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Wachstum im Land der Gegensätze

Mit prognostizierten Wachstumsraten von bis zu acht Prozent ist Indien ein Markt mit Zukunft. Wir haben Oskar Andesner im AußenwirtschaftsCenter New Delhi nach Chancen und Hürden für österreichische Unternehmen gefragt. 

Indische Frau mit Handy vor buntem indischem Gebäude.
© rawpixel ltd, fotolia Mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern – Tendenz steigend – ist Indien ein Markt der Superlative.

Welche Bedeutung hat der indische Markt für heimische Unternehmen? 

Andesner: Indien erwartet in den nächsten Jahren weiterhin Wachstumsraten zwischen sieben und acht Prozent und wird wohl China als am schnellsten wachsende Volkswirtschaft längerfristig überholen. Österreichische Technologie genießt in Indien einen sehr guten Ruf und dem Technologietransfer kommt eine große Bedeutung zu. Aktuell sind über 150 österreichische Tochterunternehmen, Repräsentanzbüros bzw. Joint Ventures in Indien tätig. Der indische Markt birgt enorme Chancen in ganz verschiedensten Bereichen.

Für welche Branchen ist Indien besonders interessant?

Andesner: Für österreichische Unternehmen bieten sich besondere Chancen in den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Automotive, Infrastruktur und Energiewirtschaft, Umwelt, Eisen und Stahl sowie Elektrotechnik und Elektronik. Indische Institutionen sind zudem vermehrt an gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekten interessiert. Als Zukunftsbranchen würde ich Indiens Software- und Technologiesektor identifizieren. Die Attraktivität des indischen Software-Markts geht dabei weit über das typische Outsourcing-Prinzip hinaus. Es gibt zudem interessante potentielle Synergieeffekte mit der österreichischen Geschäftswelt, denn indische Start-ups und Technologieunternehmen bieten einzigartige Softwarelösungen und Systeme für jegliche Art von Branchen und Problemen. Und das oft zu sehr günstigen Preisen.

Sind nur große österreichische Unternehmen am indischen Markt aktiv oder auch kleine?

Andesner: Auch KMU haben gute Chancen am Markt, solange sie die finanziellen Mittel haben, um langfristig in den Markt zu investieren. In Indien kann man kein schnelles Geld machen, vielmehr braucht man einen langen Atem. Außerdem sollte man sich ausgiebig informieren, bevor man an einen Markteintritt denkt. 

Wie hat sich Indien in den letzten zehn Jahren insgesamt entwickelt?

Andesner: Es gibt enorme Verbesserungen hinsichtlich Infrastruktur, Geschäftsbedingungen und dem allgemeinen Lebensstandard. Mit der Kampagne „Make in India“ sollen bürokratische Hürden abgebaut, die Entwicklung der Infrastruktur gefördert, die Energieversorgung ausgeweitet sowie allgemein die Geschäftsbedingungen für ausländische Firmen und Investoren verbessert werden. Erste Erfolge gibt es bereits. So hat sich das Land laut einer Weltbankstudie hinsichtlich „Ease of doing Business“ innerhalb eines Jahres um enorme 30 Plätze verbessert. 

Was sind die Hürden für Neueinsteiger in Indien?

Andesner: Trotz positiver Entwicklungen ist Indien nach wie vor ein schwieriges Land für Geschäftstätigkeiten. Probleme gibt es etwa bei der Geschäftspartnerwahl, durch interkulturelle Unterschiede, Bürokratie, Importvorschriften, aber auch unzureichende Infrastruktur und den Mangel an Fachkräften


Oskar Andesner ist österreichischer Wirtschaftsdelegierter im Außenwirtschaftscenter New Delhi. newdelhi@wko.at


Steirer sind auf Indien-Kurs

Zahlreiche steirische Unternehmen sind bereits mit Erfolg in Indien aktiv. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.

Es war der Bedarf an geeigneten IT-Fachkräften, der Martin Galler, Geschäftsführer von Weboffice in Leibnitz, im Jahr 2012 dazu veranlasste, einen Standort in Indien zu gründen. Hierzulande herrscht in dieser Branche ein eklatanter Mangel an Fachkräften, und so beschäftigt Galler heute in Indien 24 Mitarbeiter, die Software für Ressourcenplanung und Vertrieb sowie Module für einen humanoi­den Roboter entwickeln. „Indien entwickelt sich mit einer sehr hohen Geschwindigkeit, wie nachhaltig das Ganze ist, wird man aber erst sehen“, so Galler. 

Ganz vorne im Indien-Geschäft mit dabei ist auch AT&S. Durch den Kauf eines Unternehmens im Jahr 1999 ist der Leobener Leiterplattenspezialist zum größten Leiterplattenproduzenten Indiens avanciert. Aktuell wird das Werk in Nanjangud, in dem für den Bereich Automotive und Industrietechnik produziert wird, mit Investitionen in der Höhe von etwa 30 Millionen Euro auf europäisches Niveau gebracht. Künftig werden am Standort High-Frequency-Leiterplatten für autonomes Fahren produziert.

 Und auch die voestalpine ist mit fünf Gesellschaften und rund 750 Mitarbeitern in Indien tätig, und zwar im Bereich Schweißtechnik und Weichensysteme, zudem verfügt das Unternehmen über Vertriebsniederlassungen für Hochleistungsstähle. Die voestalpine erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016/17 in Indien einen Umsatz von 110 Millionen Euro.

Von Petra Mravlak



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