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Alte Bücher in neuen Händen

Aus unserer Reihe seltener Gewerbe: Wie die Buchrestauratorin Gudrit Sixl und ihr Mann altes Kulturgut vor dem Zerfall retten.

Starkes Team: Gudrit Sixl mit ihrem Mann Wolfgang
© Foto Fischer Starkes Team: Gudrit Sixl mit ihrem Mann Wolfgang

Wenn Insekten oder Schimmel alten Büchern zugesetzt haben, Buchecken fehlen oder Buchrücken schwer in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist guter Rat teuer. Dass das alte Kulturgut aber nicht hoffnungslos verloren geht, dafür sorgt in einer äußerst überschaubaren Branche die Buchrestauratorin Gudrit Sixl. Gemeinsam mit ihrem Mann Wolfgang haucht die studierte Kunsthistorikerin alten Büchern neues Leben ein – und zwar mit viel Akribie und Liebe zum Detail.

Zu den Auftraggebern der kleinen Kunstbinderei im malerischen Haselsdorf-Tobelbad (Bezirk Graz-Umgebung) zählt in erster Linie das Stift Rein, aber auch Privatkunden wie ein russischer Verlag oder ein arabisches Königshaus. Da wie dort schätzt man das Know-how und die hohen Standards, mit denen Sixl ans Werk geht. So saniert sie zerstörtes Papier mit hauchdünnen Fasern und selbst hergestelltem Leim, der ganz ohne Chemie auskommt. Die Restaurierung eines einzigen Buches nimmt oft viele Arbeitsstunden in Anspruch. „40 bis 50 Bücher warten in der Werkstatt darauf, erneuert zu werden“, sagt die Unternehmerin, die ihr Know-how auch in der Berufsschule an den Nachwuchs weitergibt.

Sie selbst hat eine ungewöhnliche Karriere gemacht: Nach dem Studium hat sie noch eine Lehre zur Buchbinderin absolviert – und die Meisterprüfung abgelegt, bevor sie im Jahr 2007 ihr eigenes Unternehmen gründete. Besonders bemerkenswert ist, dass ihr Mann Wolfgang – ein gelernter Maschinenschlosser – beruflich komplett umsattelte, bei seiner Frau in die Lehre ging und sie bis dato im Betrieb tatkräftig unterstützt. Heute beschäftigt das erfolgreiche Duo noch drei Angestellte.

Auch nach vielen Jahren in der Branche ist Sixls Credo und ihre Leidenschaft noch immer dasselbe: „Alte Kulturschätze haben es verdient, restauriert zu werden.“ Das älteste Buch, das Sixl gerettet hat, stammt übrigens aus dem 11. Jahrhundert.

Mehr Infos zum Unternehmen: www.sixl-buch.at

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