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Wie die Inflation das Sparbuch ausbremst

Die Sparerträge schrumpfen in Zeiten von Nullzinsen und steigender Inflation. Wir haben zum Weltspartag Experten um Anlagetipps gebeten.

Geld zählen
© Adobe Stock Spare in der Zeit, dann hast du in der Not: Doch wie kann man Geld in Zeiten wie diesen gut veranlagen?

Auch wenn das Thema Veranlagen rund um den Weltspartag wieder in aller Munde ist, hatten es Sparer auch schon einmal leichter: In der Nullzinsära  gibt es – insbesondere bei den klassischen Sparformen wie dem Sparbuch – keine Erträge mehr, ganz im Gegenteil: Die steigende Inflation sorgt dafür, dass die Kaufkraft des Ersparten sinkt und die Ersparnisse sukzessive von der Geldentwertung „aufgefressen“ werden.

Dabei sind Herr und Frau Österreicher passionierte Sparer, wie eine aktuelle Imas-Umfrage im Auftrag der Erste Bank und Sparkassen zeigt. Die Sparquote hat – nach dem Rekordjahr 2020 mit 272 Euro pro Monat – noch einmal einen regelrechten Sprung nach oben gemacht: 344 Euro legen die Österreicher monatlich zur Seite, das sind um 26 Prozent mehr als noch im Vorjahr. 

„Die Sparquote hat sich in den letzten Jahren verdoppelt“, analysiert Roland Mestel, Professor am Institut für Banken und Finanzierung an der Universität Graz. 2015 lag die Quote noch bei 6,7 Prozent, 2020 waren es 14,4 Prozent.  

Wie Corona die Sparquote im Land befeuert hat

„Die Corona-Krise hat dabei  eine ganz wesentliche Rolle gespielt“, so Mestel, der zwei Ursachen für das ambitionierte Sparverhalten der Österreicher ausmacht: „Einerseits waren die Konsummöglichkeiten stark eingeschränkt, andererseits hat Corona mit all den Unsicherheitsfaktoren ein neues Bewusststein für Vorsorge geschaffen.“ 

Das spiegelt auch die Umfrage wider, im Zuge derer  81 Prozent angegeben haben, dass Sparen für sie „sehr oder ziemlich wichtig“ ist. Bei den Sparzielen steht die Absicherung im Vordergrund: So sparen 66 Prozent  für den „Notgroschen“ und 60 Prozent, um vorzusorgen. 52 Prozent legen Geld auf die hohe Kante, um sich später etwas kaufen zu können.

Doch wie sparen? Sparen heiße nicht zwangsläufig Sparbuch, stellt Mestel klar: „Bei einer negativen Realverzinsung ist das Sparbuch nicht mehr geeignet für einen langfristigen Vermögensaufbau.“  Das sieht auch die Mehrheit der Österreicher so: Laut der Umfrage geben 62 Prozent der Befragten an, das Sparbuch sei kein zeitgemäßes Sparprodukt mehr. 

Für einen Notgroschen oder als Liquiditätspolster mache ein Sparbuch „mit ein paar tausend Euro“ immer noch Sinn, aber um Vorsorge für die Zukunft zu treffen, habe der Mythos Sparbuch endgültig ausgedient. „Die Leute gehen verstärkt in riskantere Formen, um Renditen zu erzielen. Erträge können heute nur mehr erwirtschaftet werden, wenn man ein Risiko eingeht“, ist Mestel überzeugt. Das Verständnis, dass Ertrag und Risiko in enger Relation stehen, müsse im Zuge der Finanzbildung in den Schulen weiter forciert werden.

Wertpapiere, Immobilien und Kryptowährungen

Doch was sind nun die Alternativen zum klassischen Sparbuch? Wie lässt sich Geld sinnvoll veranlagen? Wir haben steirische Banker um ihre Anlagetipps gebeten. Tenor: Wer veranlagt, sollte seine Investments breit streuen. „Diversifizierung“ ist also das Gebot der Stunde. Die Möglichkeiten dabei sind vielfältig und reichen von Wertpapieren – Aktien, Fonds, ETFs & Co – über Immobilien bis zu hochspekulativen Investments wie in Kryptowährungen. Hannes Dolzer, Obmann der Finanzdienstleister, mahnt aber bei letzterem zu Vorsicht: „Viele wollen hier auf einen fahrenden Zug aufspringen und investieren, ohne sich näher damit zu befassen.“. Jedenfalls lohne es sich, bei Finanzfragen einen Experten zu Rate zu ziehen. „Mit ihrer jahrelangen Expertise können sie maßgeschneiderte Lösungen bieten.“

