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Welle der Hilfsbereitschaft für Kroatien

Für Kroatien begann das neue Jahr mit schweren Erdbeben. Engagierte Steirer begannen sofort mit Hilfsaktionen für die betroffenen Gebiete.

Erdbeben in KroaMann mit Rollator vor eingestürztem Gebäude.
© Aldrian Die Erdbeben haben in der Region Sisak-Moslavina eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Gleich mehrmals bebte die Erde in Kroatien rund um den Jahresbeginn. Und zwar so stark, dass es sogar hierzulande spürbar war. Spürbar war auch die Welle der Hilfsbereitschaft der Steirer: In kürzester Zeit wurden zahlreiche Initiativen auf die Beine gestellt: Privatpersonen, Feuerwehren und eine Vielzahl an Unternehmen (siehe Spalte S. 13) stellten Hilfsgüter zur Verfügung und organisierten den Transport in das betroffene Gebiet in der Region Sisak-Moslavina – vom Nötigsten wie Lebensmittel bis hin zu Baumaterial für den Wiederaufbau.

„Es sind rund 180.000 Menschen von den Erdbeben betroffen. Und viele davon können oder wollen ihre Häuser nicht verlassen, da sie Tiere zu versorgen haben oder die Aufräum- und Reparaturarbeiten nicht aufschieben möchten“, berichtet Sonja Holocher-Ertl, Wirtschaftsdelegierte in Zagreb. Und diese müssten nun sicher untergebracht werden. Bisher wurden rund 300 mobile Wohncontainer und Mobilheime aufgestellt. Insgesamt wird der Bedarf aber auf 1.000 geschätzt. Österreich habe 80 Mobilheime geliefert, die Türkei habe weitere 100 zugesagt, außerdem hätten Betreiber von Campingplätzen mobile Wohnmöglichkeiten zur Verfügung gestellt, so Holocher-Ertl. „Aus vielen europäischen Ländern kam sofort Hilfe und Kroatien selbst hat unmittelbar nach dem Erdbeben 16 Millionen Euro für die betroffenen Städte und Gemeinden als Ersthilfe freigegeben.“ Der Schaden könne freilich noch nicht abgeschätzt werden, man werde wohl mit mehreren weiteren Milliarden für den Wiederaufbau rechnen müssen, so die Wirtschaftsdelegierte. 

Enorme Zerstörungen

Das Epizentrum der jüngsten Erdstöße liegt in einer Region, die ohnehin zu den ärmsten Gebieten des Landes zählt. Schon im Jugoslawienkrieg in den 1990er-Jahren wurde dort viel zerstört und es gibt eine starke Abwanderung, die nun noch verstärkt werden könnte, so Holocher-Ertl. Eine erst Schadensbilanz: Mehr als 22.000 Gebäude wurden als beschädigt gemeldet, 9.000 davon wurden mittlerweile inspiziert und etwa 20 Prozent davon sind komplett zerstört, darunter auch neun Schulen. Schäden wurden von 3.000 Bauernhöfen, 750 Gewerbebetrieben und 800 Firmen gemeldet. Beschädigt wurden außerdem Wasser- und Abwassersysteme, Umspannwerke, die Telekom-Festnetzinfrastruktur sowie der Bahnhof und das Krankenhaus von Sisak. Die an den Straßen verursachten Schäden wurden mit rund zwölf Millionen Euro beziffert. „Auch österreichische Investitionen sind betroffen“, weiß Holocher-Ertl. „Etwa ein Fleischverarbeitungsbetrieb bei Petrinja und eine Plantage der österreichischen Glendor-Invest GmbH.“

Erdbeben und Corona

Die Erdbeben haben Kroatien zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt getroffen, denn das Land ist stark vom Tourismus abhängig und dadurch vergleichsweise stark von der Corona-Krise betroffen. „Die Prognosen für das BIP liegen für 2020 zwischen -8,6 und -9,6 Prozent“, so Holocher-Ertl. Die Corona-Infektionen konnten zu Beginn sehr niedrig gehalten werden, haben sich aber im Laufe des Sommers stark verschlechtert. Aktuell liegt Kroatien bei der Sieben-Tages-Inzidenz im letzten Drittel der EU-Länder, die Zahlen haben sich aber seit Weihnachten stabilisiert. Die Stimmung unter österreichischen Unternehmen in Kroatien schätzt Holocher-Ertl als vorsichtig optimistisch ein. „Auch wenn Bereiche wie Hotellerie und tourismusabhängige Branchen stark unter Druck sind, haben wir doch auch unerwartet viele positive Berichte über die vergleichsweise rasche und unbürokratische Auszahlung von Unterstützungsleistungen, vor allem zur Erhaltung von Arbeitsplätzen, bekommen. Meiner Einschätzung nach gehen österreichische Unternehmen im Land mehrheitlich von einer raschen und kräftigen Erholung noch im Jahr 2021, spätestens aber 2022 aus.“

Von Petra Mravlak

Bilder von den Hilfseinsätzen

Kroatien: Ausladen der Hilfslieferung
© Aldrian


Kroatien: LKW mit Hilfslieferung
© Aldrian


Kroatien: Ausladen der Hilfslieferung
© Aldrian
Kroatien: Ausladen der Hilfslieferung
© Aldrian


Unter anderem bedanken wir uns bei folgenden Firmen:

  • Aldrian Stiegen GmbH
  • Bäckerei Freydl
  • Bauunternehmen Kiegerl
  • Buschenschank Bauer
  • Elektrotechnik Müller-Gaich
  • Erlauer – Blumen, Gärten, Naturpools
  • Freiberger Transporte
  • Frigopol Kälteanlagen
  • Göritzer - Spenglerei - Dachdeckerei
  • Hagebaumarkt Wallner Stainz
  • Hasslacher Norica Timber
  • Hechenblaickner
  • Holzbau Schranger GmbH
  • Hubmann - mein Kaufhaus
  • Jerich Transporte
  • JET Stainz
  • Jöbstl Transporte
  • Kachelofen Stiegler
  • Kachelofen Wolf
  • KFZ-Technik Höller
  • KSK Baumarkt GmbH
  • LAGERHAUS Stainz
  • Landgasthof Steinbeck
  • Liechtenstein Holztreff
  • Masseur Klaus
  • Messner Wurst
  • mhs GmbH
  • Resch Transporte
  • Sommer Transport
  • Spar-Markt Preding
  • SÜD DACH GmbH
  • TCM International
  • TCM Austria
  • TEZ Georgsberg 
  • Tierpark Preding-Wettmannstätten


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