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Was dem Land zur Stromunabhängigkeit fehlt

Bis 2030 soll unser Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien kommen. Doch dafür bräuchte es jetzt einen echten Ausbauturbo.

„75 Prozent unseres Strombedarfs werden bereits aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt, so WKO-Experte Martin Heidinger.
© Adobe Stock/lovelyday12, Adobe Stock/Double Brain „75 Prozent unseres Strombedarfs werden bereits aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt", so WKO-Experte Martin Heidinger.

Strom kommt nicht aus der Steckdose – diese Lektion haben in den vergangenen Monaten viele teuer lernen müssen. Um fast 320 Prozent ist der Strompreisindex in den vergangenen zwölf Monaten nach oben geschossen (siehe Story unten) – ein ökonomischer wie auch ökologischer Druck, die Energieversorgung im Land auf sichere und nachhaltige Beine zu stellen. Bis zum Jahr 2030 soll der heimische Strombedarf darum zu 100 Prozent erneuerbar sein, ab 2040 dann überhaupt klimaneutral – so lautet zumindest die politische Vorgabe im Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz. Doch wie realistisch sind diese Ziele? 

75 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen

Dieser Frage ist man nun am Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung (IWS) der WKO Steiermark nachgegangen. „Aktuell kommen bereits 75 Prozent unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen“, weiß WKO-Experte Martin Heidinger. Um auch die restlichen 25 Prozent umzustellen, bräuchte es allerdings einen großflächigen Ausbau der Energieinfrastruktur. „Für die Steiermark würde es konkret sechs zusätzliche Murkraftwerke, 140 Windräder und 2.500 Fußballfelder an Photovoltaikfläche brauchen“, rechnet Heidinger vor. Das ist aber noch nicht alles. Denn um den damit verbundenen Überschussstrom aus dem Sommer auch im Winter verwenden zu können, wäre ein großflächiger Infrastruktur- und Speicherausbau notwendig, wie er  zum Beispiel mit dem Ökospeicher Koralm vorgesehen wäre. „Die Erfahrung hier und bei vielen anderen Projekten zeigt aber, dass wir unsere Genehmigungsverfahren massiv beschleunigen müssen“, betont Herbert Ritter, Vizepräsident der WKO Steiermark. Sonst sei die Erreichung dieser Ziele im höchsten Grade unrealistisch. Seitens des Energieinstituts der Wirtschaft wird der bundesweite Investitionsbedarf bis 2030 mit rund 70 Milliarden Euro beziffert. Das könne mit den derzeitigen Parametern im UVP-Gesetz nicht gelingen, ist Ritter überzeugt: „Wir müssen sämtliche Verfahren auf den Prüfstand stellen und vom Reden endlich ins Tun kommen. Weitere jahrelange Verzögerungen können wir uns im Energiebereich nicht leisten.“ Das gelte insbesondere auch für den Ausbau der Photovoltaik, wo das dafür vorgesehene Sachprogramm erneuerbare Energie seit Jahren über den Verhandlungsstatus nicht hinauskommt.

Energiepreise steigen weiter stark an

Im September ist der Strompreisindex gegenüber dem Vormonat einmal mehr um 27,6 Prozent gestiegen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von sage und schreibe 319,9 Prozent. Bezogen auf das Basisjahr (2006 = 100) erreicht der von der Österreichischen Energieagentur errechnete Index damit einen neuen Höchststand von 516,52 Punkten. 

Noch dramatischer fällt die Entwicklung beim Gaspreis aus, der indirekt nicht zuletzt auch den Strompreis befeuert. Dieser ist im letzten Monat um 36,4 Prozent nach oben geklettert, im Vergleich zum September des Vorjahrs beträgt die Teuerung 789,9 Prozent. Angesichts dieser enormen Preissprünge hat die Regierung nun einen Strompreisdeckel beschlossen. Konkret wird der Preis bis zu einem Verbrauch von 2.900 Kilowattstunden gesponsert, bis zu diesem Wert sind nur zehn Cent pro Kilowattstunde zu bezahlen. Erstmals schlagend werden soll die bis Mitte 2024 anberaumte Erleichterung im Dezember.



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