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Wie die Werbemacht der Influencer steigt

Anfangs belächelt, heute im Mittelpunkt der Werbeindustrie: Wir haben nachgefragt, wie Influencer ihr Hobby zum erfolgreichen Business umwandeln konnten und wie steirische Unternehmen davon profitieren. 

Influencer, YoutTuber und Blogger haben sich in den vergangenen Jahren zu einer enormen Wirtschaftsmacht entwickelt, die auch für Unternehmen relevant ist.
© Jacob Lund/stock.adobe.com Influencer, YoutTuber und Blogger haben sich in den vergangenen Jahren zu einer enormen Wirtschaftsmacht entwickelt, die auch für Unternehmen relevant ist.

Als Klara Fuchs im Februar 2013 ihren ersten Blogpost in einem Online-Tagebuch veröffentlichte, konnte die heute 24-Jährige noch nicht ahnen, wie sehr dieser Schritt ihr Leben verändern würde. Fuchs hat das geschafft, wovon viele Menschen träumen: Sie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und teilt ihre Erfolge mit aktuell mehr als 50.000 Followern auf Instagram. 

„Als ich mit dem Bloggen während meiner Schulzeit anfing, war ich in Österreich eine der Ersten, weshalb ich auch oft dafür belächelt wurde“, erzählt Fuchs, die anfänglich vor allem Beiträge über Gesundheit und Fitness veröffentlichte. „Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Follower dazu und irgendwann bekam ich dann auch meine erste bezahlte Einladung zu einem internationalen Presse­event“, so die Wahl-Grazerin. 

Neue Wirtschaftsmacht

2015 war es dann so weit: Beim „Madonna Blogger Award“ holte sich die in Osttirol aufgewachsene  Sportlerin den Sieg in der Kategorie „Health & Fitness“ – ein Ritterschlag für jeden Influencer. Was danach folgte, ist Geschichte: Fuchs hat sich als begehrtes Werbegesicht für viele namhafte Kunden etabliert, eine eigene „Project Me Academy“ ins Leben gerufen und am 10. April präsentiert die Sportwissenschaftstudentin ihr erstes Buch „Powerful Mind“ zum Thema Innere Stärke, Motivation und Selbstvertrauen, passend zum Podcast „Foxi Mind“. 

Influencerin Klara Fuchs bloggt seit 2013 über Fitness, Gesundheit und mittlerweile auch über Selbstbewusstein, innere Stärke und Motivation.
© Winfried Fuchs Influencerin Klara Fuchs bloggt seit 2013 über Fitness, Gesundheit und mittlerweile auch über Selbstbewusstein, innere Stärke und Motivation.

Am Beispiel von Fuchs sieht man schnell, welches Potenzial Influencer mit sich bringen: Durch ihre Bekanntheit sind Blogger der ideale Werbeträger – und das nicht nur für ihre eigenen Produkte. Durch die Kooperation mit bekannten Unternehmen entsteht eine lukrative Symbiose für Blogger und Firmen. Zahlreiche Unternehmen haben die Werbewirksamkeit von bekannten Gesichtern aus dem Internet bereits erkannt und ihre eigene Marke über soziale Medien groß machen können. 

Allein wenn man bedenkt, dass die Nettoerlöse der Influencer im deutschsprachigen Raum im Jahr 2020 bereits auf 990 Mio. Euro geschätzt werden (Goldmedia-Statistik), kann man deren Einfluss nicht länger leugnen. Trotzdem ist diese Marketingstrategie laut Social-Media-Experte Thomas Meyer noch lange nicht bei allen angekommen: „Es ist ein Zeichen von strategischer Unwissenheit und Ignoranz, wenn Unternehmen Influencer nicht ernst nehmen. Sie verfügen im besten Fall über eine enorme – vom Unternehmen vorab überprüfte – Reichweite, wodurch Produkte bekannt gemacht und Verkäufe gesteigert werden können.“ 

Abgesehen vom Zukauf homogener Reichweite spielt auch das Empfehlungsmarketing eine entscheidende Rolle. „Wenn wir uns mit einem bestimmten Influencer auseinandersetzen, fühlen wir uns dieser Person nahe und vertrauen ihrem Entscheidungsurteil hinsichtlich Produkten eher als einer x-beliebigen Firma“, so Meyer. 

Nischenmarkt nutzen

Dieses Vertrauen weiß auch die Steirerin Lisa-Marie Schiffner mit ihrer Million Followern auf Instagram zu nutzen. „Ich kann mit meiner Reichweite ganz gezielt eine Personengruppe ansprechen, was sowohl für mich als auch für meine Follower Vorteile bringt“, so die 17-Jährige, die zu den erfolgreichsten Influencern in Österreich zählt. Auch steirische Unternehmen haben bereits erkannt, dass Blogger eine Wirtschaftsmacht mit einer großen, kaufkräftigen Gefolgschaft sind. „Influencermarketing wird immer wichtiger, weil man dadurch bestimmte Zielgruppen einfacher erreichen kann“, bestätigt Alena Hotter aus der PR-Abteilung bei Kastner & Öhler. „Wenn wir junge Eltern ansprechen wollen, kooperieren wir mit Influencerinnen, die in ihren ‚Mama-Blogs‘ unsere Spielwaren authentisch bewerben können“, so Hotter weiter.  

Doch ab wie vielen Followern kann man von einem werbewirksamen Influencer sprechen? „Das hängt vom Thema des Blogs ab. Ein YouTuber, der mit Heimwerkervideos nur 10.000 Leute erreicht, kann für Unternehmen wertvoller sein, als eine Beauty-Bloggerin mit zwei Millionen Fans“, so Meyer. Authentizität, Qualität und strategisches Denken trennen schlussendlich die Spreu vom Weizen. „Als Influencer ist es wichtig, professionell und dabei auch nahbar zu bleiben – das wird sowohl von Kunden als auch von  Followern geschätzt“, so Fuchs.

Rechtlicher Rahmen

Es ist genial und klingt ganz einfach: Ein Blogger, eine Youtuberin oder ein Instagramer, der über eine große Reichweite verfügt, berichtet über die Verwendung eines Produkts. Perfekt für den Hersteller, wenn dieses Produkt dann auch noch in positivem Licht erscheint. So ist es naheliegend, dass Unternehmen Influencern Produkte zur Verfügung stellen, ihnen Rabatte gewähren oder sie sogar für die positive Berichterstattung bezahlen. In solchen Fällen  werden Influencer zu Werbebotschaftern. Und Werbung muss auch als solche gekennzeichnet werden, auch in Blogs oder Sozialen Medien. Redaktionelle Inhalte müssen von Werbeinhalten zu unterscheiden sein – ist dies nicht der Fall, so handelt es sich um unerlaubte Schleichwerbung und die kann die Beteiligten teuer zu stehen kommen.  

Zur Begriffsklärung

Influencer: Als Influencer (von englisch „to influence“: beeinflussen) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihrer großen Fangemeinde in einem oder mehreren sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung in Frage kommen.

YouTuber: Durch Videos auf der Video-Sharing-Website YouTube haben YouTuber an Popularität gewonnen und können mit ihren Abonnenten Millionen Menschen erreichen.

Blogger: Ein Blogger verfasst Beiträge und Texte mit integrierter persönlicher Meinung. Er verlinkt seine Beiträge häufig mittels Trackbacks oder Pingbacks zu anderen Blogs, um eine größere Bekanntheit zu erlangen.

Follower: Je mehr Follower, also Anhänger, eine Person auf YouTube, Facebook oder Instagram hat, desto mehr Menschen lesen und sehen ihre Nachrichten und Videos.


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