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Steirischer Chefdesigner gibt für Volvo Gas

Der Steirer Max Missoni verantwortet als "Vice President" das Außendesign der Traditionsmarke Volvo. Mit dem "Polestar 2", dem neuesten Modell der E-Marke der Skandinavier, sorgt Missoni aktuell weltweit für Furore.

Maximilian Missoni verantwortet das Exterieur-Design von Volvo sowie das Gesamtdesign der Tochtermarke Polestar.
© kk Maximilian Missoni verantwortet das Exterieur-Design von Volvo sowie das Gesamtdesign der Tochtermarke Polestar.

Das Design des „Polestar 2“ wird weltweit gefeiert. Was macht das Fahrzeug aus?

Missoni: Ein Auto-Design darf nie zu gewollt wirken. Bei meinem Arbeitgeber legen wir größten Wert darauf, die Antithese zu „Over-Design“ zu sein – unser Design ist clean. Beim „Polestar 2“ lag unser Anspruch darin, der Marke „Polestar“ eine eigene Identität zu geben und gleichzeitig ein zu weites Abdriften von unserer Muttermarke Volvo zu vermeiden. 

Wann kann man von gelungenem Design sprechen?

Missoni: Die größte Herausforderung beim Design eines Fahrzeugs liegt darin, nichts zu vordergründig zu gestalten und trotzdem einen starken Charakter zu erzielen. Wenn man sich überlegt, dass wir mit der Gestaltung von Stahl, Glas und Kunststoff ein Wesen erschaffen, mit dem sich Menschen bis hin zum Kaufentscheid identifizieren können, und gleichzeitig zahllose Gesetze – physikalisch wie legislatorisch – erfüllen müssen, wird einem bewusst, auf welcher komplexen Gratwanderung zwischen Kunst und Technik wir uns ständig befinden. 

In welchen Projekten ist Ihnen das Ihrer Meinung nach besonders gut gelungen? 

Missoni: Etwa beim Volkswagen XL1, dem weltweit aerodynamischsten Serienauto, während meiner Zeit bei VW. Hier mussten wir so ziemlich alle automobilen Konventionen über Bord werfen und alles neu erdenken. 

Ein großer Wurf ist Ihnen bei Volvo zuletzt auch mit dem XC90 gelungen. 

Missoni: Das ausgegebene Ziel war es, als ich 2012 zu Volvo gekommen bin, unsere Fahrzeuge auch designmäßig im absoluten Premiumsegment zu etablieren. Das ist ein lebendiger Transformationsprozess, der schrittweise gelingt. Unser vordergründiges Anliegen ist es, den Fahrzeugen Souveränität zu vermitteln – nach dem Motto: Man ist schon da, man ist angekommen. Beim XC90 wurde dieses Vorhaben sehr erfolgreich umgesetzt – insbesondere durch die markanten Scheinwerfer, die an den Hammer des germanischen Gotts Thor erinnern sollen. 

„Thors Hammer“ hat Kritiker designmäßig auf allen Ebenen überzeugt. Warum?

Missoni:   Die Scheinwerfer  prägen die Charakteristik eines Fahrzeugs, sie sind die Augen des Wesens Auto. Evolutionsbedingt sucht der Mensch nach einem Gesicht, nach einem Ausdruck der Gefahr oder Sympathie. Es ist daher relativ einfach, „aggressive“ oder „freundliche“ Fahrzeuge zu designen, der große Anspruch ist allerdings, ein Auto „intelligent“ bzw. „sophisticated“ zu gestalten. Denn für Intelligenz gibt es kein prädestiniertes Aussehen. Gleichzeitig vermittelt ein intelligenter Blick aber Vertrauen und Sicherheit.

Welchen Einfluss haben neue Technologien auf das Design?

Missoni: Wir stehen vor der Herausforderung, die hohe Anzahl an Sensoren ästhetisch ansprechend in ein Gesamtkonzept zu integrieren. Unsere Techniker sind sehr designaffin, was uns natürlich entgegenkommt.

Wie sieht das Auto der Zukunft aus?

Missoni: Die neuen Technologien bieten Designern neue Freiräume – vor allem im Interieur: Denn für die Fahrzeuginsassen entstehen durch selbstfahrende Fahrzeuge rollende Wohnzimmer. Auch die Privatsphäre in den Fahrzeugen wird dahingehend eine große Rolle spielen. Denn wer selbstfahrend mobil ist und dafür Fahrdienste wie Uber benutzt, hinterlässt stets einen
Fußabdruck.

Der „Fußabdruck“ ist auch im Kontext des Umweltschutzes maßgeblich.

Missoni: Absolut. Ich denke zurzeit etwa stark über sogenannte „Wiege-zu-Wiege“-Konzepte nach. Soll heißen: Mir schwebt ein hochgradig recycelbares Fahrzeug vor. Ein hehres Ziel, wenn man sich den aktuell üblichen Prozentsatz an wiederverwertbaren Materialien in Automobil-Komponenten vor Augen hält.  Wenn sich hierfür innovative Hochschulen aus der Steiermark interessieren, wäre ich einem gemeinsamen Projekt nicht abgeneigt.

Wie oft kommen Sie noch in die Steiermark?

Missoni: Mein Lebensmittelpunkt ist in Göteborg. In den Sommermonaten und über Weihnachten komme ich immer wieder gerne zu meiner Familie nach Graz. 

Inwieweit ist Graz als Designstandort international ein Begriff?

Missoni: Ich freue mich, immer wieder Grazer Design-Initiativen zu sehen, und auch die FH Joanneum ist sehr erfolgreich – das ist auch international bekannt

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