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USA: Was der Machtwechsel fürs Business bedeutet

Mit Joe Biden als Nachfolger Donald Trumps wird sich der Regierungsstil der USA ändern. Wir haben den Wirtschaftsdelegierten Michael Friedl nach den Auswirkungen auf die Wirtschaft gefragt.

Weißes Haus
© Andrea Izzotti, Stockadobe Mit dem Einzug Joe Bidens ins Weiße Haus am 20. Jänner 2021 wird sich der Regierungsstil ändern.

Nach massivem Widerstand hat Trump nun den Amtsübergabeprozess eingeleitet. Können wir fix mit Biden als 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten rechnen?

Friedl: Ich rechne damit ganz fix. Schon kurz nach der Wahl sind Medien, politische Beobachter und Statistiker fix davon ausgegangen und von Trump gesetzte rechtliche Schritte sind bisher ins Leere gegangen. Zuletzt erklärte er sich bereit, den Amtsübergabeprozess zuzulassen, obgleich dies noch keinem Eingeständnis einer Wahlniederlage gleichkommt. 

Was ist das wirtschaftliche Erbe von Trumps Politik?

Friedl: Ähnlich wie sein demokratischer Vorgänger, Barack Obama, „erbt“ Joe Biden die US-Wirtschaft in einer umfassenden Krise. Diese ist aber nicht per se auf Trumps Politik zurückzuführen, sondern der Covid-19-Pandemie geschuldet. Sehr wohl mit der gegenwärtigen Administration in Verbindung bringen kann man allerdings das Management der Gesundheitskrise, das uneinheitliche Vorgehen der Bundesstaaten und das Missachten wissenschaftlicher Ratschläge. Joe Biden muss die USA nun stabilisieren, er muss den Bundeshaushalt ausgleichen, die Staatsschulden bremsen und die Wirtschaft stimulieren, um den Arbeitsmarkt zu beleben.

Was sind Bidens wirtschaftspolitische Pläne?

Friedl: Zum einen Einkommensteuererhöhungen für Personen mit hohem Gehalt sowie eine Erhöhung der Körperschaftssteuer. Zum anderen soll in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur investiert werden, um die Wirtschaft anzukurbeln. Der „Green New Deal“ etwa setzt auf die Förderung nachhaltiger Energieformen. Geplant ist auch die Einführung eines Mindestgehalts von 15 Dollar pro Stunde. Und im Gegensatz zu Trump setzt Biden wieder auf internationale Kooperationen.

Was bedeutet der Machtwechsel für internationale Wirtschaftsbeziehungen?

Friedl: Aus europäischer und österreichischer Sicht Positives. Eine stärkere wirtschaftliche Zusammenarbeit wird wieder möglich und die Androhung von Strafzöllen und anderen restriktiven Maßnahmen wird wohl eher der Vergangenheit angehören.

Was können sich österreichische Firmen in den USA erwarten?

Friedl: Exporteure könnten zwar negativ von möglichen Steuererhöhungen in den USA betroffen sein, im Gegenzug dürfte die Handelspolitik wieder weniger via Social Media erfolgen und Planbarkeit von internationalen Supply Chains, etwa mit Vorproduktion in China, leichter werden. Besonders in den Bereichen „Green Technology“ und Nachhaltigkeit gibt es einige Marktführer aus Österreich, die von einer großangelegten Investitionsoffensive in den USA profitieren könnten. Und auch für das Arbeiten von Österreichern in den USA hoffen wir auf Vereinfachung durch weniger restriktive Visabestimmungen.

Michael Friedl ist Wirtschaftsdelegierter im Außenwirtschaftscenter New York.

Steirische Firmen in den USA

Die USA sind der zweitwichtigste Absatzmarkt für steirische Produkte und zahlreiche steirische Unternehmen exportieren in die USA oder haben dort Produktions- und Vertriebsniederlassungen, und das seit Jahrzehnten. 

So Pankl Racing Systems, das seit 1998 auf dem US-Markt aktiv ist. „Die wirtschaftliche Situation ist sehr gut“, berichtet CEO Wolfgang Plasser. „Coronabedingte Einbrüche konnten aufgeholt, werden.“ Das Kapfenberger Unternehmen produziert an zwei Standorten in Kalifornien Teile für die Automobil- und Luftfahrtindustrie und zählt General Motors, KTM oder Bell zu seinen Kunden. 226 Mitarbeiter erwirtschaften einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro im Jahr.  

Auch die Knapp AG, Spezialist für Logistiklösungen, hat aktuell in den USA einige Automatisierungsgroßaufträge, so für die zweitgrößte Supermarktkette der USA, wo es um automatisierte Verpackungslager für den Online-Lebensmittelhandel geht. „Der E-Commerce-Markt boomt und Covid-19 hat den Trend beschleunigt“, berichtet Gerald Hofer, Knapp-CEO.

Und auch der Grazer Leuchtenspezialist XAL bedient den USA-Markt seit 2001 mit exklusiven Lichtkörpern – mit Headquarter in New York City, Produktion in Connecticut und Vertrieb an der Westküste. Hier sieht man das Umfeld seit ein paar Jahren als herausfordernd.

  • 331 Millionen Menschen leben in den USA. Somit ist das Land das drittgrößte der Welt.
  • 5 Prozent könnte das US-BIP kumuliert bis zum Ende von Bidens Amtszeit zulegen, so Prognosen.
  • 2,315 Milliarden Euro war der Wert der 2019 aus der Steiermark in die USA exportierten Waren.

Von Petra Mravlak

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