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Wie die Globalisierung die Wirtschaft antreibt

Die Steiermark erwirtschaftet jeden zweiten Euro durch Export und ist Teil des zweitwichtigsten Handelsraums der Welt – der EU. Auch das Coronavirus wird der internationalen Arbeitsteilung keinen Abbruch tun.

Weltkugel
© adobestock Die globalen Verflechtungen der Wirtschaft sind äußerst komplex. Das macht das System mitunter auch verletzlich.

Seltene Erden aus China, Chip und PC-Tastatur made in Südostasien, China oder den USA, die Zusammenstellung von Baugruppen in Taiwan, Japan oder den Philippinen, die Endmontage wieder in China und schließlich die Lieferung zum Endkunden – bis ein Computer unter einem steirischen Weihnachtsbaum landet, hat dieser im wahrsten Sinne des Wortes schon eine Weltreise hinter sich. Und das gilt natürlich auch für eine Vielzahl an anderen Produkten. 

Die Weltwirtschaft ist ein hochkomplexes, eng verflochtenes System mit gigantischen Dimensionen: „Allein die Kosten für den weltweiten Warentransport liegen bei rund 1.000 Milliarden Euro im Jahr“, weiß Robert Brugger vom Internationalisierungsscenter  Steiermark (ICS). „Der Wert der Waren dahinter macht dann noch das ca. Zwölf- bis 15-Fache aus.“

Die meisten Waren werden laut Eurostat aus China exportiert, mit einem Wert von 2,1 Milliarden Euro (Importe: 1,8 Mrd.), gefolgt von den Ländern der EU mit Ausfuhren knapp unter 2,1 Milliarden (Einfuhren: 1,9 Mrd.). Auf Platz drei kommen die USA. Hier stehen den Exporten in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro allerdings Importe in der Höhe von 2,2 Milliarden Euro gegenüber, was dem Land ein beachtliches Außenhandelsdefizit einbringt. 

Transportiert werden die internationalen Exportgüter zu 90 Prozent über die Weltmeere und ein Drittel der weltweiten Schiffsbewegungen startet oder endet in der EU mit wichtigen Knotenpunkten in der Nord- und Ostsee. Und so führt auch die bedeutendste Handelsroute von Europa nach Asien und umgekehrt. Die zweitwichtigste ist jene von Asien in die USA, allerdings nur in diese eine Richtung. An dritter Stelle folgen innerasiatische Routen.  

Zunahme des weltweiten Exports um 1.896 Prozent

Laut World Trade Organisation hat die weltweite Warenproduktion zwischen 1960 und 2019 um 647 Prozent zugelegt, der weltweite Warenexport im gleichen Zeitraum sogar um 1.896 Prozent. Ein Prozess kontinuierlichen Wachstums – mit nennenswerten Einbrüchen im Jahr 2008/09 im Zuge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise sowie aktuell durch die Corona-Pandemie. 

Das Ausmaß des Rückgangs des Welthandelsvolumens im Jahr 2020 wird von der UNCTAD mit etwa sieben bis neun Prozent gegenüber dem Vorjahr beziffert, die WTO geht von etwa 9,2 Prozent aus, rechnet aber für 2021 wieder mit einer Steigerung von 7,2 Prozent. Am schnellsten hat sich China erholt, das im dritten Quartal bereits wieder ein Wachstum von knapp zehn Prozent verzeichnete. Die Erschütterung des Welthandels hat zu einer Diskussion über die Verletzlichkeit der internationalen Lieferketten und über eine mögliche Verlagerung zurück ins Inland oder in benachbarte Länder geführt. „Die globalen Wirtschaftsverflechtungen sind aber so komplex, dass dies in großem Stil wohl nicht durchführbar wäre“, So Brugger. Allein schon aus Kostengründen. Zum anderen hätte dies auch beträchtliche negative Folgen für die betreffenden Länder, wie Indien oder Bangladesch. „Die globale Arbeitsteilung wird sich weiter fortsetzen“, so Brugger.

Über einen Paradigmenwechsel werde zwar aktuell – so wie in jeder Krise – viel diskutiert, eine größere Veränderung des globalen Handels habe und werde dies allerdings nicht bewirken. Unternehmen würden sich allerdings nun verstärkt Gedanken darüber machen, wie sie ihr Risikomanagement verbessern könnten, um Abhängigkeiten und Gefahren zu reduzieren. Dabei geht es aber nicht nur um das Coronavirus, sondern auch um andere, etwa durch den Klimawandel verursachte Naturereignisse oder auch die politische Einflussnahme, etwa durch Strafzölle oder Handelsblockaden.

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