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Was bei der Karenz alles zu beachten ist

Wenn sich Nachwuchs ansagt, will auch die Karenz gut geplant sein. Denn eine versäumte Meldung kann zur Entlassung führen.

Auch die Karenzzeit will gut geplant sein.
© Alena Ozerova / stock.adobe.com Auch die Karenzzeit will gut geplant sein.

Die Freude ist groß, wenn sich Nachwuchs einstellt. Werdende Eltern sollten sich aber abseits von Wiege, Babyschuhen und Windeln auch rechtzeitig mit der Frage auseinandersetzen, ob und wie lang Karenzzeit in Anspruch genommen wird.

„Grundsätzlich ist einem Arbeitnehmer auf dessen Verlangen bis zum Ablauf des zweiten Lebensjahres des Kindes Karenz zu gewähren, wenn ein gemeinsamer Haushalt besteht“, erklärt WKO-Rechtsexpertin Corinna Wiesner die arbeitsrechtlichen Folgen – und räumt gleich mit einem Irrglauben auf: „Die gesetzliche Karenz selbst kann aber nie zwei Jahre lang sein, sondern maximal 22 Monate, weil die Zeit des Beschäftigungsverbots nach der Entbindung abgezogen wird.“ Selbst wenn der Dienstnehmer zwei Jahre Karenz verlangt, wird im Zweifel von der Geburt weg gerechnet. „Möchte die oder der Beschäftigte unmittelbar im Anschluss an die Schutzfrist in Karenz gehen, so sind dem Dienstgeber Beginn und Dauer der Karenz spätestens bis zum Ende des Beschäftigungsverbots bekanntzugeben“, verweist sie auf die Verpflichtung, die Karenz rechtzeitig zu melden.

Fristen beachten

Wer die Karenz nicht spätestens am letzten Tag der Schutzfrist – das heißt acht bzw. zwölf Wochen, längstens aber 16 Wochen nach der Geburt – meldet, muss die Arbeit am ersten Tag nach der Schutzfrist wieder antreten oder sein Dienstverhältnis beenden. „Eine Karenz kann nach Ablauf der Frist nur mehr mit Zustimmung des Arbeitgebers vereinbart werden“, so die Juristin.

Wer in Karenz gehen möchte, aber diese nicht rechtzeitig bekannt gibt, riskiert schwerwiegende Folgen – nämlich dann, wenn er nach Ablauf der Schutzfrist nicht seine Arbeit antritt. „Das ist ein Entlassungsgrund, selbst wenn der Dienstnehmer bei der GKK Kinderbetreuungsgeld beantragt hat und auch bezieht“, stellt Wiesner klar.

Schlüssige Karenvereinbarung

In solchen Fällen, rät die Rechtsexpertin, sollte der Arbeitgeber keinesfalls längere Zeit untätig bleiben: „Hier besteht das Risiko, dass eine schlüssige Karenzvereinbarung zustande kommt.“ Der Dienstnehmer ist am besten am ersten Tag des untentschuldigten Fernbleibens nachweislich schriftlich aufzufordern, unverzüglich seine Arbeit wieder anzutreten oder innerhalb der gesetzten Frist den Grund für seine Abwesenheit – etwa eine Krankenstandsbestätigung – bekanntzugeben. „Reagiert der Dienstnehmer auch darauf nicht, sollte ihn der Arbeitgeber erneut schriftlich zum Arbeitsantritt auffordern und für den Fall eines neuerlichen Nichtmeldens binnen angemessener Frist die Entlassung androhen“, so die Expertin.

Soll die Entlassung aber während aufrechten Kündigungs- bzw. Entlassungsschutzes ausgesprochen werden, so ist allerdings vorher die Zustimmung des Arbeits- und Sozialgerichtes einzuholen. Vier Monate nach der Geburt ist der Entlassungsausspruch auch ohne vorherige Zustimmung des Gerichts möglich. 

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