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Rote Karte für Dumpingpreise

Eine TU-Studie zeigt die dramatischen Folgen von Lohn- und Sozialdumping am Bau durch ausländische Betriebe.

Ein Blick auf die Insolvenzstatistik spricht Bände: 123 steirische Baubetriebe mussten im Vorjahr Insolvenz anmelden. Ein trauriger Rekord, ist doch die Zahl der Baupleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sage und schreibe 24,2 Prozent gestiegen. Als Ursache dafür wird die zunehmende Konkurrenz aus dem Ausland genannt. In einer umfangreichen Studie hat nun das Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft an der TU Graz dem Lohn- und Sozialdumping durch ausländische Entsendebetriebe auf den Zahl gefühlt.

Existenzgefährdung

"Bei ordnungsgemäßer Entlohnung der Arbeitnehmer und weniger hohen Sozialstandards im Ausland wären Preisunterschiede von zehn Prozent gegenüber heimischen Betrieben erklärbar", so Institutsvorstand Christian Hofstadler. Die Realität schaut leider anders aus: In der Praxis liegen viele Angebote ausländischer Firmen um 20 bis 30 Prozent unter dem Preis heimischer Betriebe, immer wieder gibt es sogar "Sonderangebote" um den halben Preis. "Unter legalen Bedingungen sind diese Preise nicht realisierbar", ist der Bau-Experte überzeugt. Die Folgen sind dramatisch: Insgesamt entgehen dem Staat durch illegale Machenschaften jährlich 220 Millionen Euro. "Im Baugewerbe hat sich ein regelrechtes Schlepperwesen mit mafiaähnlichen Strukturen entwickelt, dem müssen wir einen Riegel vorschieben", so Bau-Innungsmeister Alexander Pongratz: "Das Dumpingwesen ist für unsere Betriebe existenzgefährdend." Ins selbe Horn stößt auch Josef Muchitsch, Vorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz: "In der EU gelten nicht überall die gleichen Spielregeln. Für einen fairen Wettbewerb ist das aber unerlässlich." Die Bauwirtschaft macht nun mit einem Maßnahmenpaket gegen die Wettbewerbsverzerrung mobil.


Rückfragen: 
Wirtschaftskammer Steiermark 
Stabsstelle für Kommunikation & Marketing 
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