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Auch die Traditionshäuser müssen mit der Zeit gehen

Klaus Friedl, neuer Gastronomie-Obmann, spart im persönlichen Gespräch nicht mit Kritik. An den Politikern, aber auch an seinen Branchen-Kollegen.

Klaus Friedl in den Tourismusschulen Bad Gleichender
© Lienhardt Klaus Friedl (re) zu Besuch an den Tourismusschulen Bad Gleichenberg.

Das Wehklagen über das Sterben der Traditionsgasthäuser ist groß. Ist es auch begründet?

Klaus Friedl: Nein, sicher nicht. Es sterben nämlich vor allem solche Wirtshäuser, in die nicht investiert wurde. Weder in eine moderne Ausstattung noch in die eigene Fortbildung. Auch Wirte müssen mit der Zeit gehen. Und eine Speisekarte, die ein Jahr nicht geändert wird, ist zum Beispiel ein Indikator für den Stillstand, den Gäste nicht verzeihen. Sie bleiben dann aus.

Zu diesem Thema nehmen Sie auch die Politiker in die Pflicht. Warum?

Friedl: Ja, unbedingt. Es kann nicht sein, dass alle Feste in Veranstaltungszentren über die Bühne gehen, wo vor allem Vereine die Gastlichkeit tragen. Bürgermeister sind unbedingt gefordert, den Wirten ein Geschäft zukommen zu lassen. Sonst dürfen sie sich nicht wundern, wenn die kleinen Gasthäuser zusperren müssen.

Viele Wirte klagen darüber, keine Mitarbeiter zu bekommen. Wo liegt eigentlich der Knackpunkt?

Friedl: Die Antwort liegt auf der Hand. Wir müssen selbst darauf schauen, guten Nachwuchs auszubilden. Wenn viele der rund 434 steirischen Ausbildungsbetriebe keine Lehrlinge mehr nehmen, dann ist dieses Problem hausgemacht.

Angeblich mangelt es aber an Lehrlingen, weil die Jugendlichen in coolere Berufe mit mehr Freizeit drängen?

Friedl: Das kann ich so nicht unterschreiben. Ich sage immer, die Lehrherren müssen die Begeisterung an ihrem Job selbst leben und Vorbilder sein. Ein Chef, der nur grantig im Betrieb steht, motiviert keinen Jugendlichen. Und zu den Arbeitszeiten kann ich nur sagen, man muss wissen, welchen Beruf man wählt. In vielen anderen Branchen wird auch in der Nacht und an Wochenenden gearbeitet.

Die schlechte Bezahlung wird auch oft als Grund für den Mitarbeitermangel ins Spiel gebracht. Stimmt das? 

Friedl: Jeder in der Branche weiß, dass gute Mitarbeiter auch gut bezahlt werden. Ab 2018 gibt es im Gastgewerbe einen Mindestlohn von 1.500 Euro. Viele vergessen auch Zusatzleistungen, wie Gratis-Essen, -Trinken, -Wohnen, zum Gehalt dazuzurechnen.

Entbürokratisierung ist eine massive Forderung der Unternehmer. Wie eng sind die Korsetts? 

Friedl: Sehr eng. Die Allergenverordnung hat die Betriebe viel Geld und noch mehr Zeit gekostet, die Uneinigkeit beim Thema Rauchen ebenso. Wir sind froh, dass das ab 2018 vom Tisch ist. Obwohl sich neue Probleme vor allem in den Städten ergeben werden, wenn die Raucher im Freien ihren Platz suchen. Da müssen wir uns mit den Politikern an einen Tisch setzen. Gott sei Dank konnten wir das Thema Bräunungsgrad von Pommes abwenden. Ich denke, alle haben genug von Schikanen.

Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären das?

Friedl: 1. Beraten statt strafen. 2. Als Wirt mehr Zeit für die Gäste haben. 3. Attraktive Förderpakate für Wirte, vor allem auch für Jungunternehmer.

Zur Person: Geboren 1971 in Kirchberg/Raab, Kochlehre im Grazer Häuserl im Wald, viele Siege bei Wettbewerben im In- und Ausland, lange Jahre auf Saison, Übernahme des elterlichen Betriebes Niederschöcklhof in Weinitzen. Er ist Pächter der Kantine am Finanzamt Graz mit vier Mitarbeitern, Single und Vater von zwei Kindern.





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