th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin google-plus facebook whatsapp arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home
news.wko.at

Acht Projekte, auf die die Steirer seit Jahren warten

Nicht nur der Koralmtunnel lässt auf sich warten: Bei welchen Infrastrukturprojekten in der grünen Mark es sonst noch „Bitte warten“ heißt.

In der Steiermark klemmt es nicht nur im Koralmtunnel.
© Chris Zenz In der Steiermark "klemmt" es nicht nur im Koralmtunnel.
  1. Pyhrn-Schober. Während die Steiermark der Fertigstellung des jahrzehntelang verzögerten Semmering- und Koralmtunnels harrt, gibt es längst weitere, ebenfalls dringende Projekte. Ganz oben auf der Liste im Schienenausbau steht dabei die Pyhrn-Schober-Achse. Kernstück ist dabei der Neubau des Bosruck-Eisenbahntunnels, um die Pyhrn-Achse in das europäische Kernnetz für den Güterverkehr aufnehmen zu können. Neben dem Tunnel muss die Strecke auch in Oberösterreich durchgängig zweigleisig ausgebaut werden. Es existieren zwar bereits Pläne dafür, diese haben derzeit allerdings in der ÖBB keine Priorität. Die Kosten werden – allein für den Tunnel – auf rund 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Die Fahrtzeit Graz-Linz würde sich durch den Ausbau auf 2:10 Stunden verkürzen.
  2. Graz-Wien. Vor allem der Bahnabschnitt von Graz bis Bruck muss modernisiert und ausgebaut werden. Denn als Nadelöhr der Baltisch-Adriatischen Achse braucht es eine zum Teil neue Trassenführung, die streckenweise auch neue Tunnel notwendig macht um hier die enstprechende Taktung erreichen zu können. Ähnliches gilt fürs Mürztal, wo für die Baltisch-Adriatische Achse ebenfalls Streckenadaptionen – idealerweise noch vor der Fertigstellung des Semmeringtunnels – notwendig wären. Ziel sollte eine echte Hochgeschwindigkeitsverbindung sein.
  3. Graz-Spielfeld. Der Abschnitt Graz-Spielfeld auf der A9 (Pyhrn-Autobahn) entwickelt sich zusehends zur Problemzone. In der Morgen- und Abendspitze geht es hier bereits mehrmals wöchentlich nur mehr stockend voran. Es ist aufgrund der Entwicklung entlang der A9 südlich von Graz davon auszugehen, dass in absehbarer Zeit das Verkehrsaufkommen deutlich steigen wird. Ein dreispuriger Ausbau vom Knoten Graz-West zumindest bis Leibnitz ist auf Sicht unabkömmlich.
  4. Fürstenfelder Schnellstraße. Endlose Einsprüche verzögerten den Baubeginn für die Fürstenfelder Schnellstraße (S7) immer wieder um Jahre. Seit Sommer 2017 liegen nun aber alle Genehmigungen für die neue Strecke von Riegersdorf (Knotenbereich mit der A2 nahe der derzeitigen Anschlussstelle Ilz-Fürstenfeld) bis an die ungarische Grenze bei Heiligenkreuz auch rechtskräftig vor. Die ersten Hauptbauleistungen sind bereits ausgeschrieben. Derzeit wird die Baustraße errichtet, als erste größere Baumaßnahmen an der Schnellstraße werden ab Sommer 2018 der Knoten Riegersdorf (Anschluss an die A2, inklusive zwei Brücken), die Brücken über den Lahnbach und die Lafnitz errichtet sowie der Baubeginn am „Herzstück“ des Abschnittes West (Riegersdorf bis Dobersdorf) – dem drei Kilometer langen Tunnel Rudersdorf – erfolgen.
  5. Murtal/Ennstal. Weitere wichtige Projekte, die sich teils seit Jahrzehnten hinziehen, sind die Finalisierung des ersten Bauabschnittes der S36 (Murtal Schnellstraße) zwischen St. Georgen und Scheifling (geplant bis 2020) sowie der rasche Start des Lückenschlusses zwischen Judenburg und St. Georgen, bei dem ein fertiges Projekt vor Jahren völlig zurück an den Start gebracht werden musste. Ebenfalls auf der Agenda ganz oben steht der Ausbau des Knotens Trautenfels (Ennstal-Straße, Anbindung Salzkammergut), der seit Jahren umkämpft ist und immer wieder von Einsprüchen ausgebremst wurde.
  6. Breitband. Lediglich 74 Prozent der Hauptwohnsitze können in der Steiermark mit schnellem Internet (min. 30 Mbit/s) versorgt werden. Damit ist das Steirerland im Bundesländervergleich ein Nachzügler. Wien liegt mit fast 96 Prozent auf Platz 1, gefolgt von Salzburg (95), Vorarlberg (93) und dem Burgenland. Hier herrscht dringender Aufholbedarf – durch die Gründung einer eigenen Breitband-Gesellschaft wurde hier zuletzt aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung getan.
  7. Windpark Stubalm. Die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Windpark Stubalm wurde im Herbst 2014 gestartet und ist nach wie vor nicht endgültig beschieden. Das Projekt umfasst 20 Windräder und soll 40.000 Haushalte mit Strom versorgen. In der vergangenen Woche ist die Energie Steiermark mit 49 Prozent der Anteile in das Projekt von Franz Penz aus Edelschrott eingestiegen.
  8. Investitionsklima. Stichwort Umweltverträglichkeitsprüfung: Ebenfalls im Herbst 2014 wurde für die „Minex“-Verhüttungsanlage auf dem Gelände des ehemaligen Kohlekraftwerks in Zeltweg das UVP-Verfahren gestartet. Obwohl 2016 ein positiver Bescheid erging, ist das Verfahren bis heute durch neuerliche Einsprüche nach wie vor nicht abgeschlossen. Von überlangen Verfahrensdauern und enormem Widerstand kann auch die Energie Steiermark berichten: Das Murkraftwerk Puntigam befindet sich zwar in Bau, wird aber trotz umfassender Auflagen weiter bekämpft. Mehr dazu rechts oben.

