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Tag der Arbeitgeber

Zum „Tag der Arbeitgeber“ am 30. April hat die Wirtschaft heute Zeugnis abgelegt und eine Studie über Traditionsbetriebe präsentiert.

Der 1. Mai – Tag der Arbeit – steht vor der Tür. Ein Tag, der Jahr für Jahr seitens der Arbeitnehmervertreter zelebriert wird – die Rolle der Arbeitgeber findet dabei aber wenig Beachtung. „Aus diesem Grund hat sich die Wirtschaftskammer dazu entschlossen, den 30. April wie schon in den Vorjahren zum ,Tag der Arbeitgeber‘ auszurufen“, berichtet WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk. Diesen will man nicht für Aufmärsche, sondern für eine inhaltliche Auseinandersetzung nützen, wie Herk betont: „Unternehmertum ist natürlich das ganze Jahr über unser Leitthema. Gerade diesen speziellen Tag, den 30. April, wollen wir aber dafür nützen, um zu sensibilisieren. Denn Tatsache ist: Ohne Arbeitgeber gebe es keine Beschäftigung und damit keinen Wohlstand. Eine Leistung, die man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Darum ist es mir auch ein persönliches Anliegen einfach einmal ,Danke‘ zu sagen.“ Einen Angriff gegen die Arbeitnehmervertreter sieht Herk darin nicht: „Im Gegenteil. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind in der Steiermark ein starkes Team. Das zeigt der Wohlstand, den wir gemeinsam erreicht haben – und diesen gilt es weiter zu sichern. Gerade am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, sollte man sich diesem Thema widmen, und dazu gehört nun auch einmal die Frage: Was wäre ein solcher Tag ohne Arbeitgeber?“

 

Aus diesem Grund hat das Institut für Wirtschafts- und Standortentwicklung nun auch die steirischen Traditionsbetriebe (mindestens 20 Jahre am Markt) unter die Lupe genommen. Im Rahmen einer Studie wurden 480 von ihnen zur Bedeutung und Rolle, aber auch wirtschaftlichen Entwicklung ihres Unternehmens befragt. Die Kernergebnisse daraus: Trotz einer hohen Wertschätzung in der Region (74%) hat sich die wirtschaftliche Lage in den vergangenen Jahren überwiegend negativ entwickelt. 56 Prozent der befragten Traditionsunternehmen geben nämlich eine Verschlechterung ihrer jeweiligen betriebswirtschaftlichen Situation an, nur 12 Prozent eine Verbesserung – der Rest sieht die Lage „gleich bleibend“ bzw. gibt darauf keine Angaben (siehe Folien unter Downloads). Auf die Frage, ob Sie zum jetzigen Zeitpunkt wieder ein Unternehmen an diesem Standort gründen würden, geben die Unternehmer darum auch mehrheitlich negative Antworten ab: 59 Prozent würden (eher) nicht mehr einen Betrieb hierzulande aufsperren, positive (eher) ja Antworten gibt es nur von 28 Prozent. Für Herk, Bittmann und Herz schrillen damit die Alarmglocken: „Die meisten Traditionsbetriebe sind Familienunternehmen, das Tafelsilber unserer Wirtschaft. Denn hier wird oftmals schon seit vielen Jahrzehnten und Generationen für Beschäftigung, Wertschöpfung und damit Wohlstand am Standort gesorgt. Darum muss dieses Tafelsilber gehegt und gepflegt werden, schließlich sollen auch künftige Generationen davon profitieren. Eine Rekordabgabenquote und die überbordende Bürokratie sind dafür aber leider nicht die besten Voraussetzungen.“ Aus diesem Grund fordert die WKO:


  • die Umsetzung konjunkturbelebender Maßnahmen
  • die Einführung einer Investitionszuwachsprämie bzw. eines Investitionsfreibetrags
  • eine Offensive zur Entbürokratisierung (Reduktion Beauftragtenwesen etc.)
  • eine Entlastung des Faktors Arbeit im Bereich Lohnnebenkosten
  • eine Stärkung der Infrastruktur OHNE neue Belastungen (Mega-Maut)

Wirtschaft legt Zeugnis ab: So wertvoll sind die Arbeitgeber für unsere Gesellschaft 

