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Was die Italienwahl für Europa bedeutet

Der Wahlsieg von Rechtspopulistin Giorgia Meloni markiert einen Umbruch in Italien. Unsere WKO-Wirtschaftsdelegierte in Mailand über die Zeitenwende.

Analysten sagen Rezession voraus: Viel Arbeit wartet auf die künftige italienische Regierungschefin Giorgia Meloni im italienischen „Parlamento“.
© Adobe Stock/daboost, dade72 Analysten sagen Rezession voraus: Viel Arbeit wartet auf die künftige italienische Regierungschefin Giorgia Meloni im italienischen „Parlamento“.

Frau Wirtschaftsdelegierte, wie ist dieser Rechtsruck zu erklären?

Gudrun Hager: Laut Beobachtern liegt ein wesentlicher Erfolgsfaktor der aktuellen Siegerpartei Fratelli d’Italia darin, dass ihre Spitzenkandidatin Giorgia Meloni aus der Opposition heraus agieren konnte, während sich alle anderen Parteien in einer Doppelrolle wiederfanden.  

Wie hat sie sich inhaltlich abgegrenzt?

Es besteht  weitestgehend  Konsens unter den Parteien. Auf inhaltliche Schwerpunkte wie Steuersenkungen und Sozialleistungen für Familien und Unternehmen haben im Zuge der Energiekrise zuletzt alle Parteien gesetzt.  Das gilt auch für Maßnahmen zur Anziehung von italienischen Fachkräften, wie den Heimkehrerbonus oder den Energiepreisdeckel. 

Was ist wirtschaftlich zu erwarten?

An den italienischen Börsen gab es zwar eine gewisse Nervosität, diese hat sich jedoch nach dem Wahlausgang nicht materialisiert. Die italienischen Wirtschaftsverbände prognostizieren, dass im internationalen Kontext die Maßnahmen auf EU-Ebene – Stichwort Gaspreisdeckel –  sowie die hohe Inflation die Hauptthemen sein werden. Vor allem werden Maßnahmen zur Abfederung der hohen Energiekosten für die Wirtschaft gefordert, eine weitere Staatsverschuldung soll vermieden werden.

Orten Sie durch die Wahl eine Gefahr für die Zukunft Europas?

Meloni hält sich dieser Tage mit Statements zurück, betonte im Wahlkampf aber immer wieder, dass Italien zuerst seine nationalen Interessen zu verteidigen habe. Gleichzeitig gab es im Wahlkampf immer wieder Signale an die europäischen Partner, dass an einer engen Zusammenarbeit und dem europäischen Projekt seitens der Fratelli d’Italia grundsätzlich nicht gezweifelt werde.

Wird Italien die Sanktionen gegen Russland weiter mittragen?

Ja, daran ließ die Wahlsiegerin keine Zweifel aufkommen.

Wie viel Aufbruchsstimmung bleibt vom letztjährigen BIP-Wachstum von 6,6 Prozent aktuell übrig?

Der positive Trend wird durch die hohe Inflation und die bekannten geopolitischen Unsicherheiten gedämpft. Für das Gesamtjahr wird mit einem Wirtschaftswachstum von 3,4 Prozent gerechnet, für 2023 wurde der Zuwachs deutlich nach unten revidiert, je nach Szenario auch mit der Gefahr einer Rezession. 

Wo orten Sie Zulieferpotenziale für heimische Betriebe?

Die Investitionsmaßnahmen  in Italien – auch mit Hilfe eines 200 Milliarden Euro schweren EU-Förderpakets im Rahmen des Corona-Wiederaufbaufonds – beim grünen und digitalen Wandel sowie der dazugehörige Aufbau der benötigten Infrastruktur bieten Geschäftschancen  für  heimische Firmen. Gerade im Bereich „Green Tech“ hat Österreichs Wirtschaft für die italienische Nachfrage viel anzubieten. Insbesondere in den Bereichen Energieeffizienz und Umwelttechnologie.

DRAHT NACH Mailand: Das Außenwirtschaftscenter Mailand erreichen Sie unter mailand@wko.at bzw. +39 02 87 90 911.


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