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Auslandskunden in der Kfz-Werkstatt

Wer an Fahrzeugen mit ausländischem Kennzeichen Hand anlegt, muss steuerlich einiges beachten. Was genau, darüber informiert der Experte.

Überprüfung in Kfz-Werkstatt
© stock.adobe.com Bei Auslandskunden ist in der Kfz-Werkstatt einiges zu beachten.
Grundsätzlich ist zu prüfen, ob der Kunde eine Privatperson oder ein Unternehmer ist. Außerdem ist es maßgeblich, ob eine Reparatur durchgeführt wird, ob Ausrüstungsgegenstände (z. B. Reifen) geliefert oder ob Gegenstände zur Versorgung des Kfz (z. B. Treib­stoffe) eingekauft werden.

Christian Haid, Experte im WKO-Rechtsservice, mit den Details: „Bei der Reparatur eines Kfz muss überprüft werden, ob es sich um eine Werklieferung (Materialeinsatz umfasst mehr als 50 Prozent) oder eine Werkleistung (Materialeinsatz weniger als 50 Prozent) handelt. In beiden Fällen kann die Leistung – sofern sie an einen Unternehmer erbracht wird – ohne Umsatzsteuer verrechnet werden.“

Bei Werkleistungen handelt es sich um einen sogenannten Reverse-Charge-Fall mit Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger im Ausland. Bei Werklieferungen liegt eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung oder eine steuerfreie Ausfuhrlieferung vor, für die ein entsprechender Ausfuhrnachweis zu erbringen ist. 

Kunden aus der EU und Drittländern

Haid: „Ist der Unternehmerkunde aus der EU, muss er seine UID-Nummer angeben, kommt der Unternehmer hingegen aus einem Drittland, muss eine Unternehmerbescheinigung (ähnlich unserem U70) vorgelegt werden.“ Ist der Kunde eine Privatperson, dann gilt das österreichische Umsatzsteuergesetz. Werden Ausrüstungsgegenstände, wie z. B. Ersatzteile, Zubehör oder Sonderausstattungen, die bereits bestimmungsgemäß verwendet werden oder mit dem Kfz fest verbunden sind, geliefert, sind diese in jedem Fall in Österreich umsatzsteuerpflichtig. Haid: „Die bezahlte Umsatzsteuer kann von ausländischen Unternehmern im Vorsteuererstattungsverfahren zurückgeholt werden.“

Befinden sich die Ausrüstungsgegenstände noch in der Originalverpackung bzw. werden sie noch nicht bestimmungsgemäß verwendet, handelt es sich, unter der Voraussetzung, dass ein entsprechender Ausfuhrnachweis erbracht werden kann, um eine steuerfreie Ausfuhrlieferung bzw. um eine steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung bei Unternehmern.

Privatpersonen aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet muss für diese Gegenstände österreichische Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden.
Gegenstände zur Versorgung eines Kfz, wie z. B. Treibstoffe, Motoröle, Bremsflüssigkeit oder Frostschutzmittel, die in das Kfz eingefüllt werden, sind in jedem Fall in Österreich umsatzsteuerpflichtig. Die bezahlte Umsatzsteuer kann, auch hier unter den üblichen Vo­raussetzungen, von ausländischen Unternehmern im Vorsteuererstattungsverfahren zurückgeholt werden. Haid: „Abschleppdienste werden – sofern sie an ausländische Unternehmer erbracht werden – ohne Umsatzsteuer mit Reverse-Charge-Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger verrechnet. Wird diese Dienstleistung für eine ausländische Privatperson erbracht, muss für Transporte in Österreich und innerhalb der EU österreichische Umsatzsteuer in Rechnung gestellt werden.“

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