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Wie man die berufliche Ausbildung aufwerten will

Bildungsexperte Thomas Mayr im Interview über die Fortschritte und Baustellen in der Gleichstellung schulischer und beruflicher Ausbildung. 

Thomas Mayr ist Geschäftsführer des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW). Er ist auch anerkannter Experte für Europäische Bildungspolitik und Lebenslanges Lernen.
© Foto Fischer Thomas Mayr ist Geschäftsführer des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft (IBW). Er ist auch anerkannter Experte für Europäische Bildungspolitik und Lebenslanges Lernen.

Im Jahr 2018 gab es in der Steiermark so viele Lehranfänger wie schon lange nicht mehr. Was sind Ihrer Meinung nach die Gründe für diese Entwicklung?

Thomas Mayr: In erster Linie korreliert die Zahl der Lehrlingsanfänger mit der demographischen Entwicklung – mit dem erneuten Anstieg an Jugendlichen in der Steiermark stieg auch die Zahl der Lehrlingsanfänger wieder an. Aber auch die generelle Konjunktur hat 2018 eine Rolle gespielt. Durch die gute wirtschaftliche Lage war es Unternehmern möglich, wieder mehr Lehrlinge einzustellen. Außerdem konnte das Image der Lehre in letzter Zeit sehr zum Positiven verändert werden. 

Glauben Sie, dass auch die neue Gliederung des Bildungsniveaus durch den Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) junge Menschen dazu bewegen kann, sich für eine Lehre zu entscheiden?

Mayr: Der NQR spielt bei der Attraktivität der Lehre bestimmt eine Rolle, allerdings ist es noch zu früh, um das wirklich sagen zu können. Fakt ist aber, dass die Lehre durch den NQR endlich richtig dargestellt wird. 

Stichwort NQR – was ist der aktuelle Stand der Dinge? Wann werden alle Ausbildungen erfasst sein?

Mayr: Die Gliederung schreitet langsam, aber stetig voran. Bei den formalen Qualifikationen ist die Zuordnung schon weit fortgeschritten. Als nächstes stehen die nicht formalen Qualifikationen wie WIFI- oder BFI-Kurse am Plan. In den nächsten zwei bis drei Jahren soll der NQR fertig sein, auch wenn das nicht ganz korrekt ist, da immer wieder neue Ausbildungen dazukommen werden. Es ist ein komplexes Zuordnungsverfahren.

Auch wenn die Anpassung des Bildungsniveaus im NQR verschiedene Ausbildungen auf ein gleichwertiges Niveau setzt, heißt das nicht, dass die Ausbildungen auch gleichartig sind. Sehen Sie auch in der Finanzierung Handlungsbedarf?

Mayr: Auf jeden Fall. Es ist das Gebot der Stunde, die Finanzierungsprinzipien anzugleichen. Nur weil es „halt immer schon so war“, dass Meisterprüfungen aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen und die Kosten für eine Ausbildung an Universitäten zum größten Teil von Staat übernommen werden, heißt das nicht, dass es hier keinen Handlungsbedarf gibt. Diese ungerechte „Tradition“ gehört überarbeitet, da muss langfristig eine Lösung her. 

Wo sehen Sie noch Handlungsbedarf im Bereich der Lehre? 

Mayr: Die Begrifflichkeiten müssen angepasst werden. In Teilbereichen sind diese bereits sehr veraltet, Begriffe wie „Lehrgeld“ gehören modernisiert und neu definiert. Auch die Dualität zwischen Betrieben und Berufsschulen muss erweitert werden. Die Lehre muss außerdem für Maturanten attraktiver gestaltet werden: Vorreiter auf diesem Gebiet ist beispielsweise die Duale Akademie in Oberösterreich, die speziell für AHS-Maturanten ein tolles Weiterbildungsprogramm nach der Matura bietet. 

Mit der Digitalisierung haben sich auch die Berufsfelder stark verändert. Welche Lehrberufe werden in Zukunft entstehen bzw. an Bedeutung gewinnen? 

Mayr: Alle Lehrberufe, die die technologische Entwicklung gut abdecken können, werden in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Generell werden aber alle anderen Lehrberufe auch diesbezüglich nachgerüstet, schließlich ist die Digitalisierung in aller Munde und auch nicht umgehbar. Die ständige Weiterentwicklung ist für alle Berufe das A und O.

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