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Afrika: Vernachlässigter Kontinent mit großem Potenzial

Afrika ist kaum am österreichischen Exportradar – und das völlig zu Unrecht. Wir haben einen Blick auf Märkte und Branchen mit Zukunft geworfen.

Afrikanerin, Umrisse von Afrika
© Matthias G. Ziegler, adobestock Der Nachholbedarf ist groß in Afrika, das bietet Chancen für heimische Unternehmen.

54 Länder, 3.000 Ethnien, mehr als 2.000 Sprachen, vier Zeit- und fünf Vegetationszonen – Afrika ist ein Kontinent der Superlative. „Mit seinem großen Nachholbedarf, der wachsenden Mittelschicht und seinem Reichtum an Ressourcen ist Afrika ein immens wichtiger Markt“, berichtet Nella Hengstler, Regionalmanagerin Afrika/Nahost der Außenwirtschaft Austria. „Österreich läuft allerdings Gefahr, Chancen zu verpassen.“ Denn während China, Frankreich, die USA und zunehmend auch Indien sowie die Türkei auf den afrikanischen Markt drängen, sind heimische Unternehmen eher zurückhaltend. Betrachtet man die österreichisch-afrikanischen Wirtschaftsbeziehungen, so zeigen sich zahlreiche weiße Flecken auf der Landkarte. Insgesamt machten österreichische Exporte nach Afrika 2018 bescheidene 1,8 Milliarden Euro aus – 1,22 Prozent der österreichischen Gesamtexporte. Die meisten Produkte wurden in Länder nördlich der Sahara und nach Südafrika geliefert.

Chancen in West-, Ost- und Zentralafrika

Dabei gibt es auch in West-, Ost- und Zentralafrika enormes Marktpotenzial. Die wichtigsten Exportmärkte für heimische Unternehmen in Westafrika sind Mali – mit österreichischen Ausfuhren in der Höhe von 120 Millionen Euro –, Nigeria (66 Mio.) und Ghana (21 Mio.) sowie Côte d'Ivoire (21 Mio.). In Ostafrika ist Kenia mit 23 Millionen Euro größter Abnehmer österreichischer Waren und entwickelt sich wie Nigeria und Südafrika zu einem dynamischen Tech- und Start-up-Zentrum. Äthiopien wiederum gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas, es importierte 2018 aber nur Waren im Wert von zehn Millionen Euro aus Österreich. Angola (18 Mio.) liegt vor dem Zukunftsmarkt Tansania (13 Mio.).

„Und auch in Afrika wird der Wirtschaftsmotor künftig verstärkt durch Technologien getrieben werden“, ist Hengstler überzeugt. „Vielerorts ist bereits eine dynamische Tech- und Start-up-Szene entstanden, was österreichischen Unternehmen Möglichkeiten eröffnet.“ In Afrika werden Technologiestufen übersprungen und es wird zunehmend zum Testmarkt für Innovationen. Doch wo liegen nun die Chancen für heimische Unternehmen? Dazu hat die AWO eine Studie in Auftrag gegeben, die übrigens am Afrikatag in der WKO Wien präsentiert wird. Als Schwerpunktmärkte kristallisierten sich Côte d'Ivoire, Ghana, Nigeria, Äthiopien, Kenia, Tansania, Ruanda und Uganda heraus. Die zukunftsträchtigsten Branchen sind Maschinenbau, Metallerzeugnisse, elektrische Ausrüstungen, Chemie und Nahrungsmittel, die Agrarindustrie, Lederverarbeitung und die Textilbranche.

Steirische Firma am Puls der Zeit

Abfall, der unkontrolliert in die Umwelt gelangt, ist besonders in Afrika ein massives Problem, so auch im knapp 30 Millionen Einwohner zählenden Ghana. Die Lösung kommt vom Umwelttechnikunternehmen Komptech aus Frohnleiten, das seine Fühler erfolgreich nach Afrika ausgestreckt hat: „Wir lernten unsere afrikanischen Geschäftspartner, die zuvor mit Produkten aus China gearbeitet hatten, bei einer Messe kennen“, berichtet Markus Maierhofer, Komptech-Vertriebsleiter für Afrika. Und so zog das Unternehmen vor zwei Jahren den ersten Großauftrag aus Ghana an Land: fünf mobile Hausmüll-Aufbereitungsanlagen im Wert von 13 Millionen Euro, die an unterschiedlichen Orten im Land aufgestellt wurden. „Jede dieser Anlagen kann pro Tag 200 Tonnen Müll verarbeiten, das spart pro Jahr 50.000 Tonnen CO2 ein und schafft rund 200 Arbeitsplätze“, berichtet Maierhofer. „Aktuell errichten wir eine stationäre Anlage im Wert von fünf Millionen Euro. Diese wird 600 Tonnen Abfall am Tag verarbeiten, 170.000 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen und 400 Arbeitsplätze schaffen.“ Die nächsten Aufträge sind bereits in der Pipeline, und zwar nicht mehr nur in Ghana – wo weitere mobile Anlagen geplant sind –, sondern auch im Senegal, in Angola und Kenia. „Aus dem Abfall werden Wertstoffe abgetrennt, recycelt und Kompost erzeugt, der verwendet wird, um Parks und Straßenzüge zu begrünen“, so Maierhofer.

Von Petra Mravlak

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