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Wie man nach internationalen Firmen angelt

Der gebürtige Steirer René Tritscher ist seit Anfang Juli neuer Chef der österreichischen Standortagentur Austrian Business Agency. Mit dieser will er künftig nicht nur noch mehr ausländische Unternehmen in die Alpenrepublik lotsen, sondern verstärkt auch Fachkräfte.

René Tritscher leitet seit  1. Juli 2021 die Austrian Business Agency (ABA). Der gebürtige Grazer (geb. 1970) hatte zuvor Führungspositionen in der Wirtschaftskammer Österreich und im Wirtschaftsbund inne.
© Marek Knopp/OTS René Tritscher leitet seit 1. Juli 2021 die Austrian Business Agency (ABA). Der gebürtige Grazer (geb. 1970) hatte zuvor Führungspositionen in der Wirtschaftskammer Österreich und im Wirtschaftsbund inne.

Sie sind seit 1. Juli neuer Leiter der österreichischen Standortagentur Austrian Business Agency (ABA). Mit welchen Zielen sind Sie gestartet?

Tritscher: Die ABA ist seit jeher erster Ansprechpartner für internationale Investoren in Österreich, aber auch für die Bewerbung des Firmenstandorts zuständig. Als dritter Schwerpunkt sind wir gerade dabei, die Gewinnung von Fachkräften auszubauen. Hier sehen wir großen Bedarf und auch ein enormes Potenzial. 

Wer kann dieses neue Fachkräfteservice nützen?

Tritscher: Grundsätzlich jedes Unternehmen in Österreich. Wir haben dazu eine eigene Onlineplattform (Anm: www.workinaustria.com) mit Jobbörse ins Leben gerufen, auf diese können heimische Betriebe ihre jeweiligen Suchangebote für Fachkräfte kostenlos stellen. Um dafür entsprechende Interessenten zu gewinnen, betreiben wir gezieltes Marketing, speziell in Osteuropa, aber auch in Drittstaaten. Weiters helfen wir dann auch dabei, die Fachkräfte ins Land zu holen bzw. unterstützen bei der Abwicklung der Verfahren – in der Steiermark in Kooperation mit CINT. Grundsätzlich stellen wir fest, dass das Fachkräftethema auch bei Betriebsansiedelungen immer wichtiger wird.

Damit wären wir auch schon beim Kerngeschäft der ABA: den Betriebsansiedelungen. Wie sehr hat sich Corona hier ausgewirkt?

Tritscher: Die Auswirkungen waren und sind natürlich massiv. Um 35 bis 40 Prozent sind die internationalen Investitionen durchschnittlich eingebrochen – in Österreich sind wir da vergleichsweise gut ausgestiegen. Trotz Corona konnten wir 2020 insgesamt 353 Unternehmen aus dem Ausland bei ihrer Ansiedlung oder Expansion in Österreich unterstützen, davon entfallen 18 auf die Steiermark. Bundesweit wurden dadurch Investitionen in der Höhe von 580 Millionen Euro ausgelöst – unterm Strich das drittbeste Jahresergebnis in der Geschichte der ABA. Zu Beginn der Pandemie hatten wir nämlich noch etliche Projekte in der Pipeline, solche Vorhaben sind schließlich immer langfristig angelegt. 

Das heißt, wir bekommen die Auswirkungen vielleicht erst zeitverzögert zu spüren?

Tritscher: Aktuell stellen wir einen leichten Aufwärtstrend fest. Viele Investoren sind zwar aufgrund der Covidsituation nach wie vor zurückhaltend, aber die Zahl der Anfragen hat auf jeden Fall schon einmal massiv zugenommen. Denn Österreich bietet als Standort viele Vorteile, nicht zuletzt auch Stabilität und Sicherheit – zwei Faktoren, die in Zeiten von Corona massiv an Bedeutung gewonnen haben. 

Stichwort Standortfaktoren: Wo punktet Österreich und was könnte bzw. sollte man noch besser machen? 

Tritscher: Wir sind ein starker Produktionsstandort mit hohem Forschungs- und Entwicklungsanteil sowie überdurchschnittlicher Kaufkraft, haben gut ausgebildete Mitarbeiter und eine bestens funktionierende Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft – all das macht Österreich und im Speziellen die Steiermark für internationale Investoren interessant. Dazu kommt die hervorragende Lage, viele Unternehmen aus Übersee planen von hier aus die Markterschließung für Osteuropa. Wo wir schon Themen haben, das sind die Lohnnebenkosten und die hohen Arbeitskosten generell sowie mangelnde Förderungen für reine Produktionsbetriebe.

Welche Unternehmen bzw. Branchen haben Sie bei der Ansiedelung im Fokus?

Tritscher: Internationale Firmen machen in Österreich rund drei Prozent der Betriebe aus, haben aber 20 Prozent der Mitarbeiter und stellen 50 Prozent der F&E-Ausgaben. Unternehmen mit hohem Mehrwert wollen wir noch stärker ins Land holen, beispielsweise im Bereich autonomes Fahren und Cybersecurity.

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