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Grazer sorgen für mehr Sicherheit am Himmel

Experten der TU Graz entwickelten ein Simulationstool zur Transponderbelastung bei zivilen Flugzeugen – und sichern damit den „Funkkontakt“ zum Radar.

Helmut Schreiber am Flughafen Graz
© Lunghammer_tugraz Helmut Schreiber sorgt mit seinem Team an der TU Graz für Sicherheit in der Luftraumüberwachung.

Worst-Case-Szenario: Ein Flugzeug „verschwindet“ plötzlich vom Radar. Eine Horrorvorstellung, nicht nur für die Mitarbeiter im Tower, sondern praktisch für jeden, der schon einmal geflogen ist. Doch nicht immer steckt ein tragisches Unglück dahinter – oft dauert es nämlich nur eine minimale Zeitspanne, bevor die Maschine wieder am Bildschirm auftaucht.  Was aber dennoch ein Sicherheitsrisiko ist. „Grund dafür kann die Überlastung der Transponder sein“, erklärt Helmut Schreiber vom Institut für Hochfrequenztechnik der TU Graz. Denn diese elektronischen Geräte sorgen in der zivilen Luftfahrt dafür, dass die Flugraumüberwachung die genaue Position der Maschine am Himmel  sowie auch weitere Informationen mitgeteilt bekommt. Kommt die Maschine in Reichweite, wird automatisch vom Radar angefragt: Wer bist du, wie hoch fliegst du? „Wenn aber zu viele Abfragen gleichzeitig kommen, etwa weil sich das Flugzeug in einem Gebiet mit vielen Radaranlagen befindet, könnte es passieren, dass diese nicht alle beantwortet werden, oder im Extremfall, dass gar keine Antworten mehr gesendet werden“, erklärt Schreiber. Und dann verschwindet die Maschine kurz vom Bildschirm. 

"Die Flugsicherung muss wissen, wie sich die aktuelle Infrastruktur wie auch das Hinzukommen von weiteren Radaranlagen oder neuen Abfragesystemen auf die Transponder auswirkt."
Helmut Schreiber


"Digitaler Zwilling"

Vereinfacht gesagt sei es, wie wenn man sich in einem Raum mit vielen Menschen befinde, so Schreiber: „Fragt mich eine Person, wer ich bin, kann ich direkt antworten. Fragen mich das aber mehrere gleichzeitig, kann ich das nicht jedem in der selben Zeit mitteilen.“ 

Abhilfe beim „Zuhören und Antworten“ soll ein für die Austro Control entwickeltes Simulationstool zur Bestimmung der Transponder-belastung schaffen, das nun im Auftrag der Eurocontrol für den europäischen Luftraum ausgebaut wird. „Die Flugsicherung muss wissen, wie sich die aktuelle Infrastruktur wie auch das Hinzukommen von weiteren Radaranlagen oder neuen Abfragesystemen auf die Transponder auswirkt“, erzählt Schreiber. „Und genau das kann unser digitaler Zwilling leisten. Hier werden die tatsächlichen Radarsensorpositionen und die reale Flugverkehrssituation zusammengeführt. In der Simulation werden Punkte mit hohen Transponderbelastungen deutlich. Man weiß also, wo es Entlastungen braucht.“

Wobei es hier nicht nur um das klassische Radar gehe, betont Schreiber: „Neben zivilen und militärischen Radarstationen sind es auch Funkkontakte von Multilaterations-Systemen, die die Transponder ,befragen‘.“ Hinzu komme, dass Flugzeuge ihre Position mittels Satellitennavigation auch selbst bestimmen und diese Info an die Flugüberwachung schicken, so Schreiber: „Die Menge an hin- und hergeschickten Fragen und Antworten am Himmel nimmt massiv zu, umso wichtiger ist es für die Sicherheit, Systeme zu haben, die mögliche Überlastungen im Voraus anzeigen.“


Quergefragt:

Bei Ihrem Wissen haben Sie keine Flugangst?
Nein. Fliegen ist das sicherste Verkehrsmittel.

Was genau ist dieser digitale Zwilling?
Die Simulationstools TOPAS und ESIT ermöglichen, die Transponderbelastung durch eigene Systeme oder die der Nachbarstaaten im Luftraum zu bestimmen. 

Worauf sind Sie stolz?
Natürlich auf unser großartiges Team

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