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Wirtschaft nimmt nun Kurs auf Mexiko

Startschuss für unsere neue Serie: Wir präsentieren die Märkte des neuen ICS-Fokusprogramms rund um die Staaten der Pazifik-Allianz. Den Beginn macht Mexiko.

Mexiko ist ein vielversprechender Abnehmer für österreichische Produkte und Dienstleistungen: So wurde 2017 erstmals die Milliarden-Grenze beim Export überschritten.
© qojoo - stock.adobe.com Mexiko ist ein vielversprechender Abnehmer für österreichische Produkte und Dienstleistungen: So wurde 2017 erstmals die Milliarden-Grenze beim Export überschritten.

Wenn im Oktober dieses Jahres eine steirische Delegation mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik und einer Menge an Ideen und Know-how im Gepäck nach Mexiko City und Bogotá aufbricht, dann verfolgen alle nur ein Ziel: neue Wirtschaftsbeziehungen aufzubauen und bestehende zu vertiefen. Denn die Staaten der Pazifik-Allianz – also Mexiko, Kolumbien, Peru und Chile – bieten gute Chancen für rot-weiß-rote Firmen. Unterstützt werden diese durch das aktuelle Fokusprogramm des Internationalisierungscenters Steiermark (ICS). Warum und wieso man diesen Schwerpunkt gewählt hat, das weiß ICS-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Roth: „Man kann davon ausgehen, dass die Wirtschaft in diesen Ländern besonders stark wachsen wird, wodurch sich für heimische Betriebe viele Möglichkeiten bieten.“ 

In Mexiko beispielsweise gibt es schon so manches steirisches Unternehmen, das seine Chancen bereits beim Schopf gepackt hat. So Knapp, Anton Paar, Boehlerit, Mondi, Voestalpine, Boxmark und Admonter Parkett (siehe unten). Dass sich Mexiko zu einem vielversprechenden Markt entwickelt hat, bestätigt auch ein Blick auf die Außenhandelszahlen: Das 127,5 Millionen Einwohner zählende Land liegt aktuell auf Platz 25 der wichtigsten Exportländer der Steiermark und 2016 lieferten heimische Betriebe Waren im Wert von 109 Millionen Euro nach Mexiko. Aber auch die Bedeutung Mexikos als Importland für Produkte aus der Steiermark hat zugenommen: So belegte es 2010 noch den 44. Platz mit Importen im Wert von 19 Millionen Euro, im Jahr 2016 lag der Wert der importierten Waren bereits bei 68 Millionen Euro. Aktuell wird das „Global Agreement“ – ein seit 1997 bestehendes Freihandelsabkommen, das die bilateralen Beziehungen zwischen der EU und Mexiko regelt – neu verhandelt. So soll das bestehende Abkommen ausgeweitet werden, indem der Handel mit Waren, Dienstleistungen und Investitionen intensiviert wird, und auch der Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen soll verbessert werden. Das erneuerte Abkommen soll dann unter anderem Erleichterungen bei Zöllen, eine Vereinfachung des Handels, Verbesserungen beim Handel mit Dienstleistungen und für Investitionen bringen. 

„Wir begleiten steirische Unternehmen, die am Export inte­ressiert sind, im Rahmen unseres Fokusprogramms mit maßgeschneiderten Informationsveranstaltungen, bieten Sprechtage mit Wirtschaftsdelegierten sowie Branchenseminare und organisieren Besuche vor Ort“, so ICS-Geschäftsführer Robert Brugger (siehe unten).

So funktioniert der Markteintritt

Die High-End-Parkettböden von Admonter sind weltweit gefragt. Den ersten Schritt nach Mexiko tat der steirische Betrieb bereits im Jahr 2009.

In bester Lage mitten in Mexiko City wurde im letzten Herbst ein Schauraum eröffnet, der sich sehen lassen kann: „Das Gebäude sieht von außen aus wie eine kleine Burg und umfasst mehrere Ebenen“, berichtet Cemil Celiker, Verkaufsmanager für Export bei Admonter. Neben anderen schicken Design-Produkten sind dort auch die edlen Naturholzböden aus dem Hause Admonter zu begutachten – und natürlich zu erwerben. 

„Wir arbeiten vor Ort mit einem Generalimporteur zusammen, die Firma Fine Floors, die den Schauraum betreibt“, so Celiker. Und so reiche es aus, dass ein Mitarbeiter, der Spanisch spricht, den Markt von der Steiermark aus betreue. „Natürlich statten wir unserem Kunden aber auch von Zeit zu Zeit einen Besuch ab.“ Entstanden sei diese Geschäftsbeziehung durch den Kontakt auf einer großen Münchner Baumesse. Den ersten Schritt nach Mexiko taten die Steirer, die auch nach Australien, Asien, Russland, die USA und Kanada exportieren, aber bereits im Jahr 2009. „Mexiko ist aktuell für uns einer der besten Märkte und wir erwarten uns heuer ein großes Umsatzwachstum“, sagt Celiker. 