Der Tag der Arbeit(-geber) ist für die Wirtschaft aber traditionell auch ein Bilanztag. Ein Blick auf die Statistik unterstreicht die Bedeutung der Arbeitgeber: „Aktuell zählen wir in der Steiermark 68.143 Unternehmen, davon entfallen 27.194 auf die Kategorie Arbeitgeberbetriebe“, so Vizepräsident Benedikt Bittmann. Insgesamt beschäftigt die gewerbliche Wirtschaft damit 360.324 Menschen in unserem Bundesland – Tendenz steigend. „Leider wird dieses Faktum in der Betrachtung des Arbeitsmarkts oftmals übersehen beziehungsweise hintangestellt. Natürlich ist auch der Wirtschaft jeder Arbeitslose ein Arbeitsloser zu viel, aber angesichts der mehr als fordernden Rahmenbedingungen ist eine solche Beschäftigtenzahl wahrlich eine tolle Leistung“, lobt Bittmann. Sie ist verbunden mit der Auszahlung von rund 11 Milliarden Euro an Löhnen und Gehältern pro Jahr. Weitere 3,4 Milliarden Euro fließen aus den steirischen Unternehmerkassen direkt in diverse Sozialtöpfe (Pensions-, Unfall-, Kranken-, Arbeitslosenversicherung etc.) – inklusive schleichender Steuererhöhung. „Durch die Progression sind die von Arbeitgeberseite finanzierten Sozialabgaben allein in den vergangenen vier Jahren um mehr als 17 Prozent gestiegen. Hier müssen wir dringend eine Trendumkehr einleiten, wollen wir die Beschäftigung hierzulande weiter steigern“, so Bittmann. Eines will Bittmann dabei aber klargestellt wissen: „Die Wirtschaft bekennt sich zu den sozialen Errungenschaften. Wenn aber das Wirtschaftswachstum mit den Kosten des Sozialsystems nicht mehr Schritt halten kann, setzen wir schlussendlich den gesamten Sozialstaat aufs Spiel.“ 

Wirtschaft legt Zeugnis ab: So steht die Steiermark im internationalen Wettbewerb da  

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor der steirischen Wirtschaft war und ist ihre Exportorientierung. „Jeder zweite Euro wird bereits im Außenhandel verdient. Mit einem Gesamtvolumen von mehr als 19 Milliarden Euro pro Jahr ist die Steiermark im Österreichvergleich mittlerweile zum drittgrößten Exportbundesland aufgestiegen“, weiß WKO Steiermark Direktor Karl-Heinz Dernoscheg. „Wachstum über den Inlandsmarkt allein ist nicht mehr möglich, darum braucht es einen Blick über den Tellerrand. Steirischen Produkten steht ein Markt von mehr als sieben Milliarden Kunden offen, aus diesem Grund haben wir mit dem ICS eine österreichweit einzigartige Einrichtung ins Leben gerufen, die exportorientierte Unternehmen in jederlei Hinsicht unterstützt“, betont Dernoscheg. Die Top-10 unter den steirischen Exportschlagern:


  • Kraftfahrzeuge: 22,7 Prozent (Anteil am Gesamtexport)
  • Maschinen: 13,1 Prozent
  • Elektronische Waren: 9,4 Prozent
  • Eisen-/Stahlwaren: 7,7 Prozent
  • Eisen und Stahl: 7,0 Prozent
  • Papier und Pappe: 6,5 Prozent
  • Mess- und Prüfinstrumente: 3,7 Prozent
  • Kunststoff(-waren): 2,4 Prozent
  • Holz(-waren): 2,4 Prozent
  • Häute und Leder: 2,1 Prozent


Hauptexportmärkte aus weiß-grüner Sicht sind Deutschland (5.500 Mio. Euro), USA (1.502 Mio. Euro), Italien (1.397 Mio. Euro), China (1.164 Mio. Euro) und das Vereinigte Königreich (924 Mio. Euro). Nicht zuletzt aufgrund der hohen Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,9 Prozent können sich steirische Produkte hier äußerst erfolgreich messen. Allerdings: Wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten – und zwar in Form starrer Arbeitszeitregelungen. „Im Außenhandel werden die Zeitspannen immer kürzer. Wir brauchen flexible Regelungen, die es den Unternehmen ermöglichen ihre Aufträge bestmöglich abzuarbeiten. Hier hinken wir der Realität noch immer hinterher. Außerdem sollte es uns ernsthaft zu denken geben, dass die heimische Konjunktur trotz Wirtschaftsaufschwung in unserem Hauptexportmarkt Deutschland so gut wie gar nicht wächst“, mahnt Dernoscheg.  

