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Auch der Fiskus freut sich über Geschenke

Kann man Geschenke für Kunden und Mitarbeiter steuerlich absetzen? Der WKO-Rechtsexperte gibt dazu ganz klar Auskunft.

Mann mit Geschenken
© Doris Heinrichs-fotolia Da staunt auch der Chef: Richtige Weihnachtsgeschenke über einem Wert von 40 Euro sind keine Betriebsausgabe.

Geschenke an Mitarbeiter und Kunden werden steuerlich unterschiedlich behandelt. 

  • Mitarbeiter und Lohnsteuer: Der Lohnsteuer unterliegen Barlöhne und alle anderen geldwerten Vorteile (Sachbezüge). Ausnahme: Geldwerte Vorteile aus der Teilnahme an Betriebsveranstaltungen und die dabei empfangenen Sachzuwendungen (z. B. Gutscheine, Golddukaten, auch Autobahnvignetten) sind bis maximal 186 Euro jährlich pro Mitarbeiter steuerfrei.
    Klemens Waltl, WKO-Rechtsexperte, mit einem wichtigen Zusatz: „Geldzuwendungen sind immer steuerpflichtig.“ Wird eine Weihnachtsfeier abgehalten, dann ist der geldwerte Vorteil aus der kostenlosen Teilnahme bis zu 365 Euro pro Mitarbeiter im Jahr steuerfrei. Geldwerte Vorteile, die bei anderen Betriebsveranstaltungen (auch bei Firmen- und Dienstjubiläen) gewährt wurden, sind mitzurechnen. 
  • Mitarbeiter und Einkommensteuer: Geschenke können als Betriebsausgaben (freiwilliger Sozialaufwand) geltend gemacht werden.
  • Mitarbeiter und Umsatzsteuer: Weihnachtsgeschenke für Mitarbeiter unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer, vorausgesetzt, dass für das Geschenk ein gänzlicher oder teilweiser Vorsteuerabzug möglich war. Bemessungsgrundlage sind Einkaufspreis bzw. Selbstkosten, so Waltl.

Was ist mit Geschenken für Firmenkunden?

  • Kunden und Einkommensteuer: Weihnachtsgeschenke für Kunden und Geschäftspartner sind üblicherweise nicht als Betriebs-ausgabe absetzbar. Werbegeschenke gelten allerdings als Betriebsausgabe, zum Beispiel Kugelschreiber, Kalender oder Wein etc. wenn sie mit der Firmenaufschrift oder dem Firmenlogo versehen sind und es sich dabei nicht um exklusive Produkte handelt.
  • Kunden und Umsatzsteuer: Auch Kundengeschenke unterliegen grundsätzlich der Umsatzsteuer unter der Voraussetzung, dass für sie ein gänzlicher oder teilweiser Vorsteuerabzug möglich war. Ausgenommen sind nur Geschenke von geringem Wert oder Warenmuster. Ein geringer Wert ist bis 40 Euro (ohne Umsatzsteuer) anzunehmen, wobei die an einen Empfänger pro Kalenderjahr abgegebenen Geschenke diese Grenze nicht übersteigen dürfen. Aufwendungen für geringwertige Werbeträger wie Kugelschreiber sind vernachlässigbar und nicht in die 40-Euro-Grenze mit einzurechen. 
    Waltl: „Zusammenfassend kann gesagt werden, dass alle echten Weihnachtsgeschenke, also keine Werbeartikel bzw. Warenproben, für Kunden weder als Betriebsausgabe geltend gemacht werden können, noch das Recht zum endgültigen Vorsteuerabzug besteht, sofern die Grenze von 40 Euro überschritten wird.“

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