Bei Investments in Aktienfonds empfiehlt Dolzer jedenfalls einen Zeithorizont von fünf bis sieben Jahren, „um Verluste über die Zeit ausgleichen zu können.“ Die steigende Bereitschaft, in Wertpapiere zu investieren, geht auch aus der Umfrage hervor: Demnach steht bereits jeder Dritte dieser Anlageform positiv gegenüber. Ein weiterer Aspekt, der bei Investments immer häufiger nachgefragt wird, ist übrigens die Nachhaltigkeit. Neben der jederzeitigen Verfügbarkeit (50 Prozent) und der Rendite (23 Prozent) spielt die Nachhaltigkeit des Finanzprodukts bereits für 22 Prozent eine große Rolle. Entsprechend groß ist auch die Nachfrage – wohl eines der Themen, die bei den Weltspartagen ganz oben auf der Agenda stehen.  


Das sagen die steirischen Banken-Chefs

Gerhard Fabisch, Steiermärkische Sparkasse: „Ich gehe davon aus, dass die Niedrigzinsphase noch länger dauern wird. Für den rasch notwendigen Liquiditätsbedarf gibt es nichts Besseres als Sparbuch und Sparkarte. Um langfristig Vermögen aufzubauen, bieten Aktien, Aktienfonds bzw. Fonds mit hohen Aktienanteilen Chancen auf höhere Renditen.“

Martin Schaller, Raiffeisen Landesbank Steiermark: „Die Geldanlage sollte mit den verschiedenen Sparprodukten auf ein festes Fundament gestellt werden. Sinnvoll ist eine gut strukturierte Wertpapierveranlagung für die langfristige Vermögenssicherung. Viele Kunden entscheiden sich für gemanagte Wertpapierportfolios mittlerer Risikoneigung.“

Regina Ovesny-Straka, Volksbank: „Wer heute sein Erspartes vernünftig anlegen möchte, muss seine Veranlagungen breit und strukturiert aufstellen und Produkte wählen, die Flexibilität in ihrem Anlagekonzept beinhalten. Das Sparbuch ist im Niedrigzinsumfeld keine geeignete Alternative. Nachhaltige Produkte werden immer häufiger nachgefragt.

Manfred Geiger, BKS Direktion Steiermark: „Nachhaltige Veranlagungen werden immer beliebter und bieten gute Alternativen zu herkömmlichen Sparformen, etwa unsere Vermögensverwaltung BKS Portfolio nachhaltig, die erneut ausgezeichnet wurde.  Im Zuge der Weltspartagswoche, die wir von 25. bis 29. Oktober feiern, informieren wir gerne.“

Christian Jauk, Schelhammer Capital: „Die EZB hat mit ihrer Negativzinspolitik die Wohlfühlzeit für Sparer beendet. Jetzt erhöht auch noch der Inflationsdruck den Anlagebedarf. Gute Aktien haben in diesem Umfeld langfristig die Nase vorn. Der Weltspartag ist eine lieb gewordene Tradition, an der wir auch heuer gerne festhalten.“

Heimo Haidmayer, Schoellerbank: „Im herausfordernden Anlageumfeld mit Nullzinsen und steigender Inflation halten wir hochqualitative Aktien nach wie vor für das Mittel der Wahl zum langfristigen Vermögensaufbau. Stabile Wettbewerbsvorteile und solide Bilanzen sollten immer wichtige Kriterien bei der Aktienauswahl sein.“

Andreas Unger, Bank Austria: „Im Niedrigzinsumfeld ist es empfehlenswert, nach umfangreicher Beratung chancenreichere Veranlagungen ins Auge zu fassen. Mit Fondssparen ist dies bereits mit 30 Euro monatlich möglich, auch in nachhaltig orientierte Fonds. Heuer findet bei uns wieder eine Weltsparwoche von 25. bis 29. Oktober statt.“


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