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Urlaubsansprüche der Mitarbeiter

Welche Urlaubsansprüche Mitarbeiter haben, ist individuell und stark von den Dienstzeiten abhängig - der Experte klärt auf.

Das Urlaubsgesetz regelt sowohl für Angestellte als auch für Arbeiter das jährliche Urlaubsausmaß und enthält zudem ausführliche Anrechnungsbestimmungen. Eine Besserstellung durch Kollektivvertrag bzw. Einzelvereinbarung ist im Sinne des Günstigkeitsprinzips jedoch zu beachten.

Andreas Müller, Experte im WKO-Rechtsservice, mit den Fakten: "Grundsätzlich gebührt Arbeitnehmern für jedes Arbeitsjahr ein bezahlter Urlaub. Bei einer Dienstzeit von weniger als 25 Dienstjahren sind das 30 Werktage, nach Vollendung des 25. Dienstjahres 36 Werktage." Werktage sind die sechs Wochentage von Montag bis einschließlich Samstag. Werden Mitarbeiter regelmäßig nur fünf oder weniger Wochentage beschäftigt, dann ist der Urlaubsanspruch umzurechnen. Müller: "Bei einer Fünf-Tage-Woche sind das 25 bzw. 30 Arbeitstage. Man rechnet die jeweiligen Arbeitstage mal fünf, bzw. nach dem 25. Dienstjahr mal sechs Wochen."

Dienstzeiten bei anderen Arbeitgebern

Für das erhöhte Urlaubsausmaß sind auf die Wartezeit von 25 Dienstjahren alle Dienstjahre des laufenden Arbeitsverhältnisses, sowie alle beim selben Arbeitgeber unmittelbar vorangegangenen Arbeitsverhältnisse bzw. alle nicht länger als drei Monate unterbrochenen Dienstzeiten zusammenzurechnen. Das gilt nicht, wenn die Unterbrechung durch Kündigung des Dienstnehmers, durch unbegründeten vorzeitigen Austritt oder verschuldete Entlassung erfolgt ist. Müller: "Auch Dienstzeiten bei anderen Arbeitgebern im Inland oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) von mindestens sechs Monaten und Zeiten einer selbstständigen Erwerbstätigkeit (mindestens sechs Monate) sowie Entwicklungshelferzeiten sind bis zu insgesamt maximal fünf Jahren anzurechnen."

Achtung: Darunter können auch Zeiten beim selben Arbeitgeber fallen, wenn die Voraussetzungen für die begünstigte Anrechnung nicht erfüllt sind. Schulzeiten an einer berufsbildenden mittleren oder höheren Schule sind mit höchstens vier Jahren zu berücksichtigen. Beim Zusammentreffen von Schulzeiten mit Erwerbszeiten ist zu beachten, dass die Gesamtanrechnungspflicht grundsätzlich - mit Ausnahme von kollektivvertraglichen Besserstellungen - mit sieben Jahren beschränkt ist. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium ist maximal mit fünf Jahren anzurechnen.

Günstigere Variante heranziehen

Der Experte macht darauf aufmerksam, dass dann, wenn anrechenbare Zeiten zusammenfallen, diese für die Bemessung der Urlaubsdauer nur einmal zu berücksichtigen sind, wobei die für den Dienstnehmer günstigere Variante heranzuziehen ist. Das erhöhte Urlaubsausmaß gebührt ab dem Zeitpunkt, in dem die Wartezeit von 25 Dienstjahren vollendet ist, das kann auch im laufenden Urlaubsjahr sein, was zu keiner Aliquotierung führt. Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiter nachweislich auffordern, allfällige anrechenbare Vordienstzeiten rechtzeitig nachzuweisen.


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
redaktion.stwi@wkstmk.at

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