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"Spielregeln müssen für alle dieselben gelten"

Der letzte Teil unserer Sommergespräche rund um Fairness im Wettbewerb mit den Spitzen der im Wirtschaftsparlament vertretenen Fraktionen: WB-Obmann Josef Herk über wirtschaftliche Fouls und Klimasorgen.

Josef Herk ist Unternehmer, Obmann des steirischen Wirtschaftbundes und Präsident der WKO Steiermark, hier im Gespräch mit Chefredakteur Mario Lugger.
© Foto Fischer Josef Herk ist Unternehmer, Obmann des steirischen Wirtschaftbundes und Präsident der WKO Steiermark, hier im Gespräch mit Chefredakteur Mario Lugger.

Nicht nur im Sport, auch in der Wirtschaft braucht es Fair Play. Aus diesem Grund haben wir heuer die Merkur Arena als „Spielstätte“ unserer Sommergespräche gewählt. Für welches Business-Foul würden Sie als Schiedsrichter spontan die Rote Karte zücken?

Josef Herk: Ganz klar für die überbordende Bürokratie – unnötige Belastungen und Hemmnisse gehören vom Unternehmerspielfeld ausgeschlossen. Aber auch schwere Fouls im wirtschaftlichen Wettbewerb gehören geahndet. Es kann nicht sein, dass hier einige  international agierende Konzerne glauben, sie stünden über allen gesetzlichen Regeln.  

Spielen Sie damit auf immer wieder kritisierte Konzerne wie Airbnb, Uber oder auch Amazon an?

Herk: Um eines gleich vorweg klarzustellen: Wir begrüßen jede Form der Innovationen, das gilt natürlich auch für Geschäftsmodelle – solange sie kein Umgehen bestehender Regeln beinhalten. Spielregeln müssen für alle am Markt dieselben gelten, diese Fairness fordern wir vom Gesetzgeber ein.  Das betrifft das gesamte Spektrum unternehmerischen Wirkens, also auch unlautere Dumpingkonkurrenz oder Firmen, die aus dem Ausland hereinarbeiten und sich nicht an unsere Sozialstandards halten. Für solche Marktverzerrungen gibt’s von uns die vorhin zitierte Rote Karte, etwa durch gemeinsame Schwerpunktkontrollen mit der Finanzpolizei.  

Wechseln wir das Thema: Heiß debattiert wird im wahrsten Sinn des Wortes auch übers Klima. Was kann oder muss die Wirtschaft tun, um auch der Umwelt gegenüber fair zu bleiben?

Herk: Der Klimawandel trifft uns alle, nicht zuletzt die Wirtschaft. Ich verwahre mich in diesem Zusammenhang nur gegen ein Industrie-Bashing. Wir brauchen den produzierenden Sektor, und dieser stellt gerade in der Steiermark seine Produkte und Waren wesentlich ökologischer her als die Konkurrenz in den meisten anderen Ländern. Wenn wir also diese Betriebe durch zu strenge Gesetze und Strafzahlungen irgendwann zum Abwandern zwingen sollten, schaden wir unterm Strich auch der Umwelt – was nicht heißt, dass wir uns in Sachen Klimaschutz nicht weiter verbessern müssen. Die Steiermark allein wird die Welt hier allerdings nicht retten können. Wir können sie mit unserem Know-how im Bereich Green Technologie aber ein schönes Stück besser machen.  

Nicht nur das Klima, auch der Fachkräfte-Nachwuchs bereitet den Unternehmern Sorgen. Um im Fußballerjargon zu bleiben: Wo und wie soll die Wirtschaft neue Mitspieler rekrutieren?

Herk: Da geht es wie im Sport zuallererst einmal um Nachwuchsarbeit. Wenn wir diesen nämlich nicht fördern, werden wir bald keine leistungsfähige Mannschaft mehr haben. Darum investieren wir als WKO auch massiv in die Bildung und in neue Einrichtungen, wie das Talentcenter, das bei beim World Chamber Congress in Rio de Janeiro kürzlich sogar als weltbeste Bildungsinitiative ausgezeichnet wurde. Das macht mich und uns sehr stolz, denn es zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Klar ist aber auch, dass es ohne qualifizierte Zuwanderung nicht gehen wird. Und in diesem Punkt würde ich mir von der Politik schon einen offeneren und vor allem ehrlicheren Zugang wünschen. Denn Fakt ist: Wir haben heute nur mehr halb so viele Jugendliche wie vor 40 Jahren… 

Kommen wir zu einer weiteren großen Veränderung – der Digitalisierung. Hier herrschen viele Ängste vor, was entgegnen Sie diesen? 

Herk: Die sicherste Komponente ist die der Veränderung. Ich sehe meine Aufgabe dabei im Bereich eines Seismografen: Früh auf Veränderungen reagieren und Trends rechtzeitig erkennen. Unsere Aufgabe ist es auch, über die neuen Entwicklungen zu informieren und folglich auch Bildungsangebote in diesem Bereich zu entwickeln und sie dann anzubieten.  

Hilfestellungen, die mit der Pflichtmitgliedschaft bezahlt werden? 

Herk: Um all die umfangreichen Services, Bildungs- und Beratungsangebote anbieten zu können, braucht es nun einmal entsprechende Beiträge. Wobei ich betonen möchte, dass in der WKO alles und jeder demokratisch gewählt wird – und vor allem, dass jede unternehmerische Stimme hier auch den gleichen Wert hat. Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Systemen der Interessenvertretung, wo am Ende rein der bestimmt, der bezahlt. Darum ist die Wirtschaft für uns als Wirtschaftsbund auch unteilbar.

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