Die Admonter Holzindustrie AG ist ein Betrieb des örtlichen Benediktinerstifts, das am Standort Naturholzböden, -platten und Stiegenlösungen herstellt. Exportiert werden diese dann in die ganze Welt.

Österreichs Chancen liegen in der Industrie

Unser Wirtschaftsdelegierter in Mexiko, Friedrich Steinecker, über Chancen und Risiken für heimische Firmen.

Wie geht es der mexikanischen Wirtschaft? 

Steinecker: Mexikos Wirtschaft wuchs 2017 etwas über zwei Prozent. Das ist zwar schwächer als in den Vorjahren, jedoch kräftiger, als zu Jahresbeginn erwartet. Die Exporte lieferten ein besseres Ergebnis und auch der private Konsum erwies sich als stabil. Auf den heiß ersehnten „Mexican Moment“, die Stunde Mexikos mit einem Wirtschaftswachstum von über fünf Prozent, gilt es allerdings noch zu warten. Dafür ausschlaggebend sind Faktoren wie der Ölpreis, die Entwicklung des mexikanischen Peso, die US-Konjunktur und -Politik, aber auch die Ernsthaftigkeit der Umsetzung der Strukturreformen von Noch-Präsident Pena Nieto.

Welche Auswirkung hat die Wirschaftspolitik Donald Trumps gegenüber Mexiko?

Steinecker: Nach einer kurzen Schockstarre nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten ging Mexiko wirtschaftlich gesehen wieder zum Business as usual über. Es ist nach wie vor ein attraktiver Produktionsstandort in Nordamerika und wird auch künftig ein interessanter Markt für Technologie und Zulieferungen sein. Tatsache ist, dass Mexiko und Kanada von vorne weg von den US-Strafzöllen auf Stahl und Aluminium ausgespart blieben, unter der Bedingung, dass die NAFTA-Neu-Verhandlungen zu einem guten Abschluss kämen. Das ist als gutes Zeichen zu deuten. Irgendwann wird es ein Ergebnis „NAFTA neu“ geben. Das kann für Mexiko positive Effekte haben, wie etwa die Stärkung des Binnenmarktes oder die Stützung der Währung.

Wie wichtig ist der mexikanische Markt für Österreich?

Steinecker: Mexiko als Exportmarkt nimmt stetig an Bedeutung zu. Letztes Jahr wurde nicht nur die Exportmilliarde geknackt, Mexiko ist sogar knapp dabei, Kanada seinen zweiten Platz als wichtigster amerikanischer Exportmarkt streitig zu machen. Österreichische Warenlieferungen haben sich zwischen 2014 und 2017 nämlich beinahe verdoppelt. Mexiko gehört damit aus österreichischer Sicht zu den wachstumsstärksten Überseemärkten.

In welchen Bereichen ­sehen Sie das größte ­Potenzial?

Steinecker: Das größte ungenutzte Potential liegt derzeit in der Luftfahrtindustrie. Große Player der Branche sind vor Ort, aber es fehlt an Zulieferbetrieben. Eine Lücke, die österreichische Firmen perfekt füllen können. Auch im Automotive-Sektor gibt es großes Wachstumspotential: Audi hat sein neues Werk bereits in Betrieb genommen und BMW steht kurz davor. Generell gibt es einen hohen Bedarf an Maschinen und Anlagen, da diese kaum vor Ort hergestellt werden. Mittelfristig gibt es Chancen für Technologien der erneuerbaren Energie, insbesondere Wind- und Sonnenenergie.

ICS-Fokusprogramm: Termine und Kontakte

Hier ein Überblick zu den wichtigsten Veranstaltungen, Seminaren und Kontakten:

  • 17. 5. in Graz: Seminar – Vom Warenexport bis zur Niederlassungsgründung – Mexiko
  • 7. 6. in Graz: 14. Steirischer Exporttag: Panel – Trade Disruptions in the Americas
  • September in Graz: Seminar – Interkulturelles Management Mexiko/Kolumbien
  • September/Oktober in Graz: Besuch einer Delegation aus Kolumbien – Schwerpunkt Bioenergie
  • 1. - 5. 10. in Mexiko: Bahnindustrie, Wirtschaftsmission der Außenwirtschaft Austria. 
  • 20. - 26. 10.: Steirische Delegationsreise nach Mexiko City und Bogotá
  • Ansprechperson zum Fokusprogramm im ICS: alexandra.neugebauer@ic-steiermark.at, www.ic-steiermark.at
  • Außenwirtschafts-Center Mexiko: Friedrich Steinecker, mexiko@wko.at, www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Mexiko.html 
  • www.exportknowhow.at

Von Petra Mravlak.

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