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Was Betriebe von der Jugend erwarten

Eine Studie zeigt, welche Kompetenzen sich die Wirtschaft in den Feldern Mathematik, Deutsch, IKT, Englisch und Persönlichkeit von ihren Bewerbern erwartet: Die „Must-Haves“ für den erfolgreichen Berufseinstieg.

Eine Studie gibt Aufschluss darüber, was junge Menschen am Start ihrer Berufslaufbahn können sollten.
© Fischer Eine Studie gibt Aufschluss darüber, was junge Menschen am Start ihrer Berufslaufbahn können sollten.

„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“: Mit diesem Motto starten am Montag die steirischen Schüler ins neue Semester. Aber was sind eigentlich die Kompetenzen, die man im (beruflichen) Leben am dringendsten benötigt? Dieser Frage ist die Steirische Volkswirtschaftliche Gesellschaft im Auftrag Industriellenvereinigung und WKO Steiermark nachgegangen. Dazu hat man 246 Ausbildungsbetriebe befragt, welche Fähigkeiten angehende Fachkräfte in den Kompetenzfeldern Mathematik, Deutsch, Englisch, Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) sowie Sozialverhalten und Persönlichkeit mitbringen sollten. Wobei es nicht darum ging, Fachgebiete untereinander zu reihen, sondern vielmehr die Wichtigkeit einzelner Kompetenzen in den jeweiligen Gegenständen zu beurteilen. So steht etwa in Mathematik die Fähigkeit „Kopfrechnen, Schätzen“ mit 96 Prozent Relevanz ganz oben in der Liste der „Must-Haves“, während „Variablen, Terme und Gleichungen“ nur für 34 Prozent essentiell sind. Sehr wichtig sind den Unternehmen auch die sozialen Skills: Zuverlässigkeit, Auftreten,  Leistungsbereitschaft und viele mehr sind in Branchen gefragt.

Kernaussagen aus der Studie

Mathematik
Gesunder Hausverstand ist gefragt. Kopfrechnen, Schätzen, Runden sowie ein Gefühl für Maßeinheiten sind bei über 90 Prozent der befragten Unternehmen im Arbeitsalltag wichtig. Weiters sind das Verstehen von Lösungswegen sowie das Erfassen und Darstellen von Sachverhalten in mehr als drei Viertel der Unternehmen von hoher Bedeutung.

Deutsch
Egal ob im Umgang mit Kollegen oder mit Kunden: Deutsch ist die wesentliche Voraussetzung für gelingende Zusammenarbeit. Dazu zählen vor allem das sinnerfassende Lesen (96 %), entsprechend der Situation zu kommunizieren (96% und das Schreiben als Hilfsmittel, beispielsweise für Notizen (90 %). Vor allem aber auch die Fähigkeit des aktiven Zuhörens.

Englisch
Den steirischen Unternehmen wichtig, dass die angehenden Fachkräfte in englischer Sprache grundlegende Dinge (87 %) wie einfache E-Mails verstehen und sich selbst in zusammenhängenden Sätzen (75 %) ausdrücken können. In einem Drittel der Unternehmen wird von Berufseinsteigern erwartet, dass sie aktiv an Gesprächen in englischer Sprache teilnehmen können.

Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT)
Im Umgang mit moderner IKT sind das Beherrschen gängiger PC Programme (Office), die E-Mail-Kommunikation (67 %), die Fähigkeit, im Internet zu recherchieren (58 %), in ausgewählten Branchen aber auch bereits Vorkenntnisse im Programmieren gefragt.

Persönliche und soziale Kompetenzen
Besonders einheitlich gestalten sich die Erwartungshaltungen von Ausbildungsbetrieben hinsichtlich der persönlichen und sozialen Kompetenzen künftiger Mitarbeiter. Verantwortungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, selbständiges Arbeiten, Motivation, Genauigkeit, Leistungsbereitschaft und Durchhaltevermögen sind ebenso absolute „Musts wie Teamfähigkeit und Kooperationsbereitschaft. Vor allem wünschen sich Unternehmen, dass Schulabsolventen realistische Vorstellungen von der Arbeitswelt haben. Dies ist als Auftrag für die weitere Intensivierung der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schule – im Idealfall unter Einbindung der Eltern – zu verstehen.

Diese Ergebnisse werden nun den Schulen zur Verfügung gestellt. „Es geht uns also ausdrücklich nicht um das allseits beliebte ,Lehrerbashing’ und wir halten auch nicht ,alles andere’ für unwichtig“, sagt WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. „Vielmehr ist die Jugend unser wichtigster Rohstoff, und es ist unsere Verantwortung, ihr eine chancenreiche Zukunft zu ermöglichen“, sagt Herk. Durch die demographische Entwicklung sinke die Zahl der Jugendlichen ohnehin. „Gleichzeitig stecken sie oft in  falschen Bildungswegen fest, wie die hohen Drop-Out-Quoten zeigen“, sagt Herk. Jeder vierte AHS- und jeder dritte BHS-Schüler breche nämlich diese Ausbildung ab. Das sei nicht nur für den Jugendlichen und seine Eltern frustrierend, sondern auch teuer. „Aus diesem Grund hat die WKO vor einem Jahr auch ein Talentcenter eröffnet, das bereits über 5.000 steirische Schüler genutzt und dabei eine fundierte Basis für ihre Berufs- und Bildungswahl erhalten haben“, sagt Herk. 

Die neue Studie soll nun dabei helfen, Ausbildungsinhalte bestmöglich mit den Bedürfnissen der Wirtschaft abstimmen zu können, sagt IV-Steiermark-Präsident Georg Knill. „Wir möchten mithelfen, dass die schulische Ausbildung bestmöglich für die individuelle Zukunft der jungen Menschen und einen optimalen Eintritt in die berufliche Bildung genutzt wird. Wir wissen, welche Kompetenzen in der Praxis gebraucht werden und können dieses Know-how in den Bildungs- und Berufsorientierungsprozess einbringen“, so Knill. 

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