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Wenn die Arbeit die Freizeit anderer ist

Ein Leben zwischen Messen, Autobahn und Belegerteilungspflicht: Schausteller Helmuth Rüdiger gewährt zum Start der Grazer Messe Einblick in seinen Alltag.

Aufgewachsen zwischen Breakdance, Karussel und Achterbahn: Helmuth Rüdiger, Obmann-Stellvertreter der Fachgruppe Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe, tingelt seit Jahrzehnten durch Europa, um Menschen mit seinen Fahrgeschäften Freude zu bereiten.
© Foto Fischer Aufgewachsen zwischen Breakdance, Karussel und Achterbahn: Helmuth Rüdiger, Obmann-Stellvertreter der Fachgruppe Kino-, Kultur- und Vergnügungsbetriebe, tingelt seit Jahrzehnten durch Europa, um Menschen mit seinen Fahrgeschäften Freude zu bereiten.

Der Blick aus dem Wohnwagenfenster verändert sich für Helmuth Rüdiger rund 30 Mal im Jahr: Mal ist es Wien, dann Belgrad, Dublin oder Graz. Während sich die Länder, Städte und Veranstaltungen abwechseln, bleibt eines immer gleich: Das Leben des Schaustellers findet zwischen Skyrockern, Karussellen und Achterbahnen statt.

Bereits in seiner Kindheit verbrachte Rüdiger die meiste Zeit am Rummel, wo auch schon sein Vater als Schausteller Kunden mit seinen Fahrgeschäften begeistern konnte. In fünfter Generation übt Rüdiger nun den traditionellen Familienberuf weiter aus. „Die Saison dauert meistens von Ende März bis Ende Oktober. Währenddessen fahren wir quer durch Europa, um verschiedenste Messen und Feste zu bestellen. Die Freizeit ist da natürlich sehr begrenzt, es braucht also schon viel Idealismus für die Sache“, schmunzelt Rüdiger, der zusammen mit seinem rund zehn-köpfigen Team insgesamt vier Fahrgeschäfte betreut. 

Die Schaustellerbranche im Wandel der Zeit

Von der Wartung über den Kartenverkauf bis hin zum „Rekommandieren“ – der Arbeitstag eines Schaustellers beginnt früh und endet spät. Hinzu kommen die aufwendigen Auf- und Abbauarbeiten, die pro Event mehrere Tage in Anspruch nehmen – und das in einer mittlerweile sehr schnell­lebigen Zeit. „So wie sich die Messen selbst verändert haben, so hat sich auch die Schaustellerbranche gewandelt. Früher war die zehntägige Grazer Herbstmesse die größte Veranstaltung für uns, jetzt bleiben uns dafür nur noch fünf Tage“, so Rüdiger, dem 2015 als einzigem steirischen Schausteller das steirische Landeswappen verliehen wurde. 

Ein Trend, der die Arbeit der Schausteller zunehmend erschwert. „Es ist generell schwieriger geworden für uns. Die Platzmieten werden immer teurer und die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 13 Prozent war ein harter Schlag für uns. Wir haben außerdem mit vielen Auflagen wie zum Beispiel der Belegerteilungspflicht zu kämpfen“, unterstreicht der Schausteller. Im Vergleich: In Deutschland liegt die Mehrwertsteuer für Schausteller bei nur sieben Prozent. 

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