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Wirtschaft gegen weitere covid-bedingte Schulschließungen

Die Gesundheitskrise dürfe nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden, mahnt WKO Steiermark Vizepräsidentin und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, Gabriele Lechner. Sie lehnt einen Bildungslockdown ab.

Kind mit Maske am Weg zur Schule
© AdobeStock_detailblick-foto Die heimische Wirtschaft lehnt die Schließung von elementaren Bildungseinrichtungen ab: "Kinder sollen und müssen weiter zur Schule gehen dürfen."

Mit einem eindringlichen Appell richtet sich Gabriele Lechner, Vizepräsidentin der WKO Steiermark und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, gegen mögliche Schulschließungen, über die medial aktuell spekuliert wird: „Schließungen von elementaren Bildungseinrichtungen sind sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus gesellschaftspolitischer Sicht abzulehnen. Sie brächten sowohl für die Kinder als auch Betriebe und Beschäftigte gravierende Nachteile."

"Wir können eine Gesundheitskrise nicht auf dem Rücken unserer Zukunft, der jüngsten in unserer Gesellschaft, bewältigen."
Gabriele Lechner

Ein solcher Schritt würde auch tausende Klein- und Mittelbetriebe, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie viele Ein-Personen-Unternehmerinnen vor nicht bewältigbare Herausforderungen stellen. 


"Überproportional hohe Belastungen"

Lechner dazu: „Es gibt keinerlei wissenschaftliche Evidenz, die einen solchen Schritt rechtfertigen würde. Die Folgen und Auswirkungen wären sowohl für Kinder und Jugendliche wie auch für die Eltern gravierend und weitreichend.“ Vor allem Frauen wären von einer derartigen Maßnahme, die wieder intensive Betreuungspflichten bzw. Distance Learning und Home Schooling mit sich bringen würden, massiv betroffen. Lechner: „Wir haben im Juni zu den Folgen des ersten Lockdowns eine Umfrage unter 1.286 steirischen Unternehmerinnen durchgeführt, die das klar belegt. Demnach gaben 84 Prozent an, von der Coronakrise persönlich negativ betroffen zu sein. Ein Hauptgrund dafür waren die überproportional hohen Belastungen aufgrund der zusätzlichen Kinderbetreuungspflichten, 59 Prozent der Unternehmerinnen mit Kind(ern) gaben diese als (sehr) herausfordernd an. Denn für 41 Prozent fehlten dadurch die zeitlichen Ressourcen für unternehmerische Tätigkeiten bzw. es kam zu psychischen Belastungen aufgrund dieser Überbelastungen. Mehr als 50 Prozent aller weiblichen Selbstständigen sind nämlich Ein-Personen-Unternehmen (EPU), also im Job auf sich alleine gestellt. 

"Alle Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen ganz klar: es darf keine Schulschließungen geben."
Gabriele Lechner

Für Lechner steht daher fest: „Gerade aus ökonomischer Sicht ziehen coronabedingte Schließungen von Pflichtschulen und Kindergärten hohe individuelle und gesellschaftliche Kosten nach sich und sollten nur bei ausreichender gesundheitlicher Begründung in Betracht gezogen werden, die nicht vorliegen“, so Lechner. Denn die Auswertungen der Infektionszahlen zeigen ganz klar, dass Kinder und Jugendliche im Pflichtschulalter deutlich weniger von Covid-19 betroffen sind als die anderen Altersgruppen. In zahlreichen wissenschaftlichen Studien wird zudem vor allem die sehr geringe Rolle von Kindern in elementarpädagogischen Einrichtungen hervorgehoben.

Auch die Bedeutung der Schulen für das Infektionsgeschehen ist mit „nur“ 6 Prozent vergleichsweise gering, wie die Clusteranalyse der AGES deutlich zeigt. Mittlerweile ist auch erwiesen, dass Schulschließungen weniger Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben als andere Maßnahmen des Social Distancing, wie z.B. Einschränkung privater Feiern etc. Dass sich der Weg im Vergleich zur ersten Corona-Welle im Frühjahr auf Basis der bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse geändert hat, zeigt auch, dass die meisten europäischen Staaten – bis auf wenige Ausnahmen - die Schulen offen halten, auch jene, die stark von der Pandemie betroffen sind. Lechner: „Alle Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen ganz klar: es darf keine Schulschließungen geben. Deshalb setze ich mich als Unternehmerin für eine Chance auf Bildung für unsere Kinder und die Zukunft unserer Bildung ein.“

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