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Wachstum kann es nicht um jeden Preis geben

Teil drei unserer Sommergespräche rund um Fairness im Wettbewerb mit den Spitzen der im Wirtschaftsparlament vertretenen Fraktionen: Andrea Kern von der Grünen Wirtschaft prangert hier zuallererst Klimasünden an.

Andrea Kern – hier im Interview mit Chef-redakteur Mario Lugger – ist Vorsitzende  der Grünen Wirtschaft in der Steiermark.
© Foto Fischer Andrea Kern – hier im Interview mit Chefredakteur Mario Lugger – ist Vorsitzende der Grünen Wirtschaft in der Steiermark.

Fairness braucht es nicht nur im sportlichen, sondern auch im wirtschaftlichen Wettbewerb. Darum haben wir heuer die Merkur Arena für unsere Sommergespräche ausgewählt. Für welches wirtschaftliche Foul würden Sie gerne die Rote Karte zücken?

Kern: Für die Untätigkeit in der Umwelt- und Klimapolitik, wo wir mittlerweile zu den EU-Schlusslichtern gehören. Wirtschaftswachstum darf nicht länger über unsere Lebensgrundlagen gestellt werden – und Klima und Umwelt sind nun einmal solche. Darum bin ich auch für eine verpflichtende CO₂-Ausweisung bei Produkten und Dienstleistungen. Unternehmer und natürlich auch die Endkunden sollen wissen, was diese an CO₂ gekostet haben.

Würden Sie auch so weit gehen, CO₂-intensive Produktionen, obwohl sie technisch vielleicht noch gar nicht anders möglich sind, auf Kosten von Arbeitsplätzen hierzulande zu verbieten?

Kern: Ich sehe das als schrittweisen Prozess, wo wir nicht gleich mit Verboten anfangen müssen, aber auch nicht bis zum Jahr 2030 warten dürfen, bevor vielleicht etwas passiert. Uns läuft für die Rettung des Klimas nämlich die Zeit davon. Beginnen sollte man in jenen Bereichen, wo Wirtschaft und Konsum vermischt werden, Da denke ich zum Beispiel an eine Kerosinsteuer.  Fest steht: Es müssen alle etwas tun, die Wirtschaft allein wird das mit Sichherheit nicht alles tragen können. 

Themenwechsel: Der Fachkräftemangel ist für viele Betriebe quer durch alle Branchen ein großes Pro­blem. Wie löst man das?

Kern: Sicher nicht, indem man Lehrlinge, die sehr engagiert sind, wegen eines negativen Asylbescheids abschiebt. Da haben wir uns ein Eigentor geschossen, für das ich der Politik ebenfalls gerne die Rote Karte zeigen möchte. 

Um im Fußballerjargon zu bleiben: Woher nehmen wir die benötigten Mitspieler?

Kern: Erstens muss man schauen, wo noch Potenziale sind, etwa jene 30.000 Menschen, die in der
Steiermark noch immer arbeitslos sind. Diese in den Arbeitsmarkt zu integrieren, sollte oberstes Ziel sein. Zweites müssen wir den Arbeitsmarkt öffnen, auch für Drittstaaten. Hier braucht es eine Komplettreform der Rot-Weiß-Rot-Karte, das Gehalt darf hier nicht länger entscheidendes Kriterium sein. Außerdem müssen die Lehrpläne entrümpelt werden und mehr Anreize für Betriebe geschaffen werden, ihre Mitarbeiter noch höher zu qualifizieren. 

Wie beurteilen Sie in diesem Zusammenhang das Bildungsangebot der WKO?

Kern: Sehr gut. Die Auszeichnung jüngst fürs Talentcenter zeigt, dass wir wirklich gut aufgestellt sind. Auch mit dem WIFI, der Fachhochschule Campus 02, dem geplanten Center of Excellence und den EuroSkills ist die Wirtschaftskammer Steiermark da mit ihren Angeboten bundesweit ein Leuchtturm.

Trotzdem steht die WKO
immer wieder in der Kritik. Wie stehen Sie zur Pflichtmitgliedschaft?

Kern: Unser Slogan lautet „Ja, Kamma!“, weil wir uns zur Wirtschaftskammer bekennen. Denn ohne Pflichtmitgliedschaft wären viele Services und Beratungen – gerade für EPU und KMU – nicht möglich. Und gerade die Kleineren sind diesbezüglich auf die WKO angewiesen. Wir stehen aber auch für mehr Transparenz, Verschlankung und Demokratisierung.  

Wo wird die Grüne Wirtschaft in den nächsten Jahren thematisch stehen?  

Kern: Wir wollen unseren Weg konsequent weitergehen. Ziel sind bessere Rahmenbedingungen vor allem für KMU und EPU, inhaltlich sind uns vor allem Themen wie Regionalwirtschaft, nachhaltiges und ökologisches Wirtschaften sowie faire Steuern wichtig.

Apropos Fairness: Wie gefährlich sind Uber, Airbnb und Co. für den Mittelstand?

Kern: Vom Grundgedanken sind das positive Angebote, weil sie vom Ansatz her der Sharing-Economy und der Kreislaufwirtschaft entsprechen. Allerdings ist daraus ein Geschäftsmodell mit Auswüchsen geworden, die wir nicht gutheißen. Uber zum Beispiel erhöht das Verkehrsaufkommen, aber nicht die Transportleistung. Und Airbnb verschärft in vielen Städten die Problematik des leistbaren Wohnraums. Hier braucht es Nachjustierungen. 

Was wünschen Sie sich von nächsten Regierung?

Kern: Ich wünsche mir nicht nur ein Bekenntnis zum Klimaschutz, sondern auch eine Umsetzung des Pariser Abkommens. Jede Ausgabe muss künftig auf Klimaneutralität geprüft werden.

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