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Wo der Sport die Wirtschaft coachen kann

Chef der Grawe-Bankengruppe und gleichzeitig Präsident von Sturm Graz – Christian Jauk über Geisterspiele, Wünsche an die Politik und den Weg des Fußballklubs. 

Christian Jauk im Gespräch mit Alexander Petritsch (Steirische Wirtschaft).
© Foto Fischer Christian Jauk (li.) im Gespräch mit Alexander Petritsch (Steirische Wirtschaft).

Sie feiern heuer 20 Jahre als CEO der Grawe-Bankengruppe. Ist die jetzige Phase die schwierigste Ihrer Amtszeit? 

Christian Jauk: Jeder, der derzeit in der Wirtschaft Verantwortung trägt, kämpft mit einem völlig unbekannten Umfeld, das stark von kurzfristiger staatlicher Regulatorik beeinflusst wird.  Damit müssen wir lernen umzugehen. Auslöser war keine Wirtschaftskrise, sondern eine Gesundheitskrise mit dramatischen Folgen für die Wirtschaft. Die Regierung wartet auf den Impfstoff als Lösung, ich hoffe diese Strategie geht auf.


Sie sind gleichzeitig Präsident von Sturm Graz. Geisterspiele, Kapazitätsgrenzen, ist es da nicht noch schlimmer?

Christian Jauk: Als Funktionär bin ich mit der Rettung von Sturm 2007 eingestiegen, um die Insolvenz zu verhindern, die hausgemacht war und somit zweifelsohne noch schwieriger. Jetzt bedroht uns und weite Teile der Wirtschaft eine Pandemie, für die wir nicht verantwortlich zeichnen, die sich aber zur größten Krise seit dem zweiten Weltkrieg entwickelte. Auf allen Ebenen führt das zu rückläufigen Einnahmen, insbesondere bei den Zusehern, die im Gesamtbudget des SK Sturm – im Vergleich zu anderen Vereinen -überproportional wichtig ist. Wir sind im Gegensatz zum internationalen Trend von bestimmenden Investoren nach wie vor unabhängig. Das wollen wir mit der Unterstützung unserer Fans und Sponsoren unbedingt bleiben. Ich gehe davon aus, viele Unternehmen denken da sehr ähnlich.


Was würden sie sich von der Politik als Rahmenbedingungen wünschen?

Christian Jauk: Sturm ist mehr als nur ein Verein. Wir sind über das ganze Jahr gesehen der größte Veranstalter mit einem Zuseherschnitt von über 10.000 pro Spiel. Wir zahlen jährlich über 7 Millionen an Steuern und Abgaben. Der Einnahmenausfall ist dramatisch. Ein Fördertopf der Regierung lindert zwar den Schmerz, aber es sollte aber mehr Wertschätzung für unser gesellschaftliches Engagement im Bereich Damenfußball, Migration und Behindertensport geben. Wir zahlen das größtenteils selbst.

 

Christian Jauk weiß:
© Foto Fischer Christian Jauk weiß: "Sturm ist immer Gesprächsthema"

Wie schwierig gestaltet sich derzeit die Sponsorensuche, ist die Bandenwerbung im Stadion für Interessenten derzeit überhaupt reizvoll? 

Christian Jauk: Sturm ist ein Stück steirische Identität, die vielen Menschen am Herzen liegt. Unsere Sponsoren unterstützen uns derzeit mit dieser Kraft, weil es nur mit Zusammenhalt möglich ist, diese Zeit gemeinsam zu meistern. Heute besteht das Sponsoring aus einem Mix, in dem die Bande nur ein kleiner Teil darstellt. Unter den digitalen Marken ist der SK Sturm die Nr. 1 in der Steiermark, was viele Unternehmen anzieht.

 

Wie lange sind Geisterspiele oder jene mit wenigen Zusehern wirtschaftlich für den Verein tragbar? 

Christian Jauk: Grundsätzlich braucht der Fußball die menschliche Begegnung. Erst dann ist diese faszinierende Emotionalität erlebbar, die Sturm besonders prägt. Wirtschaftlich wird es auf Dauer ohne Zuseher einfach nicht gehen. Diese Saison müssen wir irgendwie überstehen, aber Corona muß insgesamt gelöst werden, weil es sonst nicht nur für den Fußball existenzbedrohend wird.

 

Eine sportliche Prognose: Was wird Sturm erreichen, wer wird die Liga überraschen und gibt es an Salzburg ein Vorbeikommen? 

Christian Jauk: Konzeptionell etablieren wir gerade ein durchgängiges Konzept von der Jugend bis zur Kampfmannschaft, das steirischer und offensiver angelegt ist. Sturm war immer dann besonders erfolgreich, wenn der Nachwuchs eine stärkere Rolle eingenommen hat. Diese Saison wird weniger der Platz, sondern vielmehr die positive Entwicklung im Vordergrund stehen. Die Richtung stimmt und die Menschen erkennen diesen Weg als sehr sympathisch an.

 

Sie leben gleichermaßen im Sport, der oftmals und schnell Euphorie erzeugt, und der Wirtschaft: Was können diese beiden Bereiche voneinander lernen? 

Christian Jauk: Im Spitzensport kommt es auf jeden Millimeter an. Erfolg hat viel mit Leidenschaft zu tun, es benötigt das Momentum und die positive Emotionalität. Da können wir als Dienstleister davon lernen. Fußball spiegelt die gesellschaftlichen Entwicklungen, die für die Wirtschaft zu erkennen vorteilhaft ist. Darüber hinaus ist Sturm jeden Tag Thema bei den Menschen in der Steiermark. Das würden sich viele Unternehmen für ihre Produkte wahrscheinlich gerne wünschen. Über das Sponsoring ist man bei der Trägerrakete Sturm Graz mit dabei.

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