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Preise für Altpapier schwer unter Druck

Seit China die Importe stoppt, rasseln die Preise für Altpapier europaweit in den Keller – fürs Abholen wird also künftig bezahlt werden müssen.

Thomas Tomberger: „Für die Entsorgung müssen wir jetzt Geld verlangen.“
© Karl Prix Thomas Tomberger: „Für die Entsorgung müssen wir jetzt Geld verlangen.“

Nicht nur der Automotivebereich, auch der europäische Altpapiermarkt gerät aufgrund internationaler Handelskonflikte schwer unter Druck. „Seit China die Importe von Altpapier fast vollständig eingeschränkt hat, ist die Marktlage in Europa prekär“, erzählt Thomas Tomberger von der Grazer Rohprog Handels GmbH. So war Europa bislang Nettoexporteur von etwa acht Millionen Tonnen Altpapier im Jahr, die zum Großteil nach China gingen. „Seit den Restriktionen wird aber so gut wie nichts mehr von den Chinesen abgenommen, das Überangebot traditionell starker Exportländer wie Italien, Frankreich oder auch Österreich staut sich am europäischen Markt, was die Preise in den Keller rasseln lässt“, mahnt Tomberger.

Was aber nicht bedeute, dass der so wichtige Rohstoff nicht weiterhin von der Industrie stark nachgefragt werde. In Österreich beispielsweise habe die Papierindustrie im Vorjahr knapp 2,4 Millionen Tonnen Altpapier für die Produktion eingesetzt, so Tomberger, „das ist mehr als die doppelte Menge, die bei uns im Land anfällt“. 

Doch aufgrund der großen, europaweit verfügbaren Überkapazitäten sei das Angebot an immer günstigeren Lieferungen groß. „Es ist ein internationaler Markt, hier regeln ganz klar Angebot und Nachfrage den Preis. Dagegen kann man nichts tun, und wir werden auch China nicht dazu überreden können, die Importschranken wieder zu öffnen“, sieht Tomberger das aktuelle Szenario realistisch. 

"Statt 130 Euro im Vorjahr sind es jetzt 30 Euro"

Deswegen müssten sich die heimischen Unternehmen, Kommunen und Produzenten auf eine gänzlich neue Lage einstellen, warnt Tomberger und verdeutlicht das Drama am Markt: „Im Vorjahr  bekamen wir Altpapierhändler für eine Tonne des größten Segments – des Kaufhauspapiers – noch zwischen 120 und 130 Euro pro Tonne im Wiederverkauf. Aktuell sind es 25 bis maximal 30 Euro.“

Das bedeute: Abholen vom Produzenten, Trennen, Aufbereiten und in Ballen pressen, Lagern und Weitertransport zum Industriekunden sei für eine solche Summe keinesfalls auch nur irgendwie ansatzweise kostendeckend möglich, man zahle bereits dazu – und das sei für die Kunden neu. Tomberger: „Jahrzehntelang waren die Altpapierproduzenten es gewohnt, dass wir sie für den Rohstoff bezahlt haben, jetzt sind wir aber gezwungen, Kosten an sie weiterzugeben.“

Deshalb setze man nun verstärkt auf Aufklärung, so Tomberger: „Es braucht jetzt dringend Awarness bei den Produzenten, warum wir damit beginnen müssen, für die Abholung in Zukunft Geld zu verlangen.“

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