert und – dem Anlass entsprechend – digital unterzeichnet. Dieser soll nun Grundlage für alle weiteren Sozialpartner-Maßnahmen sein, für die sich eine umfangreiche Studie des Joanneum Research gerade in Ausarbeitung befindet. 

Chancen und Risiken

Weiteren Input lieferte der Experte: „Smarte Technologien, virtuelle Unternehmen, künstliche Intelligenz und ein durch das Internet globalisierter Markt mit unzähligen Mitbewerbern“ seien nur wenige der Herausforderungen, denen man laut Kurz als Unternehmer begegnet beziehungsweise noch verstärkt begegnen wird. Und auch auf Arbeitnehmerseite bleibe durch die „Industrie 4.0“ kein Stein auf dem anderen: So würden durch fortschreitende Automatisierung einige Berufsfelder nahezu verschwinden, ebenso fordere die sogenannte „Plattformarbeit“ (Quasi-Selbständige) traditionelle Beschäftigungsverhältnisse heraus. Da „jeder Fortschritt auch Verlierer erzeugt“, liegt es laut Kurz an der Gesellschaft selbst, durch Unterstützung dieser Menschen die gesellschaftliche Spaltung möglichst gering zu halten.„Wir wollen als Sozialpartner den Menschen Angst vor der Digitalisierung nehmen und den Wandel bestmöglich gestalten. Wenn wir hier also gemeinsam arbeiten, dann kann die Steiermark künftig zu den großen Gewinnern der Digitalisierung zählen. Denn die Chancen überwiegen hier bei weitem“, merkte Herk abschließend an. 

Mehr dazu auf wko.tv

Hier können Sie den Wertekatalog downloaden.

Das steht im neuen Wertekatalog: 

Zusammen durch den digitalen Wandel: Welchen gemeinsamen Werten folgen die Sozialpartner?

Ziel des sechs Punkte umfassenden Wertekatalogs ist es, einen allgemein gültigen Rahmen zu schaffen, um den Herausforderungen der Digitalisierung in Zukunft besser begegnen zu können. 

• "Sicherheit & Vertraulichkeit“: Dieser Wert steht für den Schutz von personenbezogenen Daten. 

• "Entwicklungsbereitschaft & Voraussicht“: Der Punkt bezieht sich auf das Schaffen von zukunftsfähiger Ausbildung. 

• "Individualität & Fairness“: Dieser Themenbereich soll faire Lösungen für jedermann schaffen. 

• "Transparenz und Offenheit“: Dieser Punkt umfasst das ständige Überprüfen von technischem Fortschritt. Die Ergebnisse werden gemäß der Werte der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

•"Verantwortung und Sorgfalt“: Dieser Wert steht für die Schaffung von Prozessen, welche den Verlust von menschlicher Autonomie früh erkennen sollen. 

• "Vertrauen und Solidarität“: Dieser Punkt steht für solidarisches Handeln aller Beteiligten.

Von Sarah Gritsch

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