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Wie die "Silver Society" die Wirtschaft verändert

Zielgruppe 50 plus: Sie ist aktiv, fit, ungebunden und hat in der Regel viel Kapital – die sogenannte Silver Society rückt immer mehr in den Fokus von Wirtschaftstreibenden. 

Die Silver Society gestaltet ihre Freizeit gerne aktiv und gesellig.
© Adobe Stock/rh2010 Die Silver Society gestaltet ihre Freizeit gerne aktiv und gesellig.

Österreich wird immer älter: Bereits Ende des Jahres 2021 werden in unserem Land mehr Personen über 65 Jahre leben als unter 20-Jährige. Noch deutlicher wird das Älterwerden unserer Gesellschaft im Hinblick auf die europäische Bevölkerung: Im Jahr 2030 werden mehr als die Hälfte aller Europäer über 50 sein. Fakten wie diese unterstreichen einmal mehr den demographischen Wandel, den wir seit einigen Jahren durchleben. Während die Geburtenrate sinkt, steigt gleichzeitig die Lebenserwartung. Zum stetigen Älterwerden gesellt sich das „Downaging“, das Heraustreten aus traditionellen Altersrollen derer, die man einst als „Senioren“ bezeichnet hat. 

Neue Chancen

Eine Entwicklung, die zwar viele Herausforderungen, aber zugleich auch einige Chancen mit sich bringt. „Wichtig ist, dass wir uns von den gängigen Greisen-Bildern lösen. Die Silver Society steht nicht für betagte, gebrechliche Pensionisten, sondern für aktive, meist gut situierte ältere Personen. Die Silver Society ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden, sondern eher an ein gewisses Mindset“, betont Zukunftsforscher Tristan Horx. Für die meisten ist das Erreichen des Rentenalters keinesfalls der Beginn des Ruhestandes. „Viele fangen in der Pension wieder an zu reisen, ziehen um, suchen sich neue Hobbys und sind frei und mobil“, so Horx. Die Bereitschaft, Geld auszugeben, ist bei den Babyboomern wesentlich höher als bei den Generationen zuvor, deren Ansporn es war, ihren Nachkommen ein Vermögen zu hinterlassen.

Wirtschaftlicher Boost 

Die Tatsache, dass auch Personen in der zweiten Hälfte ihres Lebens noch einiges erreichen und erleben wollen, setzt auch die Wirtschaft ordentlich in Bewegung. Vor allem für die Reise-, Immobilien- und Technikbranche, den Medizin-, Wellness- und Pflegebereich sowie diverse Kultur- und Freizeitbetriebe erschließt sich mit der Silver Society ein zahlungskräftiger und immer wichtiger werdender Markt (siehe Beispiele unten). Fakt ist, dass die Alterung der Gesellschaft Auswirkung auf so gut wie jeden Lebensbereich hat – angefangen bei einer sorgfältigen Urbanisierungs- und Mobilitätsplanung bis hin zur Gesundheitsbildung, altersgerechter Arbeitsplatzgestaltung oder sozialen Sicherungssystemen.

Synergien nutzen

„Früher galt man mit 65 als alter Mensch und war somit für die Wirtschaft und Gesellschaft nicht mehr von großer Bedeutung. Diese Zeiten sind vorbei“, unterstreicht der studierte Kultur- und Sozialanthropologe. Denn „aktives Altern“  wirkt sich auch positiv auf jüngere Generationen aus. „Ältere Menschen geben der Gesellschaft nicht nur ihr berufliches Wissen und ihre Lebenserfahrungen weiter, sondern haben auch eine gewisse Entspanntheit und Ruhe sowie einen Blick für das Wesentliche, wovon wiederum andere Generationen profitieren können. Wir müssen nun lernen, diese wertvollen Synergien zu nutzen“, so der Zukunftsforscher, der als internationaler Speaker erfolgreich ist.  Beispiele dafür sind unter anderem generationsübergreifende Bauprojekte, die das Zusammenleben von Alt und Jung forcieren.

Auswirkungen auf die Wirtschaft 

Ob Wandern, Tanzabende, Kunst-Workshops, Konzert- und Museumsbesuche oder Tagesausflüge – die Silver Society gestaltet ihre Freizeit gerne aktiv und gesellig. Um den Ansprüchen dieser Generation gerecht zu werden, setzen immer mehr Veranstalter, Unternehmen oder Vereine wie 50plus-hochgenuss.at oder die Stadt Graz mit der SeniorInnen-Card auf spezielle Angebote für „Best Ager“, um Gleichgesinnte zu vereinen. 

Fitness und Gesundheit spielen mit zunehmendem Alter eine immer wichtigere Rolle. Um diese zu erhalten, werden immer mehr Sportkurse, Ernährungsberatungen, Life-Style-Coachings und Wellness-Behandlungen für Personen über 50 angeboten. Die Nachfrage ist vorhanden, vor allem Ausdauersport wie Joggen, Walken, Zumba, Schwimmen oder Radfahren erfreuen sich beim älteren Publikum großer Beliebtheit. 

Urlaub auf Balkonien war gestern – die Silver Society hat Lust, noch viel zu erleben. „Erst vor kurzen kam eine 85-Jährige zu uns, um eine Neuseeland-Reise zu buchen. Die Nachfrage nach Fernreisen steigt beim älteren Publikum enorm“, bestätigt Martin Roll von Retter Reisen. Vor allem Kultur- und Kulinarikreisen sind gefragt. „Nachhaltigkeit ist aber auch für ältere Reisende ein Thema, weshalb die Buchungen von Kreuzfahrten rückläufig sind“, so Roll. 

Um Älteren den Alltag zu erleichtern, gibt es bereits zahlreiche elektronische Gadgets – angefangen bei medizinischen Unterstützungen wie Notruf-Uhren oder digitalen Arztbesuchen bis hin zu seniorengerechten Tablets, Handys oder Smart-Watches. „Solche Gadgets helfen älteren Personen dabei, ihren Alltag einfacher zu gestalten und ein aktiver Teil unserer digitalen Gesellschaft zu bleiben“, so Zukunftsforscher Tristan Horx. 

Die Demographie beinflusst auch Finanzmärkte. „Dies zeigt sich dadurch, dass Investmentfonds verstärkt in Unternehmen aus den Bereichen Medizintechnik, Pflege sowie Pharma und Biotechnologie investieren“, so Hannes Dolzer, Obmann der Fachgruppe Finanzdienstleister. Außerdem: Ältere Personen haben bezüglich Assetklassen keine besonderen Präferenzen. „Fakt ist, dass die heute 50-Jährigen bei Investments offener, mutiger und flexibler sind“, so Dolzer.

„Generationenkompatibel“ statt „altersgerecht“: Senioren-WGs, generationsübergreifende Haushalte oder andere alternative Wohngemeinschaften werden als Konzept immer beliebter. „Was in anderen Städten wie Zürich (z.B.: Hunziker-Areal) oder Berlin bereits gang und gäbe ist, wird bei uns wohl noch zwei Jahre dauern“, so Oliver Vallant, Geschäftsführer der SmartCity Mitte Holding GmbH. „Der Trend geht auf jeden Fall in diese Richtung“, so Vallant. 


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