„Investitionsstau ist zum Teil hausgemacht“

In den letzten Jahren gab es in der Steiermark kaum ein Großprojekt, das nicht bis zuletzt mit allen Mitteln bekämpft wurde.

Der Semmering-Tunnel. Das Frutura-Glashaus. Das Erfolgsprojekt Red-Bull-Ring. Die Fürstenfelder Schnellstraße. Das Grazer Murkraftwerk. Minex Zeltweg: Kaum ein Großprojekt der letzten Jahre wurde nicht bis zum Baubeginn – und teils darüber hinaus – mit allen erdenklichen Mitteln bekämpft. Und das, obwohl die Behördenverfahren über Jahre gehen, Millionen Euro für Gutachten verschlingen und jedes Detail in seine Nanobestandteile zerlegt wird. Durch die Vielzahl an Mitsprache- und Einspruchsrechten entstehe eine Unsicherheit für Investoren, wie auch WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk kritisiert. „Was die Wirtschaft braucht, sind Rechtssicherheit und möglichst kurze Verfahren. Wir bekennen uns zu Mitspracherechten laut europäischen Standards. Alles, was aber darüber hinausgeht, schadet in einem globalen Wettbewerb aber dem Standort und führt zu einem hausgemachten Investitionsstau“, so Herk. Mitspracherechte dürften nicht dazu führen, dass Genehmigungsverfahren letztlich als Verhinderungsinstrumente eingesetzt werden könnten.

Von Klaus Krainer

Das könnte Sie auch interessieren

  • Steiermark
WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk mit Direktor Karl-Heinz Dernoscheg (v.l.)

Wirtschaftsbarometer: Steirische Konjunktur in bestechender Hochform

Ob Umsatz, Auftragslage, Preisniveau, Investitionen oder Beschäftigung – sämtliche Konjunkturdaten liegen im aktuellen Wirtschaftsbarometer der WKO Steiermark deutlich im Plus. Es sind die besten Werte seit über zehn Jahren. mehr

  • Steiermark
Die Weizer Elektrizitätswerke waren die Grundlage für die moderne Weizer Wirtschaft.

Wie ein „Start-up“ Weiz ins 20. Jahrhundert katapultierte

Eine Sonderausstellung im Stadtmuseum Weiz würdigt 125 Jahre moderne Wirtschaft in der Stadt. mehr

  • Steiermark
Wohin geht die Reise für FlyNiki? Das fragt man sich auch in Graz.

Flughafen Graz bangt um FlyNiki-Flüge

Nach der Airberlin-Pleite ist fraglich, wie es um die FlyNiki-Verbindung nach Palma steht. Amsterdam und Birmingham boomen. mehr