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"Wandel braucht Technologieoffenheit"

Bremst Corona die Mobilität der Zukunft? ACstyria-Geschäftsführerin Christa Zengerer über nicht nur pandemiebedingte Herausforderungen und Zukunftschancen.

Christa Zengerer in Produktionshalle
© ACstyria Christa Zengerer ist Geschäftsführerin des Mobilitätsclusters ACstyria. Dieses Netzwerk zählt rund 300 steirische Betriebe mit über 70.000 Mitarbeitern.

Zum Start ins neue Jahr ein kurzer Rückblick auf das alte: Wie haben die Unternehmen des ACstyria die Pandemie bislang bewältigt?

Christa Zengerer: Zu Beginn der Pandemie vor zwei Jahren herrschten nicht nur bei unseren Betrieben, sondern landesweit Schockstarre und Unsicherheit. Kurzarbeit bzw. Personalreduktionen waren bei einigen Partnerunternehmen sehr schmerzhaft, doch unumgänglich. Aber mittlerweile haben sich die Betriebe an diese so herausfordernden Zeiten angepasst und stehen insgesamt gut aufgestellt da. 


Sie sagen insgesamt, wobei es in den drei Mobilitätscluster-Bereichen doch gravierende Unterschiede in der Betroffenheit gibt…

Zengerer: Auf jeden Fall. So konnte der Rail-Bereich selbst in der Pandemie seinen Erfolgskurs beibehalten, wogegen das Aerospace-Segment im zivilen Luftfahrtbereich massivst gelitten hat. Hier ist auch wenig Entspannung in Sicht, solange Corona die internationalen Reisetätigkeiten einschränkt. Dass es im Automotive-Bereich zu einer sehr angespannten Lage gekommen ist, haben auch die Endkunden deutlich gespürt. Internationale Lieferkettenprobleme und der damit einhergehende Chipmangel führen in ganz Europa nach wie vor zu Engpässen und langen Neuwagen-Wartezeiten. Doch auch dieser Bereich hat sich wieder stark erholt.


Bleiben wir kurz beim Automotive-Bereich – Stichwort Klimaziele. Große Hersteller verbannen die klassischen Verbrenner in den nächsten Jahren aus den Portfolios. Sind die heimischen Betriebe darauf vorbereitet?

Zengerer: Die Betriebe legen in ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit seit Jahren ihren Fokus auf die Mobilität der Zukunft. Nicht zuletzt unterstreicht das die außergewöhnlich hohe F&E-Quote von zwölf Prozent im ACstyria. Was es aber in der Diskussion zur neuen Mobilität auch braucht, ist Technologieoffenheit. Neben der Elektromobilität und dem Verbrenner wird es in Zukunft auch andere Antriebstechnologien am Markt geben. Denken wir nur an Wasserstoff oder E-Fuels, die aktuell nicht nur in Europa auch für Flugzeuge im Gespräch sind. Je nach Anforderung – Luftfahrt, Bahn, Schwer- oder Individualverkehr – werden sich also die jeweils besten, umweltfreundlichsten und nachhaltigsten Lösungen durchsetzen. Und nur durch diese Offenheit kann eine neue Mobilität flächendeckend und für alle leistbar gelingen.


Große Betriebe mit finanziellem Background für neue Produktionsweisen und Technologien tun sich sicher leichter in der Umstellung als die vielen klassischen, kleineren Zulieferer im Land…

Zengerer: Das denke ich nicht, denn gerade die Mobilität ist ein Bereich, der sich seit Anbeginn einem ständigen Wandel unterzieht. Und die vielen Felder, die es nun neu oder anders zu bespielen gilt, stellen für die großen wie auch die kleineren Unternehmen im Land gleichermaßen eine Vielfalt an Zukunftschancen dar. Und es ist unsere Aufgabe, sie in ihrer Transformation bestmöglich zu unterstützen. 


Findet eine Transformation auch im ACstyria selbst statt? 

Zengerer: Sicherlich. Längst hat sich der ehemalige Autocluster über ein stark auf drei Branchen orientiertes Netzwerk zu einem international beachteten Trend- und Technologie-Scout entwickelt, der Synergien bündelt und als Transformationsbegleiter in den neuen strategischen Themenfeldern – Digitalisierung und digitale Geschäftsmodelle, innovative Antriebs- und Fahrzeugkonzepte, autonome Systeme und Mobilitätsservices sowie Decarbonized Value Chain – für die Partner fungiert.


Von den Herausforderungen der nahen Zukunft zu den aktuellen: Wo hakt es noch?

Zengerer: Wie in vielen anderen Branchen stellen steigende Rohstoff- und Energiepreise, Reisebeschränkungen und unterbrochene internationale Lieferketten große Probleme dar. Hinzu kommen fehlende Lehrlinge und der Fachkräftemangel. Was letzteres betrifft, so veranstalten wir am 29. März einen Recruiting-Day am Red-Bull-Ring für unsere Unternehmen, Schulen, Hochschulen und Jobsuchende.


Bei den steirischen produzierenden Betrieben sorgt aktuell auch der Stopp des Ausbaus der A9 für Aufregung…

Zengerer: Auch wenn vieles über die Schiene transportiert werden kann, so geht es doch immer um die letzten Kilometer hin zum Betrieb oder weg vom Betrieb. Umso verständlicher ist der Aufschrei, wenn gerade jener Streckenabschnitt, wo sich das CargoCenter und in weiterer Folge auch die Grenze zu Slowenien befinden, nicht ausgebaut wird. Denn die allerwenigsten Unternehmen haben eine eigene Schienenanbindung. Wie, wenn nicht über LKW können sie ihre Produkte also zum Übernahmeplatz für die Langstrecken bringen? Und was hier auch zu bedenken ist: Die Mobilität, insbesondere die individuelle, wird nicht weniger werden, sondern mehr. Unabhängig von der Antriebstechnologie braucht es doch weiterhin die Straße.


Der ACstyria umfasst rund 300 weiß-grüne Unternehmen im Railsystems-, Automotive- und Aerospace-Bereich. Zuletzt wurden hier mit über 70.000 Mitarbeitern 17 Milliarden Euro umgesetzt. Weitere Informationen zum steirischen Mobilitätscluster: www.acstyria.com


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