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Vorsorge gegen drohenden Blackout muss verstärkt werden

„Wir müssen dafür sorgen, dass der ökologische Umstieg nicht auf Kosten der Versorgungssicherheit geht“, so WKO-Vizepräsident Herbert Ritter bei der Präsentation des Fünf-Punkte-Programms für eine nachhaltige Energiewende – sowohl in Klimafragen als auch in Sachen Versorgungssicherheit.

Stecker, aus denen Rauch aufsteigt.
© photoschmidt_AdobeStock Vor Kurzem sorgte ein Beinahe-Blackout für große Aufregung. Eine reale Bedrohung, gegen die es sich zu wappnen gilt. Seitens der WKO Steiermark wurde darum nun ein Fünf-Punkte-Programm ausgearbeitet.

Der Energiesektor steht angesichts der Herausforderungen in der Klimafrage vor enormen Umbrüchen. Nachhaltig und erneuerbar heißt die Devise, gleichzeitig muss aber auch die ständige Verfügbarkeit von Energie gesichert sein. Denn ein Blackout ist längst eine reale Bedrohung, an der Europa erst vor wenigen Wochen um Haaresbreite vorbeigeschrammt ist. Das Land Steiermark arbeitet darum aktuell an der Ausarbeitung des „Sachprogramms Erneuerbare Energien“. Darin kommt es zu einer landesweiten, strategisch-integrativen Auseinandersetzung mit den jeweiligen Standort-anforderungen der erneuerbaren Energieträger.

„Wir begrüßen, dass von Seiten des Landes der Dialog mit den Stakeholdern gesucht wird und auch die Wirtschaft, die einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Energiewende und Klimaneutralität leisten kann, eingebunden wird“, betont WKO-Steiermark-Vizepräsident Herbert Ritter. Denn: „Selbstverständlich wollen wir uns an diesem Ausarbeitungsprozess proaktiv beteiligen und konstruktive sowie gesamtheitlich betrachtete Inputs liefern“, so Ritter. Folgende Punkte gilt es aus Sicht der Wirtschaft für die steirische Strategie zu berücksichtigen bzw. zu klären: 

  • LASTENVERTEILUNG KLÄREN. Das Erneuerbaren-Ausbaugesetz, das sich aktuell in Begutachtung befindet, hat zum Ziel, Österreich bis zum Jahr 2030 bilanziell zu 100% mit Strom aus erneuerbaren heimischen Energiequellen zu versorgen. Um dieses Ziel grundsätzlich erreichen zu können, müssen zusätzliche Erzeugungskapazitäten im Ausmaß von 27 TWh jährlich geschaffen werden (11 TWh Photovoltaik, 10 TWh Wind, 5 TWh Wasserkraft und 1 TWh Biomasse). „Eine Diskussion über die Lastenverteilung dieser zusätzlich notwendigen Erzeugungskapazität unter den Bundesländern ist unbedingt notwendig, um für jedes Bundesland verbindliche, nachvollziehbare und quantifizierte Ziele festlegen zu können“, so Ritter. 

  • VERSORGUNG SICHERN. Im Rahmen des Sachprogramms sollte nicht nur der Bereich der Solarenergie berücksichtigt werden, vielmehr braucht es eine umfassende Strategie, welche sämtliche erneuerbaren Energien miteinbezieht und keine Tabuthemen kennt. Die Nutzung unserer noch vorhandenen Potentiale im Bereich der Wasserkraft sind genauso unabdingbar wie die neuerliche Beurteilung von Vorrangzonen im Bereich der Windenergie. Ritter: „Der Beinahe-Blackout Anfang des Jahres sollte uns in diesem Zusammenhang als Weckruf dienen, denn er hat uns deutlich gemacht wie verwundbar die europäische Netzinfrastruktur ist.“ Aus diesem Grund braucht es einerseits ein Bekenntnis der Politik, dass Gas als Überbrückungsenergieträger, zur Aufrechterhaltung der Netzstabilität und Versorgungssicherheit, zumindest mittelfristig aus der politischen „Schusslinie“ genommen wird und andererseits eine Verfahrensbeschleunigung für notwendige Energie-infrastrukturprojekte von besonderem öffentlichen Interesse, wie zum Beispiel das Pumpspeicherkraftwerk auf der Koralm. 

