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Was wäre der Tag der Arbeit ohne Arbeitgeber?

Mit dem „Tag der Arbeitgeber“ am 30. April setzt die WKO Steiermark ein starkes Zeichen für noch mehr Unternehmertum.

Der 1. Mai – Tag der Arbeit – steht vor der Tür. Ein Tag, der Jahr für Jahr seitens der Arbeitnehmervertreter zelebriert wird – die Rolle der Arbeitgeber findet dabei aber wenig Beachtung. „Aus diesem Grund hat sich die Wirtschaftskammer dazu entschlossen, den 30. April wie schon in den beiden Vorjahren zum ,Tag der Arbeitgeber‘ auszurufen“, berichtet WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. Diesen will man nicht für Aufmärsche, sondern für eine inhaltliche Auseinandersetzung nützen, wie Herk betont: „Unternehmertum ist natürlich das ganze Jahr über unser Leitthema. Gerade diesen speziellen Tag, den 30. April, wollen wir aber dafür nützen, um zu sensibilisieren. Denn Tatsache ist: Ohne Arbeitgeber gebe es keine Beschäftigung und damit keinen Wohlstand. Eine Leistung, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Darum ist es mir auch ein persönliches Anliegen einfach einmal ,Danke‘ zu sagen.“ Einen Angriff gegen die Arbeitnehmervertreter sieht Herk darin nicht: „Im Gegenteil. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind in der Steiermark ein starkes Team. Das zeigt der Wohlstand, den wir gemeinsam erreicht haben – und diesen gilt es weiter zu sichern. Gerade am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, sollte man sich diesem Thema widmen, und dazu gehört nun auch einmal die Frage: Was wäre ein solcher Tag ohne Arbeitgeber?“

Wirtschaft legt Zeugnis ab: So wertvoll sind die Arbeitgeber für unsere Gesellschaft

Eine Antwort auf diese Frage liefert ein Blick auf die Statistik: „Aktuell zählen wir in der Steiermark 65.989 Unternehmen, davon entfallen 26.981 auf die Kategorie Arbeitgeberbetriebe“, so Vizepräsident Benedikt Bittmann. Insgesamt beschäftigt die gewerbliche Wirtschaft in der Steiermark damit 360.319 Menschen – Tendenz steigend. „Leider wird dieses Faktum in der Betrachtung des Arbeitsmarkts oftmals übersehen beziehungsweise hintangestellt. Natürlich ist auch der Wirtschaft jeder Arbeitslose ein Arbeitsloser zu viel, aber angesichts der mehr als fordernden Rahmenbedingungen ist eine solche Beschäftigtenzahl wahrlich eine tolle Leistung“, lobt Bittmann. Sie ist verbunden mit der Auszahlung von rund 11 Milliarden Euro an Löhnen und Gehältern pro Jahr. Weitere 3,3 Milliarden Euro fließen aus den steirischen Unternehmerkassen direkt in diverse Sozialtöpfe (Pensions-, Unfall-, Kranken-, Arbeitslosenversicherung etc.) – inklusive schleichender Steuererhöhung. „Durch die Progression sind die von Arbeitgeberseite finanzierten Sozialabgaben allein in den vergangenen fünf Jahren um 18 Prozent gestiegen. Hier müssen wir dringend eine Trendumkehr einleiten, wollen wir die Beschäftigung hierzulande weiter steigern“, so Bittmann. Eines will Bittmann dabei aber klargestellt wissen: „Die Wirtschaft bekennt sich zu den sozialen Errungenschaften. Wenn aber das Wirtschaftswachstum mit den Kosten des Sozialsystems nicht mehr Schritt halten kann, setzen wir schlussendlich den gesamten Sozialstaat aufs Spiel. Die Politik muss der Reformrealität endlich ins Auge blicken – mit der Steuerreform in ihrer aktuellen Form tut sie es nicht“, mahnt Bittmann. Darum pocht die WKO hier auch intensiv auf Nachverhandlungen. 

