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Virtual Reality gegen Phobien

Ein Grazer Start-up sagt Ängsten mit der Datenbrille den Kampf an. In der virtuellen Realität warten digitale Spinnen auf die User.

Ob krabbelnde Spinne, der Blick nach unten aus großer Höhe oder der mit Publikum gefüllte Raum, vor dem man gleich sprechen wird: Situationen wie diese sind für die meisten Menschen durchaus ohne größere Probleme zu meistern. Einige Mitmenschen jedoch reagieren schon beim bloßen Gedanken daran mit Schweißausbrüchen und zitternden Händen. "Zwischen sechs und 15 Prozent der Bevölkerung sind von spezifischen Phobien, also Angstzuständen, die durch bestimmte Reize ausgelöst werden, betroffen", weiß der Grazer Allgemeinmediziner Thomas Klein. Spinnen-, Höhen- oder auch Flugangst sind ebenso weithin bekannt wie etwa auch die Angst vor engen Räumen, öffentlichen Plätzen oder jene, vor anderen zu sprechen.

Gute Therapie

"Psychotherapeuten und Psychiater erzielen mit der Expositionstherapie die größten Behandlungserfolge bei dieser Art von Phobien. Das heißt, der Patient wird mit dem jeweiligen Angstauslöser konfrontiert und so Schritt für Schritt hyposensibilisiert", erklärt Klein. Doch das sei in der Praxis nicht immer einfach - aus rechtlicher wie finanzieller Sicht. Schließlich wird kaum ein Therapeut mit dem an Höhenangst leidenden Patienten einen Aussichtsturm erklimmen oder permanent Flüge buchen, um jemandem mit Flugangst zu helfen. In großen Kliniken und Forschungszentren wird deshalb bereits mit virtueller Realität in der Behandlung gearbeitet. "Aber der normale, niedergelassene Therapeut oder Arzt muss sich mit Bildern und Worten behelfen, um seine Patienten in die angstauslösende Situation zu versetzen", erzählt Klein. Viele Kollegen hätten das beklagt, erinnert er sich: "Aus diesem Grund bin ich zum Unternehmer geworden. Mit 'Expimed' versuche ich, die nun auf den Markt kommenden und endlich erschwinglichen Virtual-Reality- Brillen auch für medizinische Therapien nutzbar zu machen." Will heißen: Klein arbeitet am Grazer ZWT (Zentrum für Wissens- und Technologietransfer in der Medizin) mit einem Partnerunternehmen daran, virtuelle Welten zu den unterschiedlichsten Phobien zu erstellen, damit diese dann von Patienten beinahe "in echt" erlebt werden können. Und das hält ihn auch ordentlich auf Trab: "Es gibt leider sehr viel, wovor sich Menschen ängstigen."


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
redaktion.stwi@wkstmk.at

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