  • FÖRDERSTRUKTUR ÜBERDENKEN. Beim Photovoltaikausbau braucht es eine Priorisierung von Dächern und siedlungsstarken Gebieten und erst nachrangig die Möglichkeit des Ausbaus in Freiflächen. Ein „Zweckentfremden“ von Gewerbeflächen oder landwirtschaftlich wertvollen Flächen wäre hier wenig sinnvoll. Auch das Förderregime muss im Zuge einer gesamtheitlichen Betrachtung des Themas „PV-Ausbau“ Berücksichtigung finden, denn Regionen, die über größere Flächenkapazitäten verfügen, werden in der Regel einerseits günstiger Strom produzieren können und andererseits sind die Investitionskosten im Vergleich zu Anlagen, die auf Dächern installiert werden, deutlich niedriger. „Diesen geographischen Nachteil gilt es mittels sinnvoller Förderstrukturen auszugleichen“, fordert Ritter. 

  • MEHR ENERGIEEFFIZIENZ. Entscheidend für die Erreichung unserer Klima- und Energieziele wird auch unser Erfolg im Bereich der Energieeffizienz bzw. der Energieeinsparung sein. Photovoltaikanlagen gepaart mit smarten Systemen können dazu einen nicht zu unterschätzenden Beitrag leisten. So können Smart-Home-Lösungen durch intelligentes Energiemanagement die Eigenstromversorgung deutlich steigern, indem beispielsweise die Waschmaschine genau dann eingeschaltet wird, wenn gerade „zu viel“ Strom durch die PV-Anlage erzeugt wird oder man speichert Energie in Form von Betonkernaktivierung, Wasserstoff bzw. nutzt im Sommer Speicherseen und Infrastruktur der Beschneiungsanlagen. 

  • NACHHALTIGE LADEINFRASTRUKTUR. Ein weiterer mitzudenkender Aspekt ist der Ladeinfrastrukturausbau im Bereich der E-Mobilität sowie deren Kombination mit Photovoltaikanlagen. Das größte Problem bei erneuerbarem Strom aus Sonnen- oder Windenergie sind die massiven wetterabhängigen Erzeugungsschwankungen und damit verbunden die mangelnde Speichermöglichkeit für den überschüssigen Strom. Daher braucht es die Möglichkeit für die breite Bevölkerung, untertags, beispielsweise während der Arbeitszeit, das E-Auto bequem vor dem Büro aufzutanken. Die Autobatterie würde somit als effektives Speichermedium dienen. Auch der Aspekt des technischen Anforderungsprofils an Photovoltaikanlagen sollte im SAPRO mitgedacht werden. Im Gegensatz zu anderen Regionen der Erde, müssen die Paneele und gegebenenfalls auch die darunterliegenden Dachkonstruktionen in der Steiermark teils beträchtlichen Schneelasten standhalten können. Ritter: „In diesem Zusammenhang schlagen wir vor, europäische Unternehmen für die Herstellung und die Installierung der PV-Anlagen zu priorisieren, zumal somit die Wertschöpfung und der wichtige Motor für den Arbeitsmarkt unmittelbar in Europa verbleiben würde, was nur in unser aller Interesse sein kann. Darüber hinaus ist es auch vom Blickwinkel einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft äußerst sinnvoll, qualitativ hochwertige Anlagen mit möglichst langen Lebensdauern zu installieren“, betont Ritter. Zu diesem Zweck schlagen die Experten der WKO vor, EU-Förderprogramme wie den JTF (Just Transition Funds), der den Übergang der Union zu einer klimaneutralen Wirtschaft unterstützen soll, für eine thermische Sanierungsoffensive im Gebäudesektor sowie als Investitionsförderung für kostenintensive PV-Anlagen (z.B. auf Dächern) zu verwenden. Gleichzeitig würden damit äußerst effektive Impulse zur Stärkung der heimischen Wirtschaft gesetzt.


"Nachhaltig und erneuerbar heißt die Devise, gleichzeitig muss aber auch die ständige Verfügbarkeit von Energie gesichert sein. Denn ein Blackout ist längst eine reale Bedrohung." – Herbert Ritter, Vizepräsident der WKO Steiermark.
Herbert Ritter
© Foto Fischer Herbert Ritter


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