Wirtschaft legt Zeugnis ab: So steht die Steiermark im internationalen Wettbewerb da  

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der steirischen Wirtschaft war und ist ihre Exportorientierung. „Jeder zweite Euro wird bereits im Außenhandel verdient. Mit einem Gesamtvolumen von rund 19 Milliarden Euro pro Jahr ist die Steiermark im Österreichvergleich mittlerweile zum drittgrößten Exportbundesland aufgestiegen“, weiß WKO Steiermark Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. „Wachstum über den Inlandsmarkt allein ist nicht mehr möglich, darum braucht es einen Blick über den Tellerrand. Steirischen Produkten steht ein Markt von mehr als sieben Milliarden Kunden offen, aus diesem Grund haben wir mit dem ICS eine österreichweit einzigartige Einrichtung ins Leben gerufen, die exportorientierte Unternehmen in jederlei Hinsicht unterstützt“, betont Dernoscheg. Die Top-10 unter den steirischen Exportschlagern:

  • Kraftfahrzeuge: 20,3 Prozent (Anteil am Gesamtexport)
  • Maschinen: 13,7 Prozent
  • Elektronische Waren: 9,8 Prozent
  • Eisen-/Stahlwaren: 8,2 Prozent
  • Eisen und Stahl: 7,4 Prozent
  • Papier und Pappe: 6,8 Prozent
  • Mess- und Prüfinstrumente: 3,3 Prozent
  • Kunststoff(-waren): 2,6 Prozent
  • Holz(-waren): 2,5 Prozent
  • Mineralöle, Destillate: 2,4 Prozent


Hauptexportmärkte aus weiß-grüner Sicht sind Deutschland (5.472 Mio. Euro), Italien (1.439 Mio. Euro), USA (1.375 Mio. Euro), China (1.060 Mio. Euro) und Frankreich (880 Mio. Euro). Nicht zuletzt aufgrund der hohen Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,4 Prozent können sich steirische Produkte hier äußerst erfolgreich messen. Allerdings: Wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten – und zwar in Form starrer Arbeitszeitregelungen. „Im Außenhandel werden die Zeitspannen immer kürzer. Wir brauchen flexible Regelungen, die es den Unternehmen ermöglichen ihre Aufträge bestmöglich abzuarbeiten. Hier hinken wir der Realität noch immer hinterher. Außerdem sollte es uns ernsthaft zu denken geben, dass die heimische Konjunktur trotz Wirtschaftsaufschwung in unserem Hauptexportmarkt Deutschland so gut wie gar nicht wächst“, mahnt Dernoscheg.  

Wir legen Zeugnis ab: So gefragt sind die Serviceleistungen der WKO Steiermark  

Die mangelnde Flexibilität ist jedenfalls einer von vielen Gründen, warum der Druck auf die heimischen Unternehmer in jüngster Zeit zugenommen hat. Das spiegelt sich auch in der aktuellen Servicestatistik der WKO Steiermark wieder, wie Dernoscheg zu berichten weiß: „Der Trend bei den Anfragen hier ist stark steigend. Im Vorjahr zählten wir 31.138 Kunden und 86.666 Fälle, das entspricht einem Plus von 14 Prozent.“ Darunter befinden sich besonders viele Bürokratie-Fälle – allein im Bereich der Betriebsanlagengenehmigung und Betriebsanlagenprüfung offenbart die Statistik eine Zunahme jenseits der 20 Prozent – weshalb die WKO auch die Online-Plattform „Schluss mit Schikanen“ ins Leben gerufen hat (www.wko.at/stmk/schlussmitschikanen). Hier wird betroffenen Unternehmern die Möglichkeit geboten, ihr persönliches Bürokratie-Erlebnis ihrer Interessenvertretung auf niederschwelligste Art und  Weise mitzuteilen. „Wir prüfen jeden Fall“, so Dernoscheg.  Weiters stark nachgefragt werden bei den Serviceexperten der WKO auch die Bereiche Wirtschaftsrecht sowie Steuern und Abgaben. „Man sieht, der Wind, der unseren Unternehmern entgegen bläst, wird rauer“, so Dernoscheg. Erfreulich dagegen ist das Zeugnis der Servicekunden gegenüber der WKO: Sowohl Freundlichkeit (1,4) als auch Hilfsbereitschaft (1,5) und nicht zuletzt die fachliche Kompetenz (1,6) werden von den Unternehmern top bewertet.