Wir legen Zeugnis ab: So gefragt sind die Serviceleistungen der WKO Steiermark 

Die mangelnde Flexibilität ist jedenfalls einer von vielen Gründen, warum der Druck auf die heimischen Unternehmer in jüngster Zeit zugenommen hat. Das spiegelt sich auch in der aktuellen Servicestatistik der WKO Steiermark wieder, wie Dernoscheg zu berichten weiß: „Der Trend bei den Anfragen hier ist stark steigend. Im Vorjahr zählten wir 29.813 Kunden und 89.591 Fälle, das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zurückzuführen sei das vor allem auf viele offene Fragen im Zuge der Registrierkasseneinführung, aber auch im Bereich der Barrierefreiheit gab es zahlreiche Nachfragen. Erfreulich dabei: Die Servicekunden stellen der WKO mit einer durchschnittlichen Schulnote von 1,3 ein hervorragendes Zeugnis aus. Trotz der steigenden Serviceanfragen wurde auch die Erreichbarkeit und Wartezeit mit 1,4 als sehr gut bewertet. Die beste Note erhielt die WKO für das Fachwissen und die Freundlichkeit sowie die Verlässlichkeit (jeweils Schulnote 1,2).

Wir legen Zeugnis ab: So gefragt sind die Bildungsleistungen der WKO Steiemark  

Mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI), der Fachhochschule Campus 02, der Tourismusschule Bad Gleichenberg sowie ab Herbst dem neuen Talent.Center zählt die WKO Steiermark aber auch zu den Top-Bildungsanbietern des Landes. „Insgesamt bilden die steirischen Arbeitgeber rund 16.000 Lehrlinge aus und bereiten diese damit auf ihre berufliche Laufbahn vor“, berichtet WKO Steiermark Direktor-Stellvertreter und WIFI-Leiter Peter Hochegger. Investiert wird aber auch in die Weiterbildung, schließlich absolvieren jedes Jahr mehr als 43.500 Personen eine zukunftsorientierte Weiterbildung im WIFI. „Damit bleiben Arbeitsplätze wettbewerbsfähig“, so Hochegger. Eine echte Erfolgsgeschichte ist diesbezüglich auch die Fachhochschule der Wirtschaft Campus 02. 1.200 Studierende erhalten hier eine hochschulische Qualifizierung in Bachelor- und Masterstudien. Ebenso viele zählt man in den 24 Meisterschulen: 1.200 junge Profis werden hier auf ihrem Weg zum Qualifikations-Gütesiegel „Meister“ begleitet. Darüber hinaus bieten die steirischen Arbeitgeber 2.000 Lehrlingen eine qualifizierte Vorbereitung auf die Lehre mit Matura. Trotzdem werden viele Talente noch immer nicht entsprechend erkannt bzw. gefördert und bleiben damit oft ohne abgeschlossene Ausbildung auf der Strecke. „Eine Verschwendung, die sich unser Standort schon allein aufgrund der demografischen Entwicklung nicht länger leisten kann“, mahnt Hochegger. Aus diesem Grund hat sich die WKO auf dem Areal der ehemaligen Schule Rosenhof zu einer Millioneninvestition für den Standort Steiermark entschlossen: dem TALENT.Center. „Dieses soll Jugendlichen ab Herbst die optimale Ausbildungs- und Berufswahl erleichtern“, betont Hochegger. Auf einer Gesamtnutzfläche von 1.257 Quadratmetern wird dieses Platz für 36 Teststationen bieten.


Rückfragehinweis:

Mag. Mario Lugger
Referatsleiter Kommunikation
T 0316/601-652
mario.lugger@wkstmk.at

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