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Rekord bei Exporten nach Südafrika

Die Geschäfte zwischen Österreich und Südafrika florieren, 2018 nahm der Export sogar um satte 37,7 Prozent zu. Grund genug, Chancen und Herausforderung für Unternehmer am Land am Kap unter die Lupe zu nehmen.

Blick auf Kapstadt
© Trevor copyright In Kapstadt ist der Sitz des südafrikanischen Parlaments.

Südafrika ist Österreichs wichtigster Wirtschaftspartner auf dem afrikanischen Kontinent. So geht rund ein Drittel der gesamten rot-weiß-roten Afrika-Exporte dorthin und knapp ein Fünftel aller Afrika-Importe kommt aus dem Land am Kap. „Im vergangenen Jahr erreichten die Ausfuhren sogar einen Zehn-Jahres-Rekord mit einem Wert von 588 Millionen Euro, das ist ein sattes Plus von 37,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr“, berichtet Johannes Brunner, der österreichische Wirtschaftsdelegierte in Johannesburg. Bei den Importen nach Österreich wurde zwar ein Rückgang um 5,6 Prozent verzeichnet, sie liegen aber dennoch bei satten 348 Millionen Euro. 

„Die Bandbreite der österreichischen Unternehmen in Südafrika reicht dabei von A wie Andritz bis Z wie Zumtobel“, so Brunner. Insgesamt gibt es in Südafrika rund 60 Niederlassungen mit österreichischen Wurzeln, die vor Ort mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigen. Rot-weiß-rote Unternehmen haben also kräftig investiert, umgekehrt gibt es aber auch hierzulande wichtige südafrikanische Investoren: So etwa in der Papierindustrie die südafrikanische Mondi-Gruppe mit mehreren Niederlassungen oder Sappi in Gratkorn.  

Exportmotor Maschinen und Fahrzeuge 

Der Großteil der österreichischen Exporte nach Südafrika – 233 Millionen Euro – entfiel 2018 übrigens auf Maschinenbauerzeugnisse und Fahrzeuge. Vor allem die Motorenexporte sind mit dem Start der BMW X3-Produktion in Pretoria auf rund 135 Millionen Euro angestiegen. Auch bei den Straßenfahrzeugen gab es einen starken Zuwachs von fast 100 Prozent auf 55,5 Millionen Euro. Weitere bedeutende Außenhandelsprodukte sind Eisen und Stahl sowie daraus hergestellte Waren (46 Mio. €), Papier und Pappe und daraus bestehende Produkte (32 Mio. €), pharmazeutische Erzeugnisse (29 Mio. €) sowie alkoholfreie Getränke, insbesondere Energy Drinks und Fruchtsäfte (17 Mio. €). 

Während die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Südafrika florieren, waren die letzten Jahre für das Land am Kap insgesamt aber nicht ganz so rosig: „Es gab Engpässe bei Strom und Wasser, unzuverlässige Versorgungsnetze, schwankende Rohstoffpreise und die schlimmste Dürre, die das Land seit Jahrzehnten erlebt hat“, so Brunner. „Nach einer Rezession im ersten Halbjahr 2018 hat sich die südafrikanische Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder leicht erholt und erzielte im Gesamtjahr ein schwaches Wachstum von 0,8 Prozent.“ Auch für die nächsten Jahre gehen Experten von einem schwachen Wachstum aus – für 2019 zwischen 1,4 und 2,2 Prozent. „Wie es weitergeht, wird vor allem davon abhängen, ob die Stromversorgung im Land dauerhaft sichergestellt werden kann“, erklärt Brunner. Die neu aufgestellte Regierung – Präsident Cyril Ramaphosa konnte mit seinem Wahlsieg seine Position konsolidieren – wird noch einiges zu erledigen haben. „Eine große Herausforderung bleibt die Aufarbeitung von Misswirtschaft und Korruption, worunter das Land in den letzten Jahren stark gelitten hat“, so Brunner. Problematisch ist aber auch die hohe Arbeitslosenrate von 27,1 Prozent (2018).

Technologie made in Styria

Papierindustrie, Maschinenbaubranche oder Fahrzeugindustrie – die großen steirischen Player wissen ihre Chancen in Südafrika zu nutzen. Die steirischen Exportzahlen sprechen für sich: Allein im ersten Halbjahr 2018 wurden Waren im Wert von 56,5 Millionen Euro aus der Steiermark nach Südafrika exportiert – ein Plus von 20,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. Zahlreiche Firmen sind aber auch mit eigenen Niederlassungen im Land am Kap vertreten. So zum Beispiel die Andritz AG: „2018 erzielten wir einen Umsatz von rund 45 Millionen Euro in Südafrika“, berichtet Michael Buchbauer, Head of Group Finance, Corporate Communications and Investor Relations Andritz. „Wir haben seit 2010 eine Tochterfirma in Kyalami, die Andritz Delkor, mit 60 Mitarbeitern“, so Buchbauer. Verkauft werden Zentrifugen, Filterpressen und Equipment zur Fest-Flüssig-Trennung etwa für die Bergbau-, Papier- und Zellstoffindustrie. Zudem gibt es eine Niederlassung für den Bereich Wasserkraft.  

Aber auch die AVL, Anton Paar und Knapp sind in Südafrika aktiv, genauso wie die Voestalpine-Gruppe, die schon seit Jahren in den Bereichen Werkzeugstahl, Schweißtechnik sowie bei Eisenbahnschienen und -weichen äußerst erfolgreich ist. 

Aktuell liefert die GIG Karasek (Teil der steirischen Aichhorn-Gruppe) an Sappi in Durban eine der weltweit größten Eindampfanlagen für die Herstellung von Zellstoff aus Eukalyptusholz. 

Von Petra Mravlak

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