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Zug um Zug zurück zum Wirtschaftsaufschwung

Blick in die Glaskugel: Wie sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt im neuen Jahr entwickeln und welche Branchenzulegen können, weiß WIFO-Ökonom Marcus Scheiblecker.

Marcus Scheiblecker
© Leadersnet/Daniel Mikkelsen Gefragte Expertise: Marcus Scheiblecker ist Ökonom beim Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO).

Herr Scheiblecker, zunächst der Blick in den Rückspiegel: Wie gut hat Österreich das Krisenjahr 2022 gemeistert? 

Marcus Scheiblecker: Österreich hat im abgelaufenen Jahr – nach 4,6 Prozent im Jahr davor – neuerlich ein Wachstum von 4,7 Prozent verbucht. Heißt: Die Krisen haben sich im abgelaufenen Jahr im Gesamtergebnis nur wenig bemerkbar gemacht. Allerdings haben die Wirtschaftskräfte im zweiten Halbjahr 2022 bereits nachgelassen. Gänzlich zum Tragen kommen wird die Energiekrise erst 2023.

Was heißt das konkret für 2023?

Schleiblecker: In unserer letzten Prognose gehen wir von einem Wachstum von 0,3 Prozent, also knapp über Stagnation, aus. Die Wirtschaft wird im ersten Quartal noch schrumpfen, dann aber werden wir zu höheren Wachstumsraten zurückkehren. 2024 gehen wir in Richtung 1,8 Prozent, mittelfristig sogar wieder auf zwei Prozent zu. Das ist kein Aufschwung, aber der Abschwung wird dann vorüber sein.

Welche Rolle nehmen in dieser Prognose die Energiepreise ein?

Scheiblecker: Wir gehen davon aus, dass die Energiepreise zurückgehen, allerdings nicht auf das alte Niveau. Das wird auch die zuletzt hohe Inflation deutlich senken. 

Wie wird sich die Inflation 2023 entwickeln?

Scheiblecker: Die Preissteigerungen werden geringer ausfallen. Konkret rechnen wir in diesem Jahr mit einer Inflation zwischen 3,2 und 6,5 Prozent – nach zuletzt deutlich höheren Raten. Diese Spitzen werden sich bis 2024 auf ein gewöhnliches Niveau abflachen. 

Welche Faktoren beeinflussen die Konjunktur am stärksten?

Scheiblecker: Aktuelle Wachstumsdämpfer sind die Rezession in den USA, die sich zunehmend in eine weniger starke Wachstumsdelle entwickelt, und natürlich die Verunsicherung durch den Ukraine-Krieg. Wachstumstreiber ist der Arbeitsmarkt: Die Arbeitskräfte sind sich – durch den Engpass an Mitarbeitern – ihrer Jobs sehr sicher. Das stimuliert den Konsum. 

Kann der Handel davon profitieren?

Scheiblecker: Der Handel wird – neben Finanz- und Versicherungsdienstleistungen – als eine von wenigen Branchen 2023 zulegen können. Auch der öffentliche Bereich und die Land- und Forstwirtschaft wirken sich stabilisierend auf die Konjunktur aus. Insgesamt wird es aus heutiger Perspektive nur einige wenige Wirtschaftsbereiche geben, die positiv hervorstechen werden können.

Wer wird verlieren?

Scheiblecker: Die hohen Preise regen vor allem im Verkehrs- und Energiebereich sowie in der Wasserwirtschaft zum Sparen an. Auch bei der  Herstellung von Waren werden wir einen Rückgang hinnehmen müssen.

Mit welchen Folgen für den Arbeitsmarkt?

Scheiblecker: Es ist erstaunlich, dass trotz phasenweiser Rezession in Österreich keine Reaktion am Arbeitsmarkt zu sehen ist. 

Woher sollen dann neue Arbeitskräfte kommen?

Scheiblecker: Es gibt noch Personal-Reservoir. Mit mehr Kinderbetreuungseinrichtungen könnte man vermehrt Frauen zurück ins Berufsleben holen. Inwieweit Arbeitslose arbeitsfähig sind, lässt sich nur individuell beurteilen. Dadurch, dass das Lebensalter steigt, wird es auch erforderlich sein, das tatsächliche Pensionsantrittsalter deutlich nach oben zu verschieben. Der Rest ist nur über qualifizierte Migration zu erreichen. Das Klima für Unternehmen am Arbeitsmarkt wird definitiv rauer, da sich die Firmen um wenige Arbeitskräfte balgen.  

Zur Person:

Marcus Scheiblecker ist – nach seiner Tätigkeit als Konsulent des IWF und internationalen Forschungsaufenthalten – 2022 zurück ans WIFO gewechselt, wo er bereits zwischen 2018 und 2022 stellvertretender Leiter war.


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