Wir legen Zeugnis ab: So gefragt sind die Bildungsleistungen der WKO Steiemark  

Mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), der Fachhochschule Campus 02, der Tourismusschule Bad Gleichenberg sowie ab Herbst dem neuen TALENT.Center zählt die WKO Steiermark aber auch zu den Top-Bildungsanbietern des Landes. „Insgesamt bilden die steirischen Arbeitgeber rund 17.000 Lehrlinge aus und bereiten diese damit auf ihre berufliche Laufbahn vor“, berichtet WKO Steiermark Direktor-Stellvertreter und WIFI-Leiter Peter Hochegger. Investiert wird aber auch in die Weiterbildung, schließlich absolvieren jedes Jahr mehr als 38.000 Mitarbeiter eine zukunftsorientierte Weiterbildung im WIFI. „Damit bleiben Arbeitsplätze wettbewerbsfähig“, betont Hochegger. Eine echte Erfolgsgeschichte ist diesbezüglich auch die Fachhochschule der Wirtschaft Campus 02. 1.200 Studierende erhalten hier eine hochschulische Qualifizierung in Bachelor- und Masterstudien. Ebenso viele zählt man in den 20 Meisterschulen: 1.200 junge Profis werden hier auf ihrem Weg zum Qualifikations-Gütesiegel „Meister“ begleitet. Darüber hinaus bieten die steirischen Arbeitgeber 2.800 Lehrlingen und Lehrabsolventen eine qualifizierte Vorbereitung auf die Berufsmatura. Trotzdem werden viele Talente noch immer nicht entsprechend erkannt bzw. gefördert und bleiben damit oft ohne abgeschlossene Ausbildung auf der Strecke. „Eine Verschwendung, die sich unser Standort schon allein aufgrund der demografischen Entwicklung nicht länger leisten kann“, so Hochegger. Aus diesem Grund hat sich die WKO auf dem Areal der ehemaligen Schule Rosenhof zu einer Millioneninvestition für den Standort Steiermark entschlossen: dem TALENT.Center. „Dieses soll Jugendlichen ab Herbst die optimale Ausbildungs- und Berufswahl erleichtern“, betont Hochegger. Auf einer Gesamtnutzfläche von 1.257 Quadratmetern wird dieses Platz für 28 Teststationen sowie einen getrennten EDV-Testraum beinhalten, weiters Büroeinheiten, Aufklärungs- und Präsentationsbereiche sowie einen eigenen Freiparkour“. 

Wirtschaft stellt Zeugnis aus: Kernergebnisse der Standortstudie

Die Wirtschaft wird eine zukunftsorientierte Politik stets unterstützen. Darum hat das Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) der WKO Steiermark gemeinsam mit zwei profunden Wirtschaftsforschungsinstituten – namentlich dem WIFO und dem Joanneum Research – eine umfangreiche Analyse des Standorts Steiermark gestartet. „Erste Ergebnisse liegen nun bereits vor, sie werden die Basis für die interessenpolitische Arbeit unseres Hauses in den kommenden Jahren sein“, berichtet Herk.

