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"Zulieferer leiden mit der Gastro mit"

Die Corona-Maßnahmen in der Gastronomie setzen auch den Zulieferbetrieben aus der Lebensmittelindustrie massiv zu, Existenzen sind bedroht. Die Brauer fordern deshalb ein Aussetzen der Steuer auf Fassbier.

Biersorten in Gläsern auf Tisch
© Adobe Stock_monticellllo Coronamaßnahmen setzen auch den Brauern zu, denn 30 Prozent der Bierproduktion gehen direkt an die Gastronomie.

Der Kreis aus Lockdowns und Öffnungen auf Sparflamme stellt nicht nur Gastronomie und Hotellerie vor enorme wirtschaftliche Herausforderungen, auch die heimischen Zulieferbetriebe sehen sich infolge abgesagter Events und geschlossener (Nacht-)Lokale vor massiven Problemen. „Natürlich treffen die Corona-Maßnahmen die Gastronomie ungleich stärker. Aber die Zulieferer aus der Lebensmittelindustrie leiden stark mit, wenngleich je nach Branche in unterschiedlicher Betroffenheit“, zieht Andreas Werner, Vorsitzender der Fachgruppe Lebensmittelindustrie und in dieser Rolle Sprecher für die Brauereien, Bilanz aus dem Corona-Vorjahr. 

Corona-Maßnahmen und steigende Preise sind existenzbedrohend

Insgesamt konnte die Lebens- und Genussmittelindustrie im ersten Halbjahr 2021 zwar noch mit einer Schwarzen Null (+0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) bilanzieren, doch inwieweit sich die in den letzten Monaten massiv gesteigerten Agrarrohstoff- und Energiepreise, Lieferkettenprobleme, fehlende LKW-Fahrer in der Logistik, der neuerliche Lockdown zu Weihnachten und der eingeschränkte Wintertourismus hier ausgewirkt haben, sei noch Gegenstand der Auswertungen, erklärt Werner.

Und die Prognosen gäben wenig Grund zur Hoffnung: „Die Corona-Maßnahmen in Hotellerie und Gastro, verbunden mit der dramatischen Situation bei Rohstoffen und Energie, sind bereits für viele Betriebe der Lebensmittelindustrie existenzbedrohend“, so Werner.

30 Prozent des Bieres gehen direkt an die Gastronomie

Aber auch wenn vieles im Lebens- und Genussmittelbereich über den Einzelhandel teilweise abgefedert werden konnte – Stichwort: Kochen daheim –, gelte das nicht für das Bier, so Werner: „Denn im Schnitt gehen 30 Prozent der Produktion direkt als Fassbier an die Gastronomie. Und je kleiner die Brauereien sind, desto größer sind die Verluste. Denn sie machen ihr Geschäft bei den Lokalen im regionalen Umfeld und sind, wenn überhaupt, nur als Nische im Einzelhandel unterwegs.“ 

Um hier nicht weiter Existenzen aufs Spiel zu setzen, fordere der Verband der österreichischen Brauereien nicht nur ein Umsetzen der Biersteuermengenstaffel zur Stärkung der mittelständischen Brauereien (zwischen 50.000 bis 200.000 Hektoliter Jahresausstoß), sondern auch ein Aussetzen der Biersteuer auf Fassbier, so Werner: „Zumindest auf eine begrenzte Zeit. Denn die Zulieferer leiden mit der Gastronomie mit – auch hier stehen Jobs und ganze Betriebe auf dem Spiel.“


Bier-Facts

  • 32 Prozent des österreichischen Bierausstoßes (zuletzt insgesamt rund 9,1 Millionen Hektoliter) werden in der Steiermark produziert. 
  • 15 Prozent aller rot-weiß-roten Brauereien zählt die weiß-grüne Mark: 31 groß-und mittelständische Betriebe sowie 16 Hausbrauereien.
  • Nicht nur der Verkauf, auch Schankwartung und -technik sowie die „Bierführer“ sind infolge der geschlossenen bzw. nur eingeschränkten Gastro massiv betroffen. Alleine in Göss macht dieser Bereich rund die Hälfte der Mitarbeiter aus.


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