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Was in Zukunft auf unseren Tellern serviert wird

Vom simplen Lebensmittel zum Lifestyle-Thema: Das Thema Essen ist heute in aller Munde. Und der „Food Report“ zeigt, was morgen auf dem Speiseplan steht.  Ein Überblick, wie steirische Unternehmer aus Trends Innovationen kreieren.

Diverses Gemüse
© Alexander Raths - Fotolia Regional und saisonal liegt weiterhin groß im Trend.

Ob Fisch oder Fleisch, Herzhaftes oder Süßes: Geschmäcker sind verschieden. Doch Essen ist längst mehr als bloße Nahrungsaufnahme, es ist Lifestylethema, Forschungsgegenstand und ein milliardenschwerer Wirtschaftsfaktor. Die Lebensmittelindustrie arbeitet mit Hochdruck an der Entwicklung neuer Technologien. Wir haben die neuesten Trends unter die Lupe genommen, die der „Food Report 2017“ des Zukunftsinstitus ausweist – und mit Unternehmern gesprochen, die auf diesen Zug aufgesprungen sind und für Innovationen auf dem Speiseplan sorgen.


Autorin Hanni Rützler ist überzeugt, dass die Zukunft der Ernährung im Wasser liegt. Die Nachfrage nach Fisch- und Seafood-Konsum steigt, gleichzeitig sind die Meere überfischt. Was also tun? „Es muss nicht immer Fisch sein, wenn es um die Zukunft unserer Ernährung aus dem Wasser geht“, prognostiziert Rützler. „Als Powerfood aus dem Meer haben Algen großes Zukunftspotenzial. Sie sind reich an Eiweiß und Ballaststoffen und haben kaum Fett und Kalorien.“ Mit findigen Köchen und innovativen Produzenten lassen sich daraus Gerichte zaubern, die auch dem europäischen Gaumen munden.


Ein weiteres Trendfeld sieht Rützler im Bereich „New Flavoring“. Noch nie zuvor wurde soviel Energie in die Wiederentdeckung vergessener und in die Entwicklung neuer Aromen und Geschmacksstoffe investiert wie heute. So setzt etwa der Grazer Jungunternehmer Florian Orthaber in seinen zuckerfreien Pralinen auf exotische Aromen wie Tonka-Bohne, Acai, Chai-Ingwer oder Matcha-Grüntee.


Auch in Zukunft werden Regionalität, Saisonalität und Bio-Produkte eine zentrale Rolle spielen.  Laut einer GfK-Studie über die Ernährungsgewohnheiten der Österreicher bevorzugen mittlerweile mehr als die Hälfte der Befragten Bio-Produkte. Und sie sind auch bereit, dafür mehr Geld auszugeben. Der Murauer Bäcker Karl Hager setzt seit Jahren auf gentechnikfreie Rohstoffe und Bio-Produkte – der Erfolg gibt ihm Recht.


Aber noch ein weiterer Trend zeichnet sich ab, und zwar einer mit „Gruseleffekt“: Auch in unseren Breiten kommen schon Insekten auf den Tisch. Erlebnisgastronom Christian Schilcher von der Steirerhütte in Bad Mitterndorf serviert seit gut einem Jahr auch Mehlwürmer und Heuschrecken – die knusprigen Proteinbomben schmecken den Gästen.


Und immer mehr Menschen suchen Alternativen zum Fleisch. Zunächst als Randerscheinung belächelt, sind vegane Produkte heute ein Milliardengeschäft. In Graz gibt es sogar einen veganen Würstelstand und rechtzeitg vor Ostern wird die nächste Innovation präsentiert: die vegane Osterpinze.

Forscher tüfteln, wie sich Insekten als Nahrung aufbereiten lassen

Seit 2013 beschäftigt sich der Studiengang „Nachhaltiges Lebensmittelmanagement“ an der FH Joanneum mit dem Thema Insekten als Nahrungsquelle. „Insekten können wegen ihres Proteinreichtums ein wichtiger Baustein in der künftigen Ernährung sein – sei es als Futtermittel oder als Bestandteil von Nahrungsmitteln“, so Institutsleiter Johannes Haas. So wurde etwa eine Trocknungsanlage für Maden und  ein Waffelsnack aus Grillenmehl entwickelt. Auch Nudeln, Muffins, Ketchup und Gebäck gibt es bereits auf Basis von Insektenmehl.  Infos: www.fh-joanneum.at

Veganer Trend macht auch bei Krapfen und Osterpinzen nicht halt

Bäckermeister Karl Hager ist ein Pionier: Als erster Betrieb wurde seine „Naturbäckerei“ in Murau als gentechnikfrei zertifiziert. Emulgatoren oder Backhefe kommen bei ihm nicht in den Sauerteig. Andere Zutaten wie Topfen oder Eier bezieht er von Bio-Betrieben aus der Umgebung.  Bei der Produktpalette zeigt sich Hager höchst innovativ: Seit heuer bietet er auch vegane Faschingkrapfen und Osterpinzen an, ein veganer Striezel für Allerheiligen ist bereits in Planung. „Vegane Produkte werden immer stärker nachgefragt, wir wollen am Puls der Zeit bleiben“, sagt der innovative Bäcker. 

Wo Mehlwürmer und Heuschrecken schon jetzt auf den Tisch kommen

Eine außergewöhnliche Speisekarte führt Erlebnisgastronom Christian Schilcher von der Gourmet-Steirerhütte im malerischen Bad Mitterndorf: Neben vielen Fischgerichten kann man dort auch  Mehlwürmer in vielen Varianten und knusprige Heuschrecken bestellen. „In einem Nudelgericht oder im Salat sind Insekten ein echtes Geschmackserlebnis“, weiß Schilcher nach gut einem Jahr. „Wir sind überzeugt, dass Insekten als Lebensmittel in Zukunft auf den Tisch kommen werden. In anderen Ländern gehören sie jetzt schon zu den Delikatessen.“  Infos: www.steirerhuette.at

Grazer Jungunternehmer sorgt mit zuckerfreien Pralinen für Furore

Mit einer ernährungsbewussten Produktinnovation lässt der Grazer Florian Orthaber aufhorchen: Er hat zuckerfreie, dafür aber ballaststoffreiche Pralinen und Schokoladen „erfunden“, die mittlerweile weggehen wie die warmen Semmeln. Nicht nur auf industriellen Zucker, sondern auch auf tierische Produkte wird bei den süßen Versuchungen verzichtet, dafür gibt es jede Menge Trendgeschmäcker von der Tonka-Bohne bis zu Matcha-Grüntee. „Immer mehr Menschen wollen die Überzuckerung umgehen und setzen daher auf handwerklich hergestellte Süßwaren“, sagt der findige Jungunternehmer. 


Facts:

58.570 Mitarbeiter zählt die heimische Lebensmittelwirtschaft.
21,2 Prozent beträgt der Anteil der Bio-Fläche an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche.
1 Milliarde Euro wurde zuletzt mit Bio-Produkten umgesetzt.

Autorin: Karin Sattler

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