 

Längerfristig betrachtet hat sich die Steiermark – trotz aller aktuellen Probleme am Arbeitsmarkt – gut entwickelt. Im Rahmen der Studie wurden 279 europäische Regionen unter die Lupe genommen, von denen nur mehr 58 als „industriell-gewerblich geprägt“ gewertet werden. „Das zeigt, dass die viel zitierte Re-Industrialisierung Europas bis dato leider nicht viel mehr als ein Schlagwort ist“, kritisiert Herk. Aber zurück zum Positiven: Die Steiermark belegt in diesem Wettbewerbsranking Platz 26. Und sie hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten ein wesentlich höheres BIP-Wachstum erreichen können, als die meisten anderen hochentwickelten Industrieregionen: nämlich 45 Prozent. Der europäische Durchschnittswert liegt hier bei den hochentwickelten Regionen bei 39 Prozent. Die grundsätzliche Richtung stimmt also, was aber noch lange nicht heißt, dass diese günstige Wettbewerbsposition auch für die Zukunft gesichert ist.

 
  • Herausforderung Nummer eins: Das Land der Berge wird immer mehr zum Land der Alten! Allein bis zum Jahr 2030 wird die Zahl der Erwerbspersonen in der Steiermark um 7 Prozent abnehmen, in einigen Regionen sogar um 20 bis 30 Prozent. Und diese Entwicklung wird sich bis zum Jahr 2050 weiter verschärfen. Herk: „Wir haben also nichts mehr zu verschenken, wenn’s um unsere hellen Nachwuchsköpfe geht. Darum müssen wir auch endlich den gordischen Bildungsknoten durchtrennen. Mit dem neuen TALENT.Center leistet die WKO hier ihren Beitrag.“

  • Herausforderung Nummer zwei: Bei Humanressourcen in Wissenschaft und Technik hinken wir den Top-Regionen Europas noch immer hinterher. Oberbayern und der Raum Stuttgart verzeichnen hier zum Beispiel einen 50 Prozent Anteil unter der Erwerbsbevölkerung, wir in der Steiermark dagegen nur 32 Prozent. Hier kommt die Studie zum Schluss, dass der Steiermark noch immer zu viele Hochgebildete in die anderen Bundesländer sowie ins Ausland abhanden kommen. „Hier braucht es ein aktives Zugehen in Richtung der Universitäten und Fachhochschulen um vor allem auch akademische Gründungen zu forcieren“, betont Herk. Darum hat die WKO auch das Leitprojekt „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ ins Leben gerufen. Im Rahmen dessen gibt es nicht nur Stipendien für wirtschaftsnahe Diplom- und Masterarbeiten, sondern auch vergünstigte Unternehmertrainings für Studenten und Jungwissenschaftler.

  • Herausforderung Nummer drei: Dritter wesentlicher Punkt ist grundsätzlich eine Stärke des Standorts Steiermark: der Export. „Mehr noch als heute werden wir Wachstum und Wohlstand künftig jenseits unserer Grenzen sichern müssen. Mit innovativen Produkten, smarten Lösungen und nachhaltiger Kompetenz“, betont Herk. „Think big“ muss das Motto lauten – und zwar auch was die Fokussierung der Märkte betrifft. „Unsere Studie kommt zum Schluss, dass die Chancen jenseits des europäischen Marktes noch ausbaufähig sind im Vergleich zu unseren Bemühungen bis jetzt.“ Besonders im Fokus sind die Wachstumsmärkte in China und Indien. Hier ist die Steiermark bis dato zwar indirekt verbunden – über den Haupthandelspartner Deutschland –, aber noch nicht erschöpfend direkt angebunden. Faktum ist: 28 Prozent der Bruttoexporte gehen laut Studie nach Deutschland, aber nur 18 Prozent finden in Deutschland auch tatsächlich ihre Endkunden. „Hier könnte die steirische Wertschöpfung durch eine Direktanbindung noch ausgebaut und damit unabhängiger werden“, so Herk.

 

Wesentlich für den Erfolg des Standort Steiermarks sei jetzt aber erst einmal die Fortführung des steirischen Reformwegs nach der Landtagswahl, betonen die Mitglieder des WKO-Präsidiums unisono. „Wir haben aus den ersten Ergebnissen dieser Standortstudie nun ein Empfehlungspaket für die künftige Landesregierung abgeleitet. Dieses wollen wir gemeinsam mit allen konstruktiven Kräften im Land umsetzen.“


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
mario.lugger@wkstmk.at

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