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Neuer Obmann setzt auf die Rückkehr der Lebensfreude

Der Hotelier Johann Spreitzhofer hat mitten in der Krise die Sparte Tourismus und Freizeitwirtschaft übernommen. Mit welchen Gefühlen?

Johann Spreitzhofer
© Foto Fischer Johann Spreitzhofer führt das Landhotel Spreitzhofer in St. Kathrein am Offenegg.

5.510 Betriebe mit rund 50.000 Mitarbeitern als Obmann durch die Krise zu manövrieren, ist eine echte Herausforderung, oder?

Spreitzhofer: Ja, mit Sicherheit. Aber ich sehe Corona auch als Chance, gemeinsam die Zukunft anzupacken. Ob Gastronomie, Kinos oder Sportbetriebe, wir stehen für Lebensfreude, die wir auch wieder umsetzen werden.

Wie haben Sie persönlich den Shutdown erlebt?

Spreitzhofer: So wie alle Menschen im Land. Mit großer Sorge um die wirtschaftliche Existenz der Unternehmer, von denen viele erfolgreiche Betriebe aufgebaut haben. Ich habe auch erlebt, wie wichtig es ist, sich einen finanziellen Polster anzusparen, um für den Krisenfall gewappnet zu sein. Dass es so hart kommt, das wussten wir natürlich alle nicht. 

Warum ist die Kapitaldecke gerade in der Gastronomie und Hotellerie so dünn?

Spreitzhofer: Das ist schnell erklärt. Gerade in der Gastlichkeit muss laufend investiert werden, um den hohen Erwartungen der Gäste gerecht zu werden. Es ist unverzichtbar, laufend Geld in die Hand zu nehmen. Da bleibt nicht viel Spielraum, um Kapital für den Notfall anzusparen, der in diesem Fall fast drei Monate gedauert hat. 

Wie stellt sich die Situation in den Betrieben nach der Öffnung dar?

Spreitzhofer: Die Situation ist sehr durchwachsen und je nach Branche sehr unterschiedlich. Hotels in der Natur oder an Seen sind – so wie wir – schon ganz gut gebucht, aber von der Normalität noch weit entfernt. Die Stadthotels kämpfen um jeden Gast, solange die Grenzen geschlossen bleiben, ist die Situation kritisch. Auch in den anderen Branchen erfolgt die Rückkehr zur Normalität nur sehr zögernd. Denken wir an die Kinos oder Tanzschulen. 

Das Thema Lehrlinge brennt unter den Nägeln. Wie wichtig ist es, auch in der Krise den Nachwuchs in den Betrieben auszubilden?

Spreitzhofer:  Das Thema müssen wir dringend noch nachhaltiger aufgreifen, um den Facharbeitermangel nicht weiter zu multiplizieren. Und zwar in allen Branchen. Ich weiß nicht, ob sich Firmenchefs mit 1.000 bzw. 2.000 Euro wirklich locken lassen, um einen Lehrling auszubilden. Ich könnte mir als echte Alternative quer über alle Branchen vorstellen, die Kosten für das erste Lehrjahr zur Gänze zu fördern und darüber hinaus auch zwei Lehrgänge im ersten Jahr zusammenzufassen. 

Es gibt viel Kritik, dass die finanzielle Hilfe aus dem Rettungsschirm nur zögerlich ankommt... 

Spreitzhofer: Ja, das stimmt leider. Das Geld fließt viel zu langsam. Wir hoffen alle, dass vor allem die Fixkostenzuschüsse endlich für etwas Entspannung sorgen.  

Wird es in den Hotels Preiskämpfe um Touristen geben?

Spreitzhofer: Davor möchte ich warnen. Der Kostendruck ist gestiegen, die Einnahmen werden noch lange nachhinken. Preisdumping wäre sicher ein ganz falscher Weg, um in den nächsten drei Jahren wieder auf Kurs zu kommen. So lange wird uns die Krise wohl im Griff haben. 

Zur Person: Johann Spreitzhofer, Jahrgang 1958, führt seit 1987 das Landhotel Spreitzhofer in St. Kathrein am Offenegg mit 35 Betten und sechs Mitarbeitern. Seit 2015 ist er Fachgruppenobmann der Hotellerie, im Mai 2020 ist er Franz Perhab als Obmann der Sparte Tourismus nachgefolgt.


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