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Wo in Generationen erfolgreich bilanziert wird

Der Kern der weiß-grünen Wirtschaft liegt in Familienhand. Wie diese Betriebe geführt werden, wurde in einer aktuellen Erhebung unter die Lupe genommen.

Moderator Gernot Frischenschlager, FH Campus02-Professor Martin Duque, Familienministerin Sophie Karmasin, EuroSkills-Siegerin Lisa Janisch, WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Unternehmer Christian Knill
© Marija Kanizaj Moderator Gernot Frischenschlager, FH Campus02-Professor Martin Duque, Familienministerin Sophie Karmasin, EuroSkills-Siegerin Lisa Janisch, WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Unternehmer Christian Knill

Wer oder was ist die Wirtschaft? Zumindest in der Steiermark fällt die Antwort nicht schwer, sind doch 57 Prozent der Betriebe in Familienhand (siehe Grafik oben). Diese ticken anders, sowohl was ihre Ziele betrifft – Stichwort Generationenbilanz –, als auch ihre Struktur und hier speziell ihre Führungsstruktur. Das geht zumindest aus einer aktuellen Erhebung des Kompetenzzentrums für Familienunternehmen der FH Campus 02 hervor. Demnach ist vor allem das „Patriarchentum“ ein Auslaufmodell. „Nur noch jeder vierte Familienbetrieb wird autoritär geführt, es zeichnet sich ein klarer Trend hin zum kooperativen Führunggstil ab“, berichtet Leiter Martin Duque.

Damit wird der Unternehmensgründer als „Alleinherrscher“, der später an seinen „Thronfolger“ übergibt, zur absoluten Rarität. Stattdessen werden Führungskonzepte, die den Mitarbeitern mehr Eigenverantwortung auferlegen und mehr Platz für Austausch lassen, immer attraktiver.
Grund dafür ist auch der gesellschaftliche Wandel: „In Zeiten der Digitalisierung und Automatisierung ändert sich die Arbeitswelt in rasantem Tempo. Die nächste Generation, die sogenannten Digital Natives, fordern ein ganz anderes Führungsverhalten ein.“ Autoritäre Führungsstile, bei denen es um Kommandieren, Kontrollieren und Korrigieren ging, seien einfach nicht mehr zeitgemäß, ist er überzeugt. Stattdessen werden Eigenschaften wie Selbstorganisation und Kommunikation immer wichtiger, sagt der Experte.

Wie die Momentaufnahme zeigt, ist der Wandel in den Familienbetrieben in vollem Gange: Derzeit werden 56 von 100 Unternehmen bereits jetzt direkt-kooperativ geführt, wie es im Fachjargon heißt. Hier hat zwar noch immer der Chef die Zügel in der Hand, allerdings auf Basis einer Kommunikation auf Augenhöhe.


Herr Duque, Sie beschäftigen sich seit Jahren intensiv mit Familienbetrieben. Was macht diese aus?
Das Prägnante ist der Familieneinfluss, der alles durchdringt – von der Stoßrichtung über die Planung bis zur Nachfolge. Familienbetriebe sind auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, daher wird oft in Generationen und nicht Quartalsplänen gedacht.

Was sind die Herausforderungen für diese Betriebe?
Es geht in diesen Betrieben sehr oft um Nähe und Distanz. Wenn einem die eigene Tochter gegenübersitzt, fällt es oft schwer, auf Sachkommunikation umzuschalten, das eigene Kind als Mitarbeiter zu sehen. Die Thematik hört auch an Wochenenden nicht auf, wenn die Bereiche Privatleben und Firma „verschwimmen“.

Welchen Führungsstil empfehlen Sie speziell in diesen Betrieben?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, sondern hängt von der Branche, Unternehmensgröße und -strukturen sowie der Zielsetzung ab. Generell lässt sich aber ein Trend zum kooperativen Führungsstil ablesen, vor allem in international tätigen Betrieben.


Marin Duque ist Leiter des Kompetenzzentrums für Familienunternehmen an der Fachhochschule Campus 02.


Neue Plattform für Familienbetriebe

Das bundesweite „Netzwerk Familienunternehmen“ soll heimischen Familienbetrieben eine starke Stimme geben. 

Familienunternehmen sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. Um ihnen eine starke Stimme zu geben, wurde vor kurzem das „Netzwerk Familienunternehmen“ aus der Taufe gehoben. Die Initiative von Bundesministerin Sophie Karmasin, WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und vier einschlägigen Plattformen ist in Österreich einzigartig.
„Wir wollen diesen Betrieben einen besseren Austausch untereinander ermöglichen“, sagt Karmasin. 54 Prozent aller Unternehmen in Österreich sind Familienbetriebe. Sie beschäftigen 1,7 Millionen Menschen – das entspricht 67 Prozent aller Beschäftigten – und generieren eine Wertschöpfung von 365 Milliarden Euro, das sind 58 Prozent aller Unternehmensumsätze in Österreich. Zudem haben sie eine besondere gesellschaftliche Bedeutung. „Sie sind das Tafelsilber unserer Wirtschaft, weil sie oftmals schon seit Jahrzehnten für Beschäftigung, Wertschöpfung und Wohlstand am Standort sorgen“, so Herk. Im Netzwerk sieht er „einen wesentlichen Beitrag zur Stärkung der Regionen, denn 70 Prozent der Familienbetriebe sind in kleinen Städten und Gemeinden angesiedelt“. Mehr Infos zum Netzwerk finden Sie online: www.unternehmen-fuer-familien.at.


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