th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht Twitter search print pdf mail linkedin google-plus Facebook arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram pinterest skype vimeo snapchat
news.wko.at
Mein WKO

Wie es so weit kommen konnte ...

Von der Nato-Osterweiterung bis zum geplanten EU-Beitritt: Historiker Peter Ruggenthaler über die Wurzeln des Konfliktes in der Ukraine.

Kind auf Schaukel vor zerstörtem Wohnhaus
© UMIT BEKTAS / REUTERS / picturedesk.com Jeden Tag erreichen uns aus der Ukraine schreckliche Bilder der Zerstörung.

Seit dem 24. Februar beherrscht ein zentrales Thema die globalen Medien: der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Die erschütternden Bilder von elendslangen Panzerkolonnen, total zerstörten Häusern und flüchtenden Menschen werfen die Frage auf: Wie hat es so weit kommen können? Wir haben mit Peter Ruggenthaler, dem stellvertretenden Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung, über die Wurzeln des Konflikts in der Ukraine gesprochen. 

Für Ruggenthaler, dessen Forschungsschwerpunkt in der Geschichte der Sowjetunion liegt,  liegt die Wurzel des Konflikts in der jüngeren Geschichte und hängt in hohem Grade an der Person Wladimir Putins. „Die tiefe Abneigung der Lebensweise des Westens und der Demokratie, gepaart mit seinem abstrusen Geschichtsbild, haben den Konflikt befeuert“, so das Resümee des Experten. Putin habe bei den Russen das Bild eines faschistischen Regimes in der Ukraine gezeichnet und behauptete den Genozid an der russischen Minderheit in der Ostukraine, um den Einmarsch zu rechtfertigen – doch weder OSZE noch UN haben Hinweise auf einen Völkermord gefunden. 

Ein Blick zurück

Ein Blick zurück: Zugespitzt habe sich der Konflikt seit dem Jahr 2013, so Ruggenthaler. „Seither wurde von russischer Seite viel Öl ins Feuer gegossen.“ Schon damals befürworteten große Teile der ukrainischen Bevölkerung einen EU-Beitritt. Hunderttausende kamen  damals in Kiew zu den Maidan-Protesten zusammen. Die Massenbewegung wurde gewaltsam niedergeschlagen. 

In der Folge annektierte Russland die zur Ost-Ukraine gehörende Halbinsel Krim im Schwarzen Meer. Und um die Städte Donezk und Luhansk kämpfen seit acht Jahren ukrainische Soldaten gegen russische „Separatisten“.

Als Provokation wurde auch der Wunsch der Ukraine nach einer Mitgliedschaft im Militärbündnis der NATO aufgefasst – für Putin ein rotes Tuch, sprach er sich doch immer wieder gegen die Osterweiterung der NATO aus. „Auch hier wurden bei den Russen massive Ängste geschürt“, sagt Ruggenthaler. Russland habe die vergangenen Jahre massiv zur Aufrüstung genutzt, so der Experte.

Die Folgen des Kriegs sind verheerend: „Wenn hier zu viel Widerstand geleistet wird, stehen wir an der Schwelle zum dritten Weltkrieg. Und so wird die Ukraine für den Weltfrieden geopfert. Doch auch Russland zahlt einen hohen Preis und wird für Jahrzehnte in der Isolation verschwinden“, ist Ruggenthaler überzeugt. 

Abgesehen vom menschlichen Leid, das der Krieg  im flächenmäßig größten Staat Europas verursacht, sind auch die wirtschaftlichen Folgen aufgrund der ökonomischen Verflechtungen katastrophal – da wie dort.

Das könnte Sie auch interessieren

Stadtansicht Laibach

Politisch alles neu bei unseren Nachbarn

Parlamentswahlen, Pandemie und Ukraine-Krieg: Wilhelm Nest, Wirtschaftsdelegierter in Laibach, im Interview über die Wirtschaft im Nachbarland Slowenien. mehr

Symbolbild Welthandel: Frachtcontainer, Flugzeug, Lkw, Schiff, Bahn

Wenn Globalisierung Abhängigkeit schafft

Österreichs Wirtschaft lebt von internationalen Beziehungen – wir werfen einen Blick auf die Verbindungen zur Ukraine, zu Russland und Belarus. mehr

Ukrainische Flüchtlinge warten an einem Bahnsteig

Exodus aus der Ukraine: Nachbarn sind solidarisch

Mehr als 3,5 Millionen Menschen haben die Ukraine bereits in Richtung EU verlassen. In den Nachbarstaaten ist die Hilfsbereitschaft groß. mehr