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Schwierige Zeiten im Gewerbe

Laut Konjunkturumfrage kämpfen Gewerbebetriebe mit massiven Umsatzeinbrüchen. Spartenobmann fordert rasches Aufsperren.

Bauarbeiter mit Masken
© Adobe Stock Auch wenn die Lage am Bau etwas besser ist: Viele Gewerbebetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand.

Ein düsteres Bild zeichnet die aktuelle Konjunkturumfrage, die die KMU Forschung Austria im Auftrag der Sparte Gewerbe und Handwerk erhoben hat: Die Lockdowns haben den Betrieben schwer zugesetzt. Unterm Strich dürfte das Umsatzminus im Vorjahr bei rund 10,5 Prozent im Vergleich zu 2019 liegen, „das bedeutet Einbußen von rund elf Milliarden Euro verglichen mit den Auftragseingängen und Umsätzen des Jahres zuvor“, so Christina Enichlmaier von der KMU Forschung Austria. Das Gewerbe und Handwerk ist damit von den Corona-Maßnahmen deutlich stärker betroffen als die österreichische Wirtschaft insgesamt, für die laut WIFO ein BIP-Minus von 6,1 Prozent prognostiziert wird.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in der Steiermark: In den ersten drei Quartalen haben die steirischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe um rund eine Milliarde Euro weniger umgesetzt als im Vergleichszeitraum 2019, wo zehn Milliarden Euro erwirtschaftet wurden. Entsprechend haben 48 Prozent der steirischen Betriebe in dem Zeitraum Umsatzeinbrüche von durchschnittlich 24,8 Prozent vermeldet.  

Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand, bestätigt Spartenobmann Hermann Talowski: „Es kracht im Gebälk.“ Die Wirtschaftshilfen für die Betriebe seien vielfach nicht ausreichend, sagt er, „oder sie kommen zu spät“. Ein Ausfallsbonus in der Höhe von 30 Prozent reiche nicht, vielfach seien die Reserven aufgebraucht. Unter dem Totalausfall im Tourismus würden auch zahlreiche Zulieferbetriebe wie Bäcker, Konditoren, Floristen und Fleischer massiv leiden. Nachholeffekte auch in anderen Branchen würden mit zunehmender Arbeitslosigkeit immer unwahrscheinlicher, so Talowski.

Neue Perspektiven

Nach Monaten des Auf- und Zusperrens sei es Zeit, den Betrieben am 8. Februar neue Perspektiven zu geben: „Mit regelmäßigen Berufsgruppentests, FFP2-Masken, Abstandsregeln und freiwilligen Kundentests ist das Risiko beherrschbar. Wir kennen das Virus mittlerweile so gut, dass wir wissen, wie man gegensteuern kann.“ Mit einem Ende des Lockdowns könne man noch schwerere Kollateralschäden abwenden, so Talowski. „Jede Woche des Lockdowns kostet uns 1,5 bis zwei Milliarden